ANXIOUS – Little green house

 
Als Emo-/Post-Hardcore-Bands wie SAMIAM, JAWBREAKER oder TEXAS IS THE REASON Hochkonjunktur hatten, waren die Jungs von ANXIOUS vermutlich noch nicht einmal geboren. Trotzdem orientiert sich der Fünfer aus Conneticut eindeutig am Sound dieser Bands und legt mit „Little green house“ ein erstaunlich reifes Debütalbum vor. Detailverliebt und auf viel Abwechslung bedacht, haben sie hierfür zehn Songs aufgenommen, die sich mal in Nähe des Alternative-Rock tummeln („In April“, „More than a letter“), an anderer Stelle eher an der Schwelle des Hardcore zu verorten sind („Speechless“, „Let me“). Mit „Wayne“ flechten sie mittendrin zudem auch ganz locker ein Akustik-Stück ein, das die Energie des Albums keineswegs ausbremst, sondern vielmehr noch die Spannung auf das, was einen im Anschluss erwartet, in die Höhe schraubt. Insofern muss man kein Prophet sein, um ANXIOUS die Chance einer großen Zukunft vorauszusagen. Dass sie sich für ihr erstes Album fünf Jahre Zeit gelassen haben, spricht jedenfalls dafür, dass sie eine klare Vorstellung haben, wie ihr Sound klingen soll, und sich auch die nötige Zeit nehmen, ihre Ideen möglichst perfekt umzusetzen. Zudem haben sie mit Run For Cover Records ein Label im Rücken, das sich dank kräftiger Zugpferde wie MODERN BASEBALL, TITLE FIGHT oder zuletzt auch FIDDLEHEAD einer nicht zu unterschätzenden Aufmerksamkeit erfreut. Mal sehen, wohin die weitere Reise führt.
 

Bewertung: 8/10

Veröffentlichungsdatum: 21.01.2022

Über Bernd Cramer 1577 Artikel
Konzert-Junkie & Vinyl-Liebhaber. Schreibt über Musik, ohne zu Architektur zu tanzen.