HORMONAUTS – 05.11.2006, Hamburg (Studio One)

Ein Monat voller Premieren, denn ich betrete zum ersten Mal das Studio One in Hamburg. Besser gesagt, ich stehe trotz des angekündigten Einlasses von 21 Uhr, noch um zwanzig nach vor verschlossener Tür auf der Großen Freiheit und höre von außen dem Soundcheck zu. Ist schon merkwürdig, an einen Sonntagabend zu so früher Stunde sich die Zeit auf der Reeperbahn zu vertreiben, aber so lange mussten wir dann glücklicherweise nicht mehr warten bis wir eintreten durften. Also fix an den Tresen – Bier und goldenen Tequila mit Zitrone bestellen. Und dann betrat auch schon die Vorband die Bühne. Der Sänger erinnerte mich doch stark an Lemmy von MOTÖRHEAD, und auch der Sound hatte ein wenig Ähnlichkeit, nur mit Rockabilly-Einflüssen. Besonders stolz war der Sänger wohl auf seine weiße Gretsch-Gitarre und wie sich im Nachhinein herausstellte hatte der HORMONAUTS-Sänger genau die gleiche weiße Gretsch-Gitarre. Jaja, Zufälle gibt es, das hält man im Kopf nicht aus… Ich war nicht allzu angetan von ROLLIN DICE, denn es fehlte mir ein wenig die Abwechselung in der Musik, aber für diese sorgten dann die HORMONAUTS mit ihrem fröhlichen Mix aus Rockabilly, Surf, Swing, Punk und Rock’n’Roll. Jeder der drei Musiker ein Virtuose an seinem Instrument. Besonders interessant fand ich es, den Schlagzeuger zu beobachten, denn mit seinem ständigen Lächeln auf den Lippen und den krakenähnlichen Bewegungen in Richtung Drums war er ein echter Blickfang. Außerdem bediente er die sehr prägnante Hupe, die auch aus SPIKE JONES‘ Fundus hätte stammen können. In einem ihrer Songs heißt es „I’m a lucky toy“, und so lieferten sie uns tatsächlich eine sehr verspielte Show. Ich denke, das drückt den Spaß, den die Jungs an ihrer Musik haben, ganz gut aus. Leider ist der Schlagzeuger wohl erkrankt, und der Rest der Tournee musste anscheinend abgesagt werden. Da habe ich ja noch Glück gehabt. Aber weiter im Text… Die HORMONAUTS waren nicht nur zum Spaß auf Tournee, sondern ihre Mission war es, ihr neues und, wie ich finde, auch bestes Album vorzustellen. Das taten sie, indem sie einen guten Querschnitt der „Hormonized“-CD spielten. Sichtlich erfreut waren alle, als es als Zugabe den Song „tainted love“ zu hören gab. Dabei drehte das ganze Publikum tanzmäßig noch mal so richtig auf. Ein gelungener und unterhaltsamer Abend, uns wurde eine ausgezeichnete Show und tolle Musik geboten – wie kann ein Sonntagabend besser verlaufen?