GENEPOOL – Lauf! Lauf!

GENEPOOL waren noch nie Kinder der Traurigkeit. Punk und New Wave, immer schön zum Kopfnicken und Mitgröhlen. Mit ihrem dritten Album „Lauf“ Lauf!“ ändert sich an dieser Grundausrichtung erstmal nichts. Und doch kommen uns GENEPOOL fast runderneuert. Ex-Sänger Letten kümmert sich jetzt nur noch um SMOKE BLOW und wurde durch Ian Spehr, Ex-Sänger von MINK STOLE ersetzt. Dessen cleaner und ausdrucksstarker Gesang mag vielleicht nicht jedem Altfan genehm sein, mich persönlich spricht das aber weitaus mehr an, als die eher schmutzigen Vorträge seines Vorgängers. Zudem gönnen sich GENEPOOL nun zwei Drummer. Vor allem live wird das entsprechend Druck bedeuten. Auf „Lauf“ Lauf!“ fällt es einem jedoch nur gelegentlich auf. Dann hört man schon mal den einen rechts, den anderen links im Kopfhörer trommeln. Ansonsten bleiben GENEPOOL um die Masterminds Thilo Schenk und Guido Lucas ihrem Credo treu. Tempo hoch, poppige Mitsingmelodien drauf, keine unnötigen Schnörkel und Gimmicks, auf Breaks wird weitestgehend verzichtet, das war’s. Dem eine mag das eintönig vorkommen, andere genießen einfach den unüberhörbaren Spaß daran, jede Sekunde der Songs zum Abrocken zu nutzen. Gelegentlich tröten mal Bläser zwischen die Gitarren und immer wieder hat man den Eindruck, dass die Band, ähnlich wie KEN auf ihrem neuen Album „Yes we“, auch Elektronik einsetzt, um die ganze Geschichte noch ohrwurmiger zu gestalten. Doch weit gefehlt, no Synthies, das macht Thilo alles mit seiner Gitarre und seinen Effektgeräten. Und so schnurrt das Album unbeirrt und ohne einen Zwischenstopp einzulegen durch. Zusammen mit dem äußerst kompakten Sound stellt das schon gewisse Anforderungen an die Ohrkondition. Der Titel „Lauf! Lauf!“ konnte also nicht besser gewählt werden. Andererseits fällt es schwer, einzelne Tracks aus dem Gesamtbild herauszuzerren, zumal es auch keinen Ausfall zu vermelden gibt. Am meisten Spaß machen GENEPOOL aber, wenn es so richtig losgeht. Deshalb seien hier als Anspieltipps mal folgende Songs genannt: „Let´s stay friends“, „The maggots“, „Solar life“, „Lauf! Lauf!“, „Brothers & sisters“ und „Closer“. Die Band ist im April/Mai auf Clubtour. Hingehen! Hingehen! Dann ist alles gut, ist alles okay! Yeah! Yeah!

Bewertung: 8/10

Veröffentlichungsdatum: 29.01.2010