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DIRTY HEADS – s/t

Was wohl im Kopf der verwirrt dreinschauenden Mutanten-Krake auf dem Cover vorgehen mag? Wahrscheinlich denkt sie gerade „Ich fresse euch alle auf!“… Wobei – der Sound, den DIRTY HEADS fabrizieren, ist eigentlich dermaßen chillig, dass es einem schwer fällt, sich vorzustellen, sie könne einem überhaupt etwas zuleide tun. Die Band aus dem SUBLIME-Dunstkreis hat sich nämlich dem Reggae verschrieben, wobei ihrer Musik trotz des kompletten Verzichts auf rockige Elemente dennoch eine gewisse alternative Note anhaftet. In einigen Tracks wie „Doesn´t make you right“, „Too cruel“ oder „Feeling good“ finden sich vielmehr unüberhörbare HipHop-Einflüsse, die ein weiteres Indiz dafür sind, dass die Keimzelle dieser Truppe in Kalifornien und nicht in Kingston liegt. Ganz spannend finde ich zudem das Konzept, das Album in eine „Day“-Hälfte und eine „Night“-Hälfte zu unterteilen. Dabei bestechen die „Tag“-Songs in erster Linie durch ihre Leichtigkeit, während in den „Nacht“-Liedern ein gewisser melancholischer Unterton mitschwingt. Nicht zuletzt deswegen ist der Sound der DIRTY HEADS für nächtliche Autofahrten durch die Großstadt-Peripherie ebenso geeignet wie zum Chillen am Strand.

Bernd Cramer

Konzert-Junkie & Vinyl-Liebhaber. Schreibt über Musik, ohne zu Architektur zu tanzen.