Rückblick. Jahr 2005. BLOC PARTY, KAISER CHIEFS und MAXIMO PARK brachten ihr erstes Album heraus und sorgten, zusammen mit FRANZ FERDINANDs Debüt aus dem Vorjahr, für einen Hype junger und neuer englischer Bands. Doch kann man 20 Jahre später den Hype noch nachvollziehen? Ist Paul Smith, Leadsänger von MAXIMO PARK, immer noch so ein Derwisch auf der Bühne wie damals?
Die Location war auf jeden Fall schon mal sehr fein. Das Erlanger E-Werk veranstaltet im Sommer immer die Kulturinsel Wöhrmühle. So um die zehn Konzerte gibt es dann, wobei zwischen JAN DELAY und MAX GIESINGER nur selten relevante Acts für mich dabei sind. Mitten im Grünen wurde ein kleines Festivaldorf aufgebaut und ganz schön geschmückt. Der Aufwand schlägt sich aber vermutlich im Preis nieder – 45 Euro sind schon ordentlich, oder vielleicht auch traurige Realität in der aktuellen Zeit.
MAXIMO PARK ließen ihre Fans auf jeden Fall etwas warten, bevor es um 20.30 Uhr mit „Girls who play guitars“ losging. Eigentlich ein perfekter Song zum Start, doch leider war das, was aus den Boxen kam, noch nicht wirklich bereit. Zu leise und schlecht abgemischt war das. Und leider sollte das auch noch bis ca. zur Hälfte des Sets anhalten. Bereit war aber dafür Paul Smith. Seine Dance Moves und Sprünge gab es von Anfang an. Dazu kamen sehr sympathische Ansagen, viele auch auf deutsch. Er ist halt durch und durch Entertainer und weiß, die Leute zu unterhalten. Konnte die Musik da mithalten? Für meinen Teil auf jeden Fall. Die alten Hits wie „The coast is always changing“ und „Apply some pressure“ natürlich sowieso, aber auch Songs der letzten beiden Alben, wie z.B. „Favourite songs“ und „Baby, sleep“ passten gut ins Set. Leider war nach 14 Songs schon Schluss, und die Band verließ die Bühne.
Doch es gab noch eine große Überraschung. Zur Zugabe kamen auf einmal an die 40 in schwarz gekleidete Menschen auf die Bühne und versammelten sich hinter neu aufgestellten Mikrofonen. Paul Smith stellte diese, wieder sehr charmant, als Indie-Kneipenchor vor. Gemeinsam gab es dann „Books from boxes“, wohl den bekanntesten MAXIMO PARK-Song. Und das war wirklich sehr schön. Rundum konnte man glückliche Gesichter beobachten, vor allem natürlich bei den Mitgliedern des Nürnberger Indie-Kneipenchors, für die bestimmt ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen ist.
Doch dann war wirklich Schluss. Und bei mir hinterließ das schon einen etwas faden Beigeschmack. Erstens sind 15 Songs nicht gerade viel, zudem war der Sound anfangs wie beschrieben nicht gut und mit „National health“ und „Limassol“ fehlten auch zwei Klassiker. Aber die positiven Seiten überwiegten definitiv. Nach FRANZ FERDINANDs nicht ganz so überzeugendem Auftritt beim Maifeld Derby (auch einem schlechten Sound geschuldet), haben MAXIMO PARK bewiesen, dass der Hype aus 2005 auch heute noch für ein gutes Konzert taugt.
