TACKLEBERRY – Call me green

Neues aus dem Hause Zeitstrafe, wo ich mir so langsam echt mal ein Abo bestellen sollte. Diesmal erblickte wieder ein lupenreines Hardcoreknüppel-Album das Licht der Welt. Fein, fein! „Call me green“. Hmm, grün – Politisch jetzt? Oder von wegen Hoffnung? Grün hinter den Ohren? Sick? Oder was will uns Eugene Tackleberry hier mit auf den Weg geben? Ich nehme mal alles, ohne Gewähr. Wobei, wirklich grün hinter den Ohren dürften die zwar noch jungen Kieler nach 250 Shows wohl nicht mehr sein. Leider kam ich noch nie in den Genuss.
Sich nach Police Academy-Charakteren zu benennen, ist jedenfalls schon mal höchst sympathisch. Album eingelegt und verstanden, warum gerade Tackleberry. Als stünde dieser verrückte Kadett höchst persönlich wahnsinnig grinsend, mit Pump Gun wild umher ballernd in meinem Zimmer, wird hier losgeknüppelt. Innovativ? Nö. Aber dafür von Herzen mit unglaublicher Spielfreude, auf eine mitreißende, befreite, ehrliche Art und Weise wie man sie eher selten zu hören bekommt bei dem ganzen hochpolierten Posermurks. Wer mir so überzeugend vergrämt „let the change begin“ ins Gesicht brüllt, dem kann ich nur sagen: „ich wär soweit“. Dann noch das für mich wichtige Quäntchen Harmonie hier und da in den Gitarren, ab und an ein Hauch Melodie in der extremst an einen heiseren Axl Rose erinnernden Schreistimme, und ich bin begeistert. Aber auch erleichtert, dass ich nach gut 22 Minuten einmal durchatmen darf, bevor die zweite Runde beginnt. In „Good old blinders can’t be wrong“ lässt einen die Abwechslung im Gesang zwar kurzzeitig positiv aufhorchen (59 TIMES THE FUCKING PAIN lassen grüßen), aber ansonsten wird der heisere Axl durchgehend schon etwas anstrengend.
Abgesehen von „Get the party started (without me)“ würd ich keinem weiteren Song das Prädikat „hitverdächtig“ aufdrucken. Wer jetzt fragt: „Äh, Hallo? Und was ist mit „Me and the pistkit“ ?“, dem möchte ich noch ein kleines wahres NOFX-Zitat mitgeben: „Between A.F.I. and THE OFFSPRING I don’t think we need anyone else to sing any more whoas!“ Im Pit demnächst werd ich das aber bestimmt eh vergessen haben.

Bewertung: 8/10

Veröffentlichungsdatum: 07.01.2008