NME.MINE – These dreams of happy endings EP

Endlich mal wieder ein deutscher Newcomer, der aufhorchen lässt! NME.MINE (gesprochen ENEMY MINE) aus Süddeutschland lassen es auf ihrer ersten offiziellen EP ordentlich krachen. 2002 gegründet, formierte man sich aus den beiden Metal-Core-Bands BROTHERS JUSTICE und SILENT GREEN, nachdem man der „Szene-Polizei“ und dem Genre im Allgemeinen müde wurde. Die vier Tracks der 2003 in Eigenregie veröffentlichten EP (die zusätzlich auf „these dreams of happy endings“ EP vorhanden sind, bringen es auf eine Spielzeit von knapp 32 Minuten) ließen bereits aufhorchen, doch was die fünf Jungs hier abliefern, hat schon internationales Format.
In den zwei Jahren ihres Bestehens hat das NME.MINE-Lineup schon zahlreiche Shows u.a. mit MILLENCOLIN, TURBONEGRO, MAD SIN, THURSDAY oder DAYS IN GRIEF absolviert und konnte so Erfahrung mit den unterschiedlichsten Acts sammeln. Höhepunkt war sicherlich der Opening-Part auf dem Southside-Festival 2003.
Musikalisch gesehen orientiert man sich nicht an angesagten Trends oder einem bestimmten Stil. Es „rockt“ einfach an allen Ecken und Enden. Da sind sowohl Hardcore-Elemente (gelegentliche Schreie/Riffs) als auch Alternative-Rock/Metal oder Emo-Parts auszumachen.
Als erstes Musikvideo, das man auf der sehr schön anzusehenden Band-Homepage downloaden kann, wählte man „from the inside“, ein melodischer Song, mit fett rockendem Solo und guter Chorus Line, der voll überzeugen kann. Wenn besagtes Liedgut nicht für Aufsehen sorgen kann, dann ist es wirklich schlimm um unsere hiesige Medienlandschaft bestellt. „Greed“ oder „out of envy“ erinnern mich gelegentlich an die viel zu früh von uns gegangenen ONLY LIVING WITNESS, ohne allerdings musikalisch direkt von ihnen abzukupfern. Vielmehr wird mit einer ähnlichen Inbrunst und Musikalität agiert. Sänger Smighty versteht es einfach, seine variable Kopfstimme gekonnt einzusetzen und den Hörer in seinen Bann zu ziehen, nachzuhören unter anderem bei „sleepers“, einem schnellen Rocker mit ordentlichem Groove.
Zuletzt sollte noch erwähnt werden, dass die Produktion sehr druckvoll ausgefallen ist und zum Glück auf unnötige Höhen verzichtet wurde; stattdessen wurden die Tiefen schön hervorgehoben.

Fazit: Uneingeschränkte Kaufempfehlung und mein Tipp des Monats!

Bewertung: 8,5/10

Veröffentlichungsdatum: 08.11.2004