MR. REVIEW – XXV

Wenn man ehrlich ist, hat die europäische Ska-Szene in den letzten Jahren nicht allzu viel neue Bands hervorgebracht, die durch hohe Qualität überzeugen konnten. Ab und zu schwappt mal eine talentierte neue Band aus England hier rüber, wie etwa THE BABYLON WHACKERS oder BUSTER SCHUFFLE, aber die Bands aus diesem Bereich, die in den letzten zehn Jahren neu dazukamen und einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen haben, kann man letztendlich an einer Hand abzählen.
Umso erfreulicher ist es in diesem Zusammenhang, dass auf die alten Haudegen von MR. REVIEW Verlass ist! Nach der zwischenzeitlichen Umbenennung in RUDE & VISSER präsentiert sich das holländische 2Tone-Urgestein wieder unter seinem alten Namen und vor allem in bestechender Form, wobei man fairerweise erwähnen sollte, dass „XXV“ in den Niederlanden bereits pünktlich zum 25jährigen Bandjubiläum im Jahre 2010 erschienen und nun mit einiger Verzögerung via Pork Pie auch hierzulande erhältlich ist. Nichtsdestotrotz: Mit schmissigen Melodien und messerscharfen Bläsersätzen wissen die zehn Songs durchgängig zu begeistern und bestechen zudem durch ihre unwiderstehliche Gute-Laune-Garantie, die trotz einer gelegentlichen melancholischen Grundstimmung zu Tage tritt. Während Songs wie „Lost along the way“, „Where the carpark ends“ oder „Take him out“ steil nach vorne gehen, zeichnen sich andere Stücke wie „Far away from home“ und „Short way home“ durch ihre extreme Tanzbarkeit aus, so dass letztendlich auch für genügend Abwechslung gesorgt ist. Zu guter Letzt gibt es als Bonustrack noch einmal das bereits erwähnte „Where the carpark ends“ auf Niederländisch, sowie eine zusätzliche Dub-Version des Instrumental-Stücks „Red rum raid“. Ob diese beiden Zugaben allerdings tatsächlich nötig sind, darüber mag man sicherlich geteilter Meinung sein. Ungeachtet dessen zählt „XXV“ für mich zweifelsfrei zu den absoluten Ska-Highlights der letzten Jahre!

Bewertung: 8/10

Veröffentlichungsdatum: 03.02.2012

Über Bernd Cramer 1594 Artikel
Konzert-Junkie & Vinyl-Liebhaber. Schreibt über Musik, ohne zu Architektur zu tanzen.