SABOTEUR – Release-Party

Ich muss der Tatsache wohl ins Auge sehen, mich ernsthaft verliebt zu haben. Was ich auf dem Dockville noch den frühlingshaften Temperaturen angelastet habe, kann ich jetzt vor mir selber nicht mehr leugnen – Peter Tiedeken ist das, was man gemeinhin wohl als „überaus charismatischen Frontmann“ bezeichnen würde. Das wäre ja an sich nicht weiter erwähnenswert, wenn er nicht auch eine ebenso überaus charismatische Band hätte, die mal eben mit ihrem Debütalbum „A place where painters meet“ ein Brett rausgehauen hat, das man so wohl eher in New York als Hamburg erwarten würde. So verwundert es wenig, dass der Teil des Publikums, der nicht mit Tanzen oder exzessivem Auf-der-Stelle-Wippen beschäftigt ist, leise SONIC YOUTH und PAVEMENT wispert. Um die Formalitäten nicht zu vergessen bleibt zu erwähnen, dass sich SABOTEUR in den vergangenen Jahren eine immense Live-Qualität angeeignet haben, so dass ich mir wirklich manchmal unsicher war, auf einer Erstlings-Release-Party zu sein. Auch Jan-Eike Michaelis‘ Ausscheiden und der damit verbundene Wechsel von Matthias Knoop an die Gitarre und Alex von SCHROTTGRENZE ans Schlagzeug wirkt so, als wäre nie etwas gewesen. Gerade dessen Spiel wollte ich ja auch noch als besonders positiv hervorheben… Uaaargh, ich glaube, ich habe selten eine solche Lobhudelei abgelassen. Schlussendlich bleibt nur noch zu sagen: wer die Möglichkeit hat, SABOTEUR zu sehen, sollte diese auf jeden Fall nutzen.