HENRY FIAT’S OPEN SORE – Be aware of the mummies!

Wer die Kritik zur neuen Platte von HENRY FIAT’S OPEN SORE gelesen hat, wird gemerkt haben, wie sehr ich mich darüber gefreut habe, dass uns die Band mit ihrer Live-Performance in Bremen beglücken sollte. Eine halbe Stunde vor dem Ende des Pokalfinals zwischen Bremen und Aachen machten wir uns auf den Weg zum Tower, da man ja nichts verpassen wollte, was sich allerdings als Trugschluss erweisen sollte, da man im Tower das Konzert nicht vor weniger als dreißig Leuten, aufgrund des Spiels, beginnen wollte. Also blieb genügend Zeit zur Unterhaltung und gepflegtem Bier, während man sich das ausgelassene Treiben der Bremer Fans beim Stilllegen der Straßen vorm Bahnhof, nach dem Gewinn des Pokals ansehen konnte. Ein einziger Freudentaumel in Grün-Weiß, wohin das Auge auch blickte. Vom ohrenbetäubenden Jubel auf der Straße ging es dann in die von DEAN DIRG beschallten Räumlichkeiten der Tower Bar. Punkrock Stücke in knalligem Soundgewand und ANGRY SAMOANS-Tradition wurden hier geboten, inklusive MINOR THREAT-Cover, kurz und schmerzlos, einfach gut! Die SHAKIN‘ NASTIES lieferten in ihrer Heimatstadt einen routinierten und schwungvollen Gig ab, der das Publikum mitzureißen wusste.
Zwischendurch vertrieb ich mir die Zeit noch damit, mit dem Merchandising-Verkäufer von HENRY FIAT’S OPEN SORE die Fanartikel der Band auf einem A4-Zettel anzupreisen, was dann wie folgt klang: „Scheiß Fischköppe! Kaufen, kaufen, marsch, marsch!“. Ist nicht das Originellste, aber in dem Moment fand ich es halt irgendwie angebracht. Als HENRY FIAT’S OPEN SORE dann die Bretter der kleinen Tower Bar erklommen, trat genau das ein, was ich mir gewünscht hatte. Vier vermummte Schweden in Anzügen schmetterten uns ihre trashigen, schnellen Punker in exzellentem Soundgewand vor den Latz und machten dabei keine Gefangenen, die Peitschenhiebe saßen, und das Publikum war hingerissen. Bierfontänen, wohin das Auge auch blickte. Mein persönliches Highlight war „Heil hippie“, wobei doch jeder Song ein Highlight war. Biergetränkt und glücklich bin ich dann am nächsten Morgen aufgewacht, und dann, ja dann war da ja noch der Empfang des Pokalsiegers auf dem Marktplatz. Aber das ist eine andere Geschichte…