Kurz & schmerzlos (April – Juni 2016) – CD-Besprechungen in aller Kürze

Foto: Timo Neuscheler

Kürzlich stand ich an der Kasse eines Supermarktes, als von der anderen Seite eine Frau wortlos ihren Leergut-Bon auf den Tresen knallte. „Wollen Sie den nächsten Kunden nicht wenigstens fragen, ob er sie vorlässt?“ bemerkte die Kassiererin. „Dann dauert’s ja noch länger!“
Kann es sein, dass momentan eine generelle Unzufriedenheit angesagt ist? „Jetzt hup doch mal“, rät mir gerne ein guter Freund, wenn er mein Beifahrer ist und vor uns ein Auto in zweiter Reihe parkt. Genauso lässt sich in der Schanzenstraße regelmäßig beobachten, wie Biker genervt die Fußgänger vom Radweg klingeln. Dass der dortige Fußgängerweg für die Menge an Menschen viel zu schmal ist, ist ihnen egal und eine Geschwindigkeitsreduktion kommt nicht in Frage. Der Radweg gehört schließlich ihnen.
Helfen Unmutsbekundungen eigentlich wirklich weiter? Ist man anschließend zufrieden, wenn man Dampf ablässt und andere daran teilhaben lässt? Vielleicht wäre das Zusammenleben mit einer gewissen Höflichkeit und Rücksichtnahme wesentlich entspannter. Nur so eine Überlegung.
Ich weiß, dass eine fast schon ökumenische Anregung gerade in unserer Kurz & schmerzlos-Rubrik etwas gewagt ist. Naja, man lernt halt nie aus.

ATGH Red CarpetALL TO GET HER – „Red carpet“ (Label: Ambulance Recordings, VÖ: 01.04.2016)
(so) Ja, okay, Pop-Punk beschreibt schon sehr gut, was ALL TO GET HER machen. In den Fußstapfen von BLINK 182 (die sie allerdings noch nicht ganz auszufüllen verstehen) laufen die Schweizer auf ihren Gitarrenriffs gen Sonnenuntergang. Nett anzuhören, ohne dabei in extremem Maße zu strahlen, aber um eine Party in Schwung zu bringen, taugt die Musik auf „Red carpet“ allemal. (6)
http://www.atgh.ch

Angela Aux WrapANGELA AUX – Wrap your troubles in dreams (Label: Millaphon Records, VÖ: 13.05.2016)
(so) Im Stile der 70er Jahre ist dieses neue Album des Münchners ANGELA AUX arrangiert und wie man meint auch aufgenommen, denn hier klingt es ab und an doch recht garagig und nicht nach großer, teurer Abmischung. Was „Wrap you troubles in dreams“ allerdings ein hohes Maß an Authentizität verleiht, auch wenn dieses Wort schon ziemlich abgenutzt erscheint, hier trifft es. Gitarren treffen auf eine atmosphärische Stimme (und Stimmung), teilweise schleichen sich ein paar Streicher in die Gehörgänge, wobei man nie genau weiß, ob diese tatsächlich im Song zu hören sind, oder im eigenen Hirn entstehen. Wenn dann auch noch Percussion und elektronische Klangflächen hinzukommen, begeistert ANGELA AUX wieder auf völlig andere Art. Ein stimmiges, gelungenes Album. (7)
http://www.facebook.com/AngelaAux

kus_blackberries BLACKBERRIES – „Greenwich mean time“(Label: Unique, VÖ 27.05.2016)
(bc) Wenn man genau hinhört, kann man so einige Einflüsse im Sound der BLACKBERRIES ausmachen. Auf ihrer EP „Greenwich mean time“ finden sich ebenso Britpop-Wurzeln wie auch Krautrock- und Psychedelic-Einflüsse, die durch die hallige Produktion besonders in Szene gesetzt wurden. Trotz stellenweise verspielter Instrumentierung bleibt das Ergebnis aber immer eingängig und wirkt zu keiner Weise überfrachtet. Retro-Sound der angenehmeren Art! (6,5)
http://www.facebook.com/theblackberries

kus_darknessdevided DARKNESS DEVIDED – s/t (Label: Victory Records, VÖ 22.04.2016)
(bc) Metalcore ist nicht so mein Ding. Entsprechend schwer tue ich mich mit DARKNESS DEVIDED, zumal die Texaner dem Metal deutlich näher zu stehen scheinen als dem Hardcore. Brachialer Sound, der eher für Fans von Bands wie KILLSWITCH ENGAGE oder AS I LAY DYING als für das zarte Blueprint-Ohr gemacht ist. (4)

http://www.facebook.com/darknessdivided

esquela canisESQUELA – „Canis majoris“ (Label: Eigenregie, VÖ: 20.02.2016)
(so) Eher langweilige Americana-Platte im Stile der 50er/60er, inklusive obligatorischem Saxophon. Sehr amerikanisch, countryesk und irgendwie nicht ganz frisch kommt die Musik auf „Canis majoris“ herüber. Kann man sich aber super im nächsten American Barbecue-Restaurant als Hintergrundmusik vorstellen. Mehr wird daraus bei mir aber auch nicht, trotz gewonnener Playoffs in der Rock’n’Roll Hall of Fame. (3)

http://www.esquelatheband.com

KuS_farflungFARFLUNG – „5“ (Label: Heavy Psych, VÖ 27.05.2016)
(bc) Wenn eine Band prominente Musiker wie HENRY ROLLINS oder VOIVOD zu ihrer Fangemeinde zählt und bereits mit Musikern von QUEENS OF THE STONE AGE zusammengearbeitet hat, kann man vorab schon mal von einem nicht gerade niedrigen Qualitätsstandard ausgehen. Und tatsächlich spielen FARFLUNG ganz weit vorne in der Liga des psychedelisch angehauchten Heavy Rocks mit. Da kriegen Fans von HAWKIND weiche Knie und MONSTER MAGNET-Anhänger reißen sich spontan noch ne Büchse Bier auf. Wer es weniger retro mag, sollte hingegen die Finger von dieser Scheibe lassen. (6)
http://www.facebook.com/Farflung-official-Site-210883438782/

kus_guts-officialGUTS – „Eternal“ (Label: Heavenly Sweetness, VÖ: 01.04.2016)
(jg) Wie klingt es, wenn sich ein französischer HipHop-Produzent (u.a. auch bei ALLIANCE ETHNIK) mit kompletter Band zurückmeldet? Ungefähr so! Chillig, old schoolig, mit Einflüssen von Funk, R’n’B, Jazz und Soul. Und die HipHop-Fans kommen hier selbstverständlich auch auf ihre Kosten. Das gefällt! In der Türkei, Großbritannien, Schweiz, Frankreich und Belgien waren GUTS schon unterwegs, es folgen noch die Niederlande und Ibiza. Hoffen wir drauf, dass sie mit ihrer vielseitigen Musik auch hierzulande Station machen! (7)
http://www.facebook.com/GutsOfficial

Hans Solo HeadHANS SØLO – „Head in the air“(Label; Finest Noise, VÖ: 06.05.2016)
(so) Und wenn du dann denkst, puh, jetzt ist der erste Song endlich zuende – kommt das böse Erwachen. Es geht noch länger (fast 8 Minuten) und noch anstrengender. Denn HANS SØLO versuchen, alles richtig zu machen, machen dabei aber leider viel falsch. Ja, das ist nett gemachter Irgendwieso-Folk mit allen nötigen Zutaten, aber nett ist eben doch öfter die kleine Schwester von… na ja, wir wissen Bescheid. Ein Album, das groß klingen möchte, dabei aber leider die zugehörige Qualität vermissen lässt. Zu tiefenentspannt. (3)
http://www.facebook.com/hansfolk/

kus_jonasalaskaJONAS ALASKA – „Younger“ (Label: Popup-Records, VÖ 08.04.2016)
(bc) Popup-Records und Skandinavien sind eine sehr fruchtbare Verbindung, denn gefühlt jeder zweite Label-Act scheint aus dem Norden Europas zu stammen. So auch JONAS ALASKA. Auf „Younger“ präsentiert der Norweger seine ganz eigene Art des Songwriter-Pops: Mit vielen elektronischen Spielereien, schroffen Klangausbrüchen und seiner zugegebenermaßen etwas speziellen Stimme thematisiert er in Form eines Konzeptalbums das Erwachsenwerden, ohne dabei kitschig zu klingen. Für meine aktuelle Stimmungslage wirkt das Album allerdings eine Spur zu schwermütig. (6)
http://www.facebook.com/JonasAlaska/

klein bengal.KLEIN – „Bengal sparks“ (Label: Eigenregie, VÖ: 10.06.2016)
(so) Ein bunter Strauß an Musikrichtungen wird uns auf „Bengal sparks“ geboten. Mal sehr am Electro orientiert, mal am Americana, zwischendurch immer wieder funkig und insgesamt doch irgendwie Indie. Dieser Abwechslungsreichtum verhilft .KLEIN auch zu seiner Faszination, denn es gibt viel zu entdecken auf diesen satten 15 Songs. Kein Wunder, dass dieses Album eine lange Tragezeit hatte. Aber diese hat sich gelohnt, denn .KLEIN bietet Musik abseits des Mainstream, für die Innenseite des Kopfes. (7)
http://www.facebook.com/Listentoklein/

kus_knuckleboneoskarKNUCKLEBONE OSCAR – „King of Helsinki“ (Label: Stupido Records, VÖ 20.05.2016)
(bc) KNUCKLEBONE OSCAR kommen aus Finnland und treffen mit ihrem Album „King of Helsinki“ ziemlich genau das Dreiländereck zwischen Rock´n´Roll, Blues und Garagen-Punk. Die Routine und Professionalität, die sie dabei ausstrahlen, verwundert dabei wenig, wenn man sich vor Augen führt, dass die Band bereits seit 20 Jahren existiert. Denn eines wird in Stücken wir „Endless line of the wealthy ladies“ oder „Big boss man“ deutlich: Diese Jungs wissen, wie man Musik zum grooven bringt! (6)
http://www.facebook.com/knuckleboneoscar

kus_kor_flo-sssKORNELIUS FLOWERS – „Vintage hedonist“ (Label: SumoRex, VÖ: 03.06.2016)
(jg) KORNELIUS FLOWERS macht gute, alte Rockmusik der Marke TOM PETTY, DEEP PURPLE, und in Ansätzen schauen manchmal sogar SOCIAL DISTORTION um die Ecke, wenngleich die Musik von KORNELIUS FLOWERS und seiner zahlreichen Gäste für Punk ganz klar zu brav ist. Stattdessen werden auf dem ersten Soloalbum des SHANES-Masterminds aber munter Gitarrensoli gespielt, während im Hintergrund die Hammond-Orgel zu hören ist. Das wäre sicherlich auch was für meinen Vater gewesen. (6)
http://www.korneliusflowers.com

LEW – „Black feathers“ (Label: Danish Music & Entertainment, VÖ: 27.05.16)
(so) Liest man die Presseinfo, fragt man sich, wie wohl das erste Album von LEW geklungen haben mag, wenn es doch sehr elektronisch geprägt gewesen sein soll. „Black feathers“ jedenfalls ist ein sehr ruhig gehaltenes, stimmungsvolles Singer/Songwriter-Album, das von der Gitarre und der Stimme seiner Protagonistin, Sara Lewis Sörensen, lebt und getragen wird. Die zart und vereinzelt eingesetzten weiteren Instrumente verstärken und verschönern den Gesamteindruck noch ein wenig. Und das Ziel, dass das Album etwas mehr nach „live“ klingen sollte, ist LEW fraglos gelungen. (7)
http://www.facebook.com/lewmusic

kus_lovesexmachineLOVE SEX MASCHINE – „Asexual anger“ (Label: Lost Pilgrims, VÖ 03.04.2016)
(bc) Artwork und Sound dieser Veröffentlichung versprühen den dezenten Charme eines Schlachthofes. Die Sludge-Band aus dem französischen Lille fährt auf „Asexual anger“ schwere Geschütze auf, legt Wert auf unüberwindbare Gitarrenwände und eine Art von Gesang, die jeden HNO-Arzt entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lässt. Harter Tobak, gewiss – aber es soll ja auch Leute geben, die Roth-Händle ohne Filter rauchen… (4,5)
http://www.facebook.com/love6sex6machine6/

kus_mop_mop-llMOP MOP – „Lunar love“ (Label: Agogo Records, VÖ: 06.05.2016)
(jg) Eine Big Band um Andrea Benini, die Weltmusik mit Dub, Jazz, afrikanischen Elementen, Steel Drums und SANTANA-Gitarrensoli verbindet. Klingt krude? Ist es auch. Wobei Benini eine entspannte Mischung aus den verschiedensten Parts gelingt, die man sich eher im Mojo Club als auf dem Stadtfest nebenan vorstellen könnte. Der Sound ist warm, die Musik klingt nach Sommer. Man muss nur bereit sein, sich darauf einzulassen. (6)

http://www.facebook.com/mopmopofficial

Nightbird stNIGHTBIRD – „s/t“ (Label: Wantok Music, VÖ: 08.04.2016)
(so) Entschuldigung, aber das Cover dieses Albums erinnert mich zuallererst an Frau Mielke aus Papa ante Portas, nur mit Gitarre in der Hand. Die Musik ist dabei aber sehr viel schöner als der Charakter aus Loriots Film. Eine wunderschöne Stimme zwischen SINEAD O’CONNOR und TANITA TIKARAM auf ebenso wunderschöner Akustikmusik. Schöne Tracks für ruhige Stunden, oder solche, die es werden wollen. Genau das richtige Mittel, um in der stressigen Zeugniszeit zur Ruhe zu kommen. (7,5)
http://www.nightbirdishere.com

ONMENS_WitruimteONMENS – „Witruimte“ (Label: Finest Noise, VÖ: 08.04.2016)
(so) Hui, was haben wir denn hier? Industrial? Metal? Electro? Ein bisschen von allem, wenn man mich fragt. Die NINE INCH NAILS lassen deutlich grüßen. Belgien war ja bereits immer schon ein Tummelbecken für jegliche Form der etwas „brutaleren“ elektronischen Musik, und ONMENS bilden hier keine Ausnahme. Allerdings bleibt nach dem Hören von „Witruimte“ das Wort Lärm eher im Geiste als Genuss. Dennoch sicherlich ein Hinhörer für Freunde der harten elektronischen Beats mit metallischen Einflüssen. (5)
http://www.facebook.com/onmensbaar/

kus_palindrome-spPALINDROME – „Strange patterns“ (Label: Panta R&E, VÖ: 01.04.2016)
(jg) So langsam muss man für diese Musikrichtung eine eigene Schublade erfinden. Vielleicht Neo-Prog? PALINDROME kommen aus Österreich und machen technisch sehr versierte und musikalisch komplexe Musik, die ihre Einflüsse sicherlich bei Bands wie THE MARS VOLTA, BOSNIAN RAINBOWS oder LE BUTCHERETTES findet. Hier wird stetig zwischen den verschiedensten Stilen und Dynamiken hin und her gewechselt, allerdings sind die bewusst überladenen Kompositionen für den ungeübten Hörer oft nicht einfach zu hören. (6,5)
http://www.facebook.com/palindromemusic

kus_sir_coll-acSIR COLLAPSE – „(15.14mg) Audiofil citrate“ (Label: FinestNoise, VÖ: 03.06.2016)
(jg) Haha, ein Bandinfo, in dem im Grunde nur das exzessive Trinkverhalten der Bandmitglieder thematisiert wird. Sehr sympathisch! Musikalisch sollte man das nicht zwangsläufig vermuten, denn mit DIE KASSIERER haben SIR COLLAPSE nichts am Hut. Stattdessen orientiert man sich eher am Stoner-Rock mit dicken Wall of Sounds und poppigen Melodien, ganz wie man es auch von den QUEENS OF THE STONE AGE kennt. Und denen haben zu viele bewusstseinserweiternde Substanzen aus musikalischer Sicht ja auch noch nie geschadet. (6)
http://www.facebook.com/sircollapse

starwalkerSTARWALKER – „s/t“ (Label: Prototyp Recording, VÖ: 01.04.2016)
(so) Man hört auf dem selbstbetitelten Album von STARWALKER durchaus, dass hier AIR mit am Werk waren. Sphärisch, verschroben, entspannend, entrückt, verrückt, so klingt es uns hier entgegen. Auf Dauer kann das aber ganz schön anstrengend sein, dieses Entspanntsein. So ist es auch bei dieser CD, deren Cover eigentlich schon alles sagt. Überraschend sind allerdings die Gitarren, die interessant eingesetzt werden und STARWALKER manchmal nach OMD klingen lassen. Wie überhaupt ein gewisser 80er-Jahre-Heiligenschein über allen Songs doeses Albums strahlt. Nur, dass die Elektronik besser geworden ist. Insgesamt kein schlechtes, aber auch kein berauschendes Album. Dennoch entspannend. (5,5)
http://www.starwalkermusic.com

STA_Digital_CoverSTATIC FRAMES –“ s/t“ (Label: Noisolution, VÖ: 08.04.2016)
(so) Wenn hier kein kleiner Silberling sondern das originale Vinyl angekommen wäre, wäre das 60ies-Feeling wohl noch einprägsamer gewesen, das die STATIC FRAMES auf dem Opener ihres selbstbetitelten Erstlings erzeugen. Später erinnern sie dann verstärkt an RADIOHEAD, machen aber insgesamt Spaß. Experimentell mit nostaligischem Anklang. (6,5)

http://www.staticframes.com

kus_steelmadeSTEELMADE – „Love or a lie“ (Label: Timezone, VÖ 22.04.2016)
(bc) Oh nein, bitte nicht! STEELMADE spielen dermaßen vorhersehbaren Rock, dass man bereits nach dem ersten Stück weiß, wie der Rest des Albums klingt. Auf ein paar Dicke-Hose-Riffs folgen melodische Strophen, zwischendurch wird auch mal ein ruhiger Picking-Part eingebaut, und die obligatorische Ballade darf natürlich auch nicht fehlen. Dazu kommt noch ein Sänger, der eher bemüht als leidenschaftlich klingt. Bis zum Ende halte ich das nicht aus… (2)
http://www.facebook.com/Steelmade-1633491443564568

SUGARFOOT-differentSUGARFOOT – „Different stars“ (Label: Stickman Records, VÖ: 06.2016)
(so) Und gleich nochmal Rock, diesmal mit deutlich mehr Hang zum Blues und auch zum amerikanischen Folk, gar zum Country und Cowboyrock. Also eine ganz andere Schublade. Allerdings schwingen auch immer die fröhlichen Seiten der 60er Jahre mit, sodass man manches Mal auch an JOAN BAEZ oder BOB DYLAN erinnert wird. Besondere Vergleiche sind jedoch GRATEFUL DEAD oder die BYRDS, so viel steht fest und wird bereits in der Presseinfo dargelegt. Dabei kommen die Musiker aus Norwegen, klingen aber, als wären sie mitten in den USA aufgewachsen und zur (Musik-)Schule gegangen. (6)
http://www.facebook.com/sugarfoothome

superikone-zuckervaterSUPERIKONE – „Zuckervater“ (Label: RGK, VÖ: 22.04.2016)
(so) Oh, sind ECO zurück? „Zuckervater“ jedenfalls erinnert doch deutlich an „Hass und Liebe“ oder ähnliche Songs. Immer wieder schön, dass die harten Elektrobeats der Düsterszene nicht aussterben und dem Hörer das Herz wärmen, auch, wenn es nicht die Neuerfindung des Rades ist, so sind SUPERIKONE doch ein hübsches Stück EBM. Bei „1-2-3-Fear“ tragen sie DAFs „Tanz den Mussolini“ in die 2010er und das, ohne den Vergleich zu den frühen Helden scheuen zu müssen. „Zuckervater“ ist eine EP, die Lust auf mehr macht. Mehr Erinnerungen, mehr Nebelschwaden und mehr schwarz gekleidete Menschen. (7)
http://www.facebook.com/superikone

there will be blood hornsTHERE WILL BE BLOOD – „Horns“ (Label: Blues for the red sun, VÖ: 10.06.2016)
(so) Straighter Rock mit klarer Gitarrenbetonung und verrauschtem Gesang, viele Blueselemente, viele Soli – eben: Rock. Wie man ihn kennt und sicherlich teilweise auch liebt. Mir stellt sich insbesondere die Frage, wie man wohl einen Heiligenschein verbrennt. Von Zeit zu Zeit erinnern THERE WILL BE BLOOD an THE RAPTURE, dann wieder durch den Bläsereinsatz an Ska, können es auch a capella, bleiben aber, ich möchte es nochmals betonen: Rock. (5,5)
http://www.facebook.com/twbeblood

SumnerBros hellTHE SUMNER BROTHERS – „The hell in your mind“ (Label: Factor, VÖ: 25.09.2015)
(so) Wieder etwas sehr Amerikanisches, dieses Mal aber glücklicherweise mehr in Richtung BRUCE SPRINGSTEEN in düster und folkig. Schöne Lyrics, gute Stimmen, hervorragende Melodien, nicht zu viel, nicht zu wenig, von allem das richtige Maß. Und das trotz einiger Soli, aber auch diese sind gut gesetzt und nicht zu verspielt. Gelungen, was bei dem Nachnamen aber auch keine allzu große Überraschung ist. (6,5)
http://www.thesumnerbrothers.com

tiny fingers we areTINY FINGERS – „We are being held by the dispatcher“ (Label: Pelagic Records, 13.05.2016)
(so) Die Band aus Tel Aviv ist mit ihrem neuen Album mal wieder eine Herausforderung für jeden Rezensenten – bei diesem langen Albumtitel. Aber auch musikalisch gilt diese Herausforderung, denn die TINY FINGERS bieten kruden Elektro mit Spuren des Breakbeat und vor allem viel Wahnsinn. Sicherlich nicht jedermanns Sache. Eben eine Herausforderung. (4,5)

http://www.facebook.com/fingersmusic

KuS-underparts-ws_150x150UNDERPARTS – „Wild swimming“ (Label: Yo-Yo Records, VÖ: 10.06.2016)
(jg) Auch wenn die UNDERPARTS aus Köln ihre Wurzeln im guten, alten Indierock bei Bands wie DINOSAUR JR verorten, klingen sie in meinen Ohren eindeutig nach Emocore, wie er in den 2000er Jahren üblich war. Wilde Gitarren, eine scheppernde Produktion, der Gesang gerne ein wenig schief und mit zahlreichen Wohoooos und Ahhhhhs versehen. Hat ein bisschen was von HOT WATER MUSIC, noch mehr von YUCCA und ONLY IF YOU CALL ME JONATHAN. Wobei mich der deutsche Akzent in den englischen Vocals und die zwischendurch eingestreute, wie ein Keyboard klingende Gitarre doch ein wenig nerven. (5)
https://www.facebook.com/underparts

kus_Yvi-Wylde-tskYVI WYLDE – „The supersonic karma“ (Label: Timezone, VÖ: 06.05.2016)
(jg) Das Info sagt, dass YVI WILDE das Beste aus Glamrock, Disco und Blues durch den Mixer jagen und neu zusammenpanschen. Ich frage mich hingegen, warum man so merkwürdig zusammengebastelte Musik macht, und ob es wirklich noch zeitgemäß ist, sich möglichst sexy auf einem Retrostuhl zu räkeln, um ein paar mehr Platten zu verkaufen. Da höre ich mir doch lieber die wilde Kim an. (2)

http://www.facebook.com/YviWylde