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HOCH/TIEF – s/t

Dieses Album macht es mir, ehrlich gesagt, nicht besonders leicht, ein abschließendes Urteil zu treffen, denn HOCH/TIEF haben anscheinend mindestens zwei Gesichter. Über weite Strecken ihres Albums gibt es ziemlich durchschnittlichen Bilderbuch-Alternative-Deutschrock zu hören, dazu mit meist trivialen Texten und einem Gesang, bei dem sich mir die Zehennägel kräuseln. Doch dann wiederum hat die Band immer wieder gute Momente: "Alarm" oder "Ventil" beispielsweise sind richtig gute Songs, in denen die Band (allen voran der Gitarrist) plötzlich eine ausgeprägte Vorliebe für amerikanisch geprägten 90er Jahre Emocore à la SAMIAM oder TEXAS IS THE REASON offenbart; beim genaueren Hinhören findet man doch so manche Textzeile mit Substanz, und selbst der Gesang wird stellenweise erträglich und erinnert mich in diesen Momenten ein wenig an Frank Z. von ABWÄRTS. Doch immer, wenn ich anfange, mit HOCH/TIEF einigermaßen warm zu werden, biegen sie schon wieder mit irgendeinem unpassenden Crossover-Beat oder einem prolligen Hardrock-Riff um die Ecke. So wird der Bandname leider zum unfreiwilligen Synonym für die Qualität ihrer Musik: Ein ständiges Auf und Ab. Potential ist definitiv vorhanden, an der Umsetzung hapert es meiner Ansicht nach allerdings.

Bernd Cramer

Konzert-Junkie & Vinyl-Liebhaber. Schreibt über Musik, ohne zu Architektur zu tanzen.