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STANDSTILL – Die MOTORPSYCHO des Hardcore

Mit „The ionic spell“ veröffentlichten die fünf Spanier 2000 ja schon ein famoses Debüt, und es wurden gerne REFUSED und ATD-I zitiert. Der Nachfolger „Memories collector“ war etwas ruhiger, dafür griff man verstärkt auf Samples und ungewöhnliche Instrumente, wie Xylophone, Trompete, Cello und Melodica zurück. Dass mir der Release ihrer neuen Scheibe fast entging, kann ich im Nachhinein gar nicht verstehen. Dafür nahm ich aber glücklicherweise von ihrer Tour Notiz, und im Anschluss daran wurde man wieder darin bestärkt, dass STANDSTILL – egal, wie sehr sie sich auch verändern – einfach keine schlechten Sachen machen. Im Gegenteil: sie sind eine wahre Ausnahmeband!
Wo ihr schwedischer Support C’AARMÉ an diesem Abend steckte, wusste irgendwie keiner so genau. Nicht mal STANDSTILL selber. Vermisst hat sie wohl niemand so recht, auch wenn Olli und ich uns nach Philipp’s Verriss insgeheim ein wenig drauf gefreut hätten.
So ging es gleich mit STANDSTILL los, und die stellten von Beginn an unter Beweis, dass sie die momentan heißeste Band sind, was intelligenten Hardcore angeht. Fiel es einem zunächst noch schwer, in der dichten Wall of Sound einzelne Songstrukturen zu erkennen, so riss einen der volle Sound im Laufe des Abends dermaßen in seinen Bann, dass man sich wünschte, diese Konzert möge nie wieder aufhören. Auch wenn die neuen Songs noch einen Tick ruhiger sind als auf „Memories collecter“, fügten sie sich nahtlos ins Set ein. Dabei stellte Neuzugang Ruben klar, dass er Gitarrist Carlos, der kürzlich zu den wesentlich ruhigeren und poppigeren HALF FOOT OUTSIDE abgewandert ist, problemlos ersetzen konnte. Und auch die ausschließlich spanischen Vocals der neuen Songs wirkten keineswegs befremdlich, sondern unterstrichen eher die Eigenständigkeit der Truppe. Und als die sich endlos wiederholenden Gitarrenlinien und das sich langsam steigernde, abwechslungsreiche Schlagzeugspiel mich fast in Trance versetzt hatten, ich schließlich aufschreckte, und mich fragte, seit wann das Lied eigentlich so laut war, fühlte ich mich tatsächlich an die Meister der Improvisation erinnert – MOTORPSYCHO nur halt in lauter. Zum Abschluss gab’s dann noch den „Two minutes song“, der sich im Laufe der Jahre scheinbar zum „Hit“ der Band entwickelt hat, und zum Abschluss des Abends machte ich den oben erwähnten Missstand auch schleunigst wieder wett. Leute, seht Euch diese Band an und kauft ihre Platten, soweit ihr es noch nicht tut! Punkt! Aus!