Pastewka – 1. Staffel

Ich bin ja nicht so der Comedy-Typ, ne? Na gut, ich gebe zu, dass ich einige Sachen von Stefan Raab doch schon ziemlich lustig fand und selbst über einige Ausrutscher der ganzen „Pleiten, Pech und Pannen“-Kopien auf den Privaten gut lachen konnte. Das sind allerdings die rudimentären Schadenfreude-Gene irgendwo in meinem Inneren, für die ich wahrlich nix kann. Die sogenannten Comedy-Shows der Marke „Was guckst Du“, „Freitag Nacht News“, „Die Camper“ und was da sonst noch so herumfleucht, erscheinen mir allerdings eher albern und platt als komisch.
Umso erheiterter war ich, als ich eines gelangweilten Freitag Abends bei „Pastewka“ reinzappte und hier versteckte Gags fand, die wie aus dem Leben gegriffene Pannen erscheinen und sich nach und nach zu einem wahren Fiasko auftürmen. Da glaubt eine Autofahrerin, mit der sich Pastewka in einen Unfall verwickelt, Ingolf Lück in dem Comedian wiederzuerkennen, und während Bastian den Schaden vor Ort finanziell regelt, zeigt die gute Dame anschließend Ingolf Lück natürlich wegen Fahrerflucht an. Dieser weiß noch nichts vom wahren Verursacher, trifft Pastewka aber zufällig im Krankenhaus und berichtet ihm sofort davon. Hm, was nun? Schuld eingestehen oder lieber doch nicht? Dann erst mal den leichteren Weg gehen, und prompt erfährt sein Kollege natürlich von anderer Seite, was sich wirklich abgespielt hat. Aber vorbei ist die Geschichte damit noch lange nicht. Die Autofahrerin stellt sich im Nachhinein als die vermeintlich neue Herzensdame seines Bruders heraus, worauf Bastian sich wundert „Wie? Ich dachte der Wagen gehört Ihrem Freund?“ und sein Bruder antwortet: „Wie? Du hast ’nen Freund?“ Ihr merkt schon, tausend kleine Sachen, die irgendwie zusammen spielen und am Ende ein großartiges Geflecht aus den kuriosesten Verstrickungen bilden. Und zuguterletzt ist Bastian seiner Freundin meist noch Rechenschaft schuldig, und versucht dann nicht selten in zwei, drei Sätzen, alles unter einen Hut zu bringen. Zwar sorgt die Serie nicht unbedingt für laute Lacher, dafür kann man sich ein ständiges Schmunzeln aber kaum verkneifen. Interessant dabei auch, wie Details aus vorigen Folgen später wieder aufgegriffen werden, denn im Grunde soll die Serie „Pastewka“ das private Leben des Comedians darstellen, samt Freundin, Vater, Bruder, Nichte, Managerin, Nachbarn und sonstigem Bekanntenkreis. Und so tauchen neben den ganzen Missgeschicken auch einfach mal nette oder amüsante Gespräche mit Bastians Freundin auf.

Die erste Staffel umfasst nun die ersten acht Folgen der Serie, und als kleiner Bonus sind auf einer zweiten DVD noch diverse Features wie „Making Of“, Audiokommentare und sonstige Beiträge enthalten, die irgendwie mit der Serie oder Pastewka zusammenhängen. Doch wo in den Serien sehr auf Details geachtet wird, wirkt das Bonus-Material eher stümperhaft zusammengestellt. Bei den Audio-Kommentaren hätte man sich viel mehr Mühe geben können, und was die Fernsehspots zu der Serie und der Kino-Trailer zu „Neues vom Wixxer“ hier verloren haben, weiß ich auch nicht so recht. Wirkt zusammengesucht wie jeder noch so kleine Bravo-Artikel einer zehnjährigen Boy-Group-Fanatikerin. Da hätte man besser auf die zweite DVD verzichten und den Preis somit um ein paar Euro niedriger halten können. Aber an der Qualität der ersten Staffel ändert dies natürlich nichts, und die ist wahrhaft köstlich!

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Bastian Pastewka


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Release:
15.09.2006