AIDEN JOHN MOFFAT – I can hear your heart

Gute Zeiten für Fans der vor etwa anderthalb Jahren aufgelösten ARAB STRAB. Unlängst erschien das erste Solo-Album (unter eigenem Namen) ihres Sängers AIDEN JOHN MOFFAT, und auch das mittlerweile vierte Album von MALCOLM MIDDLETON ist bereits veröffentlicht. Leider verbietet es die Technik, dass ich hier beide Alben in einem einzigen Artikel bespreche, also bitte der Reihe nach.
„I can hear your heart“ von AIDEN JOHN MOFFAT ist kein Songwriter-Album, sondern vielmehr eine Sammlung von kurzen, collagenhaft zusammengestellten Texten, zum Teil in Gedichtform, zum Teil als Prosa vorgetragen. Den Beginn muss allerdings der Hörer selbst erledigen und die im Booklet abgedruckte Kurzgeschichte „Poop“ lesen, die den ersten Teil dieses Album bilden soll. Auch wenn inhaltlich kein direkter Zusammenhang zu den zwei Dutzend, meist nur ein- bis anderthalbminütigen Stücken auf der CD besteht, so soll diese Geschichte einstimmen auf das, was den Hörer auf ihr (dem zweiten Teil des Albums mit dem Titel „Loop“) erwartet.
Untermalt werden diese Stücke von Musik der unterschiedlichsten Stilrichtingen, da finden sich opulent arrangierte Orchesterparts, die wie Fimmusik aus den 50er Jahren anmuten, Störgeräusche, vereinzelte Gitarren oder Streicher, manchmal reicht auch seine Stimme mit ihrem herrlichen Akzent allein. Auch eine Coverversion hat Moffat dabei, nämlich „hungry heart“ von BRUCE SPRINGSTEEN, bei dem er sich jedoch auf den Refain beschränkt.
Thematisch widmet sich MOFFAT seinen schon aus ARAB STRAB-Zeiten bekannten Lieblingsthemen, insbesondere den verschiedenen Aspekten von SEX und dem übermäßigen Gebrauch von Alkohol. Seine Sprache ist wie immer sehr direkt, nicht selten raubeinig, einem Bukowski nicht unähnlich, in gleichem Maße aber auch einfühlsam und nachdenklich. Insbesondere die abschließende elfminütige Geschichte „Hilary and back“ zeigt, welch ein brillanter Beobachter und Erzähler MOFFAT ist.
„I can hear your heart“ ist ein durchweg gutes, stimmiges Album geworden, das den Hörer zu gleichen Teilen unterhält und fordert. Bei aller Wehmut um die aufgelösten ARAB STRAB: Es ist schön, dass er endlich die Zeit hatte, es fertig zu stellen.

Bewertung: 8,5/10

Veröffentlichungsdatum: 01.02.2008