FISH BY FORCE – Anapher

Meinung 1: Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich ein Album von FISH BY FORCE vor ein paar Jahren bei newwind.de ziemlich verrissen hatte. Gefiel mir irgendwie gar nicht und klang wie Crossover mit diversen abstrusen Einflüssen.
Und im Grunde trifft diese vage Beschreibung auch heute noch zu. Es sind zwar einige neue Richtungen (Metalcore, Screamo, etc.) hinzugekommen, aber eigentlich mischt das Trio aus Saarbrücken auch ein paar Jährchen später noch die diversesten Stile munter durcheinander. Das klingt stellenweise wie SYSTEM OF A DOWN, dann wieder wie HARMFUL, und des öfteren wie verschiedene Sachen eines gewissen Herrn Patton. Und beim Gesang musste ich mitunter auch an Jello Biafra denken. Komlexität und Eigenständigkeit muss man den Jungs auf jeden Fall attestieren, denn richtig zu vergleichen sind FISH BY FORCE eigentlich nie. Interessant auch, dass die Gitarrensounds von Matthias noch immer per Keyboard erzeugt werden. Das einzige Problem ist, dass mir das Ergebnis auch 2005 noch nicht richtig gefällt. Zu unmelodiös und irgendwie auch nie mitreißend genug. Aber wer auf ungewöhnliche, aggressive Sounds steht, könnte bei FISH BY FORCE durchaus fündig werden. (4.5)

(hs) Meinung 2:: No guitars – no guitar sampling – no problems, so das Motto dieses Albums. Stirnrunzelnd nimmt man das zur Kenntnis, schwört jedoch Beton und Knochenbein, ganze Steilwände von Sechssaitern durch die Songs braten zu hören. FISH BY FORCE bewegen sich irgendwo in den tiefen Schluchten des Metals, dem Prog nicht abgeneigt. Mit z. T. erstaunlichen Ergebnissen, wie die saftigen Rocker „Tired“ und „The bullet“ oder die 13-minütige Flüssigmetallwelle „Seconds“ zeigen. Doch leider wird dieses Niveau nicht gehalten. In „Shells“ und „The first impression of dying“ rutscht man ins Blackmetal-Gefilde ab. “Thank you (it´s alright, I´m dead)” liefert Gebolze, und das wieder 13-minütige “Flowers” klingt wie PARADISE LOST auf ganz miesen Drogen. Das finale „Anapher“ liefert dann noch eine wirre Mischung aus Noiseattacken, Grunzgesang (wann wird so etwas endlich von der Geschmackspolizei verboten???) und Hörspiel. Man kann dem Saarbrücker Trio keinesfalls ihre Kompromisslosigkeit vorwerfen, aber die phasenweise Unhörbarkeit ihrer Ergüsse. Alles Geschmackssache, sorry, aber für mich sind hier gute Ansätze gandenlos niedergewalzt worden. Sicherlich gibt es dafür Freunde. Deshalb eine kleine Empfehlung an ISIS u.ä.-Jünger. An alle anderen: safe your ears! (5)

Bewertung: 5/10

Veröffentlichungsdatum: 28.02.2005