MÄKKELÄ´S TRASH LOUNGE – The penguin EP

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Selten war und ist ein Projektname so treffend gewählt, und doch ringt man nach Worten. Hier prallen Stile aus allen musikalischen Himmelsrichtungen aufeinander. Mal sind es Folkgitarren, mal ein Akkordeon oder kleine Beat-Loops. Das ganze ist schon im Singer/Songwriter-Universum anzusiedeln, tendiert aber eher in Richtung WAITS als BENSON. Beim Opener „The penguins of notting hill gate“ wähnt man sich für einen Moment noch in einer neuen OASIS-Scheibe, um diesen Eindruck dann aber ganz schnell und für immer zu verlieren. Vielmehr meint man hier den legitimen Nachfolger von BOOMTOWN RATS „I don´t like mondays“ vor sich zu haben. Unterstützt wird der Herr MÄKKELÄ hier von Pete Brookes und Roger Winslet. Es folgt „Christopher walken day“. DESERT PLANET spendierten hierfür einen kleinen E-Beat-Loop. Herausgekommen ist ein sphärischer Popsong mit SPRINGSTEENscher Dramatik. Mit „Pop city revisted“ findet sich eine fast rockige Neuinterpretation eines Songs von MÄKKELÄ´s Debüt „Anglegold pike´s view“ aus dem Jahre 2003 auf dieser EP. Die restlichen drei Stücke sind Coverversionen. Zuerst wagt sich MÄKKELÄ zusammen mit dem Akkordeonisten Erich A. an eine Interpretation des JOHN CALE Klassikers „Paris 1919“. Sehr ruhig und getragen, aber gelungen. „Stupid southern wedding“ ist im Original von MATT EVERETT (einem Sideman von u.a. WILL OLDHAM) und in der hier gespielten Version eine spröde, beatlose Einschlafballade. Schlussendlich gibt es mit „Floozy with an uzi“ noch einen alternativen Country-/ Folk- /Bluesschleicher, basierend auf einem Text aus dem Roman „Vineland“ von Thomas Pynchon.
„The penguin ep“ ist durchaus ambitioniert zu nennen, stellt mit seinem Sammelsurium an Stilblüten aber eher etwas für Freunde des LoFi-Pop-Songwriter-Außenseitertums dar.