RAL PARTHA VOGELBACHER – Shrill falcons

Einer der merkwürdigsten Bandnamen, den ich seit Ewigkeiten gehört habe. Zugegeben, gesprochen klingt er runder als er auf den ersten Blick aussieht. Hinter dieser Band aus San Fransisco verbirgt sich ein Zusammenschluss aus Chadwick Biswell und den Musikern der Band THEE MORE SHALLOWS, hier sei in serster Linie Dee Kessler genannt, der hier mit „Shrill falcons“ bereits seinen dritten Longplayer ins Rennen schickt.
Wunderbar beginnt diese Platte mit dem Stück „Three more gorges“, einem schönen Indie-Hit mit überschwänglicher Melodie. Weiter geht es mit „Messy artist“, das ebenso fesselnd ist, hier mischen sich tolle Gitarren unter geschickt eingesetzte Elektronik. Bedrohlich geht es weiter, das instrumentale „Aeroflot“ baut eine düstere Spannung auf, die sich in mehreren Noise-Attacken entlädt, bevor „Birthday in beijing“ wieder etwas Ruhe ins Spiel bringt.
Dem Presse-Info ist zu entnehmen, dass es während der Aufnahmen zu diesem Album zwischen den beteiligten Musikern des öfteren Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Sounds gab. Dort war zu lesen, dass Chad Bidwell zu der Zeit sehr viel Drone-Rock-Zeugs gehört hat und scheinbar auch ein großes Interesse hatte, dies in die Platte einfließen zu lassen. Nachzuhören ist dies zum Beispiel in „New happy fawn“, einem sicherlich okayen Stück, das aber leider nicht recht in das Album passen will. Diese Zerrissenheit ist dem Album an weiteren Stellen anzuhören und trübt etwas den eigentlich guten Gesamteindruck.
In den poppigen Momenten entfalten RAL PARTHA VOGELBACHER für meinen Geschmack ihre wahren Qualitäten, in „Garden assault“ zum Beispiel oder den angesprochenen ersten Stücken, wo sie ein sicheres Händchen für gute Melodien beweisen, die man sofort mitsingen möchte. Nicht, dass ich etwas gegen Drone-Sounds hätte, ganz im Gegenteil, aber meiner Ansicht nach verkaufen sich RAL PARTHA VOGELBACHER hier eindeutig unter Wert. Nächstes Mal also bitte vorher entscheiden.

Bewertung: 6,5/10

Veröffentlichungsdatum: 31.03.2006