LAST DAYS OF APRIL + FIGURINES – Musik für Mädchen

 
Ungewohnte Bilder beim Betreten des Molotow. Es sind fast genauso viele Mädels wie Jungs anwesend, und dann auch noch Frauen, von denen man nie im Leben erwarten würde, dass sie auf ein solches Konzert gehen, sondern die man viel eher am Neuen Wall und in derbst hippen Szene Läden im VIP-Bereich ansiedeln möchte. Dann haben die Frauenzeitschriftenartikel über LAST DAYS OF APRIL ihre Wirkung also nicht verfehlt. Und ihr Support, die FIGURINES aus Dänemark, musste sich ebenfalls nicht hinter den Schweden verstecken.
Sehr pünktlich um 21 Uhr klangen die ersten Akkorde durchs Molotow und leider so früh, dass einige Leute draußen davon noch gar nichts mitbekommen haben.
Selbst schuld. Eine Band wie die FIGURINES bekommt man nicht alle Tage zu sehen. Melodien ohne Ende, Harmonie und Dissonanz und alles so leicht und locker wie ein (man verzeihe den Witz) Knäckebrot. Auch wenn Sänger Christian heute einen eher zurückhaltenden Eindruck machte, die Band gab ihr Bestes und nicht nur Schlagzeuger Volle sondern auch einige Damen und Herren im Publikum waren durchaus textsicher. Das Programm bestand hauptsächlich aus Stücken der aktuelle CD „Shake a mountain“, wie „Bright“, „Debate cause its over“ oder „The danger“ dann gab es noch „The detour“ von ihrer Debüt EP. Nach ziemlich genau 30 Minuten war es dann viel zu früh vorbei. Stellt sich da nach 5 Konzerten schon der erste Verschleiß ein? Oder wollten sie nur schnell nach Dänemark zurück? Wer weiß es?
Auch zurück wollten an diesem Abend die LAST DAYS OF APRIL, handelte es sich heute doch um ihre letzte „If you lose it“-Show in Deutschland. Danach ging es zurück nach Schweden, um am nächsten Tag schon wieder nach England aufzubrechen, gefolgt von einem Gig in Japan, diversen Festivalauftritten usw. Von Ermüdungserscheinungen jedoch keine Spur! Vielmehr rockten und schwelgten sich die LAST DAYS OF APRIL durch ihr gesamtes Repertoire, das mittlerweile schon aus fünf Alben besteht. Überraschenderweise fügten sich die neuen Songs dabei nahtlos in die übrige Setlist ein, und eine wirkliche Änderung des Songwritings konnte dabei nicht ausgemacht werden – im Gegensatz zur aktuellen Platte. Sehr opulent arrangierte Songs, wie z.B. „Two hands and ten fingers“ fehlten zwar, dafür wurde diesmal aber nicht mehr auf das Keyboard verzichtet, was dem typischen LDOA-Sound gut zu Gesicht stand. Sänger Karl Larsson brillierte trotz einer gebrochenen Rippe durch einen glasklaren Gesang, und auch die neuen Gastmusiker machten während des kompletten Konzertes eine gute Figur. Im Zugabenteil wurde sogar noch ein wenig improvisiert bevor die glücklichen Zuschauer in die Nacht oder zum Hafengeburtstag verschwanden.