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HARVEY RUSHMORE & THE OCTOPUS – Mindsuckers

Die 60s und 70s in ihrer psychedelischen Auslegung lassen mal wieder grüßen, denkt man zunächst beim Hören des neuen Albums von HARVEY RUSHMORE & THE OCTOPUS. Die aus Basel und Bern stammende Band verbindet auf ihrem vierten, konsequent analog auf Tape aufgenommenen Longplayer „Mindsuckers“ Garage-Rock, Psychedelic, Surf-Rock und Krautrock-Elemente zu einem sumpfigen und hypnotischen Mix.
Die Songs wechseln zwischen Struktur und ausschweifenden Jams hin und her. Sind in ihrem Grundsound meist eher entspannt, driften aber auch immer wieder in dunklere, unruhigere Gefilde ab. Der Beat geht dabei meist motorisch vorwärts und wechselt auch hin und wieder Rhythmik und Tempo wie im PINK FLOYD-esken „Moon reject”. Mit viel Melodie, dichter Atmosphäre und einem gekonnt gesetztem Arsenal an Soundeffekten erzeugt die Platte einen Sog, der nachhallt.
Textlich scheint es sich oberflächlich gesehen erst mal um B-Movies und Eskapismus zu drehen. Bei genauerem Hinhören passen die Lyrics aber thematisch durchaus in unsere Zeit. Es geht auch um Dinge, die einem dem Geist rauben. Aufs Heute übertragen um den Umgang mit der medialen Überforderung. So passen der Albumtitel und das Monster im Covermotiv gut ins Bild. Ebenso wie die oftmals klaustrophobisch klingende Gesangsstimme von Sänger Massimo. Also, alles nicht nur Retro, sondern auch in der Gegenwart behaftet.
Zeitgenössische Referenzen wie MOON DUO, WOODEN SHJIPS oder THE OSCILLATION auf der rockigen, aber auch Bands wie MGMT, TAME IMPALA, oder EMPIRE OF THE SUN auf der eher poppigeren Seite verschmelzen sich zu einem musikalisch abwechslungsreichen Album, das man, wie ich finde, nicht nur als Psych-Rock-Freund gehört haben sollte!

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