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EMILIANA TORRINI & THE COLORIST ORCHESTRA – Racing the storm

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Ursprünglich wollte die gebürtige Isländerin EMILIANA TORRINI nur ein paar Konzerte zusammen mit dem belgischen Kammerpop-Ensemble THE COLORIST ORCHESTRA spielen, die 2017 in einem gemeinsamen Live-Album mündeten. Doch selbst damit war die Zusammenarbeit noch nicht abgeschlossen, und so erscheint nun mit „Racing the storm“ bereits ihr zweites Album, bei dem sie erstmals zusammen komponierten und nicht nur neu arrangierten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Racing the storm“ bietet eine stilistische Vielfalt, die sich geschickt zwischen den Eckpunkten Folk, Indie, Pop, Rock, Trip-Hop, Electronica und Klassik bewegt. Dazu die Stimme von EMILIANA TORRINI, die sich meist zart und elfenhaft zeigt, wie von einem jungen Mädchen klingt (zum Beispiel in dem wundervollen Stück „Dove“ oder auch auf ihrer ersten Single „Right here“), an anderer Stelle so melancholisch erscheint, dass man in dem traurigen Stück „Smoke trails“ fast automatisch zu weinen beginnt. Aber „Rasing the storm“ ist keineswegs ein finsteres Album. Der von der Rhythmik griechisch anmutende Opener „Mikos“ erscheint recht verspielt, „A scene from a movie“ klingt genau so, wie es der Titel vermuten lässt, während „The illusion course“ zunächst atmosphärisch wirkt, während man sich im nächsten Moment auf einer Safari durch die afrikanische Savanne wähnt. Apropos Tropen: wer EMILIANA TORRINI nach wie vor mit ihrem Sommerhit „Jungle drum“ gleichsetzt, hat den musikalischen Werdegang der Künstlerin (u.a. mit SPOON, GUSGUS und THIEVERY CORPORATION) wahrscheinlich nicht verfolgt und wird ihrem umfassenden Wirken auch nicht gerecht. Ihr neues Album „Racing the storm“ zeigt fassettenreich auf, wie farbenfroh und einladend Musik ausfallen kann, wenn die passenden Künstler/innen zusammenfinden.

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