You are currently viewing THE MOST SERENE REPUBLIC  – Population

THE MOST SERENE REPUBLIC – Population

Ach, ist das schön! Hat alles, was die nerdige Indieseele betört: poppige Leichtigkeit, trotz prog-rockiger Anleihen, harmonisch zweistimmiger Gesang, der von orchestralen Höhenflügen abgelöst wird. Anspieltipp ist erst mal der Song „Sherry and her butterfly net“.
Und dann gibt es Stücke, da wird einfach ganz auf Gesang und Tralala verzichtet, und die Instrumentierung braucht tatsächlich auch allen Platz. Zum Beispiel ist „A mix of sun and clouds“ ein reines Instrumental und überrascht durch einen jazzigen Einstieg, der dann einen Touch AIR bekommt. Easy Listening und durchaus pathetische Popmusik sind hier kein Widerspruch; ebenso harmonieren der Gesang von Emma Ditchburn und Adrian Jewett hervorragend. Bei „Solipsism millionaires“ gibt es diesen unglaublich psychotischen Hintergrundgesang, der erst mal im Ohr kleben bleibt. Ich würde sogar behaupten, dass die sechs Kanadierinnen und Kanadier auch noch gute Texte schreiben, jedenfalls kriegen sie von mir für die Zeile „Oh! Can’t you see that efficiency can’t free you“ schon mal ein Lob. Ist eben nicht alles fitter, happier und more productive.
Tatsächlich erklärt Keyboarder Ryan Lessen „Population“ auch zu einer Art Dystopie-Roman: das Album sei „the one in between that celebrates the negatives of everything“. Große Worte, aber „Population“ kann auch glatt als ein großes Album bezeichnet werden.
Diese tolle Band ist übrigens zu Recht auf dem coolen kanadischen Arts & Crafts-Label. Hier sind auch STARS und BROKEN SOCIAL SCENE zu finden – für letztere Band hat sich ja der respektvolle Titel „Supergroup“ durchgesetzt. Vielleicht, vielleicht kratzen THE MOST SERENE REPUBLIC schon ein bisschen am Thron und werden die neue kanadische Supergruppe.