A WHISPER IN THE NOISE – To forget

Ein teils bedrohliches, teils behagliches Brummen eröffnet „To forget“, das zweite Album des Soundtüftlers A WHISPER IN THE NOISE, das West Dylan Thordson gemeinsam mit der Violinistin Sonja Larson aufgenommen hat. Herausgekommen ist ein wesentlich harmonischeres, dennoch melancholisches Werk voller flirrender Klangwelten. Thordson hat wohl an seinen Dämonen gearbeitet, ist vom alten, ungeheizten Schulgebäude in ein Bauernhaus umgesiedelt, und diesen Schritt in die Natur hört man „To forget“ vom ersten bis zum letzten Ton an. A WHISPER IN THE NOISE bleiben sich treu, ohne dabei eintönig zu werden. „To forget“ entwickelt auch weiterhin die träumerischen Geschichten im Kopf, die dann durch den ganzen Körper strömen. Nicht mehr ganz so düster wie auf „Dry land“, dem bereits fünf Jahre alten Vorgänger, bastelt Thordson mit seinem speziellen Programming, den dezenten Drums und der zarten Stimme von Sonja kleine Wunderwerke melancholischer, manchmal minimalistischer Musik. Der Fokus liegt mehr auf dem Geruch nach einem Sommerregen, als auf der kalten Schärfe herbstlicher Winde. Mal orchestral, mal auf ein Instrument beschränkt, finden A WHISPER IN THE NOISE immer den Weg zum Zentrum eines jeden einzelnen Songs. Und die acht Minuten Nachdenkpause am Schluss des Albums dürften von jedem Hörer mit seinen eigenen Gedanken gefüllt werden. A WHISPER IN THE NOISE sind zurück. In neuer Stärke!

Simon-Dominik Otte

Mensch. Musiker (#Nullmorphem). Schauspieler (#BUSC). Rezensent (#blueprintfanzine). Come on, @effzeh! AFP-Fan. (#Amandapalmer). Lehrer. Und überhaupt. Und so.