NAVEL – Neonoir

„Neonoir“ ist ein Brocken. Ein düsterer, zerrender. Noiserock, gepaart mit Blues und Garage, schwer verzerrt und gnadenlos Lo-Fi. Die Paten dieses Babys sind schnell identifiziert: BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB, JESUS & MARY CHAIN, LED ZEPPELIN, THE STOOGES („Fun house“). NAVEL machen das, trotz aller Zitate, richtig gut und haben ein paar wirkungsvolle Punches im Ärmel. Lediglich der akustische Hidden Track „Walking with the moon“ fällt mit seinem düsterem Folkfeeling aus dem Rahmen. Einziger Negativpunkt ist das ärgerliche, weil einfach nur nervig lärmige „Kobra the killer“, das sich NAVEL getrost hätten schenken können. Der Rest des Albums ist gerecht aufgeteilt in sieben schnelle Songs (das düstere „Can’t feel a thing“, das kompromisslos marschierende „Speedbox“, das recht eigene „Black days“, das eher konventionell retrorockende „Free land“, das schon erwähnte, nervige „Kobra the killer“, die stark an staubigen US-Wüstenrock à la SAND RUBIES erinnernde, aber gelungene Coverversion des NEIL YOUNG Klassikers „Rockin´ in the free world“ und eine der Hommagen an den BRMC „Rule to follow“). Ebenfalls sieben Songs sind betont langsam (das angeblueste „Invisible“, die völlig entschleunigte Coverversion von TOWNES VAN ZANDT´s „Hunger child blues“, die ebenso aus einem TITO & TARANTULA-Album stammen könnte und der schon erwähnte Hidden-Track), langsam und heavy (das sich sehr stark an BRMC orientierende, aber richtig gute „Blues on my side“ und der massive Brocken „Waiting travelling thinking“) oder zähfließend wie heiße Lava (der saucoole, superdüstere Zieher „Come into my mind“). Dazwischen gibt es lediglich zwei Midtempo-Nummern (das an BRMC angelehnte „Acid queen“ und das sich zum Ende hin immer weiter steigernde „It’s the road that makes the song“).
Man könnte jetzt noch ausführlich über die Einflüsse wie Rock, Noise, Blues, Punk, Garage, Folk, Psychedelica referieren, die in „Neonoir“ zu einer schmackhaften Melange verrührt wurden; man kann aber auch einfach sagen, dass Leute, die dem BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB durch alle Höhen, Tiefen und Umwegen treu geblieben sind, hier bedenkenlos zugreifen können, ja sollten. Alle anderen sollten lieber Kindergeburtstag feiern.

Bewertung: 8/10

Veröffentlichungsdatum: 28.01.2011