HARD-FI – Eigenwilliger Cocktail

Erfreulich, dass bei den wenigen Konzerten in diesem Sommer zumindest deren Qualität ausgesprochen hoch ist: Der Auftritt von HARD-FI im Molotow konnte dies eindrucksvoll belegen. Die noch recht junge Band um Richard Archer aus England wusste zu überzeugen mit einer eigenwilligen Mischung unterschiedlichster musikalischer Einflüsse: BLUR, THE STONE ROSES, HAPPY MONDAYS auf der einen Seite; auf der anderen Frühneunziger Disko-Nummern á la FELIX, HADDAWAY, dazwischen dann noch Punk-Einflüsse oder schräges Zeug wie CLINIC; nicht zu vergessen die verschiedenen Reggae- und Rapeinlagen. Was nicht unter einen Hut zu bringen scheint, gelingt den Briten spielend leicht! Noch dazu wirkt das alles erstaunlich rund.
Sicherlich trug zur Ausstrahlung von HARD-FI auch das charismatische Gesicht von Richard Archer bei: Seine eng zusammenliegenden blauen Augen, seine üppigen und beinahe zusammengewachsenen Augenbrauen verleihen ihm einen intensiven Blick, dem das Publikum sich nur schwer entziehen kann.
Rund zweihundert haben es miterlebt, tatsächlich miterlebt, nach anfänglichem Zögern trauten sich die Gäste zu tanzen und den Animationen von Archer zu folgen – es wurde mitgeklatscht. Schon lange war das so im Molotow nicht mehr gesehen, gilt es unter den Hamburgern doch als eher verpönt.
Um so trauriger, dass nach einer Dreiviertelstunde bereits Schluss sein sollte, nicht eine Zugabe wurde gestattet.
Oder besser gesagt: Die folgt im Oktober, die Zugabe, wenn HARD-FI nämlich erneut im Molotow für Stimmung sorgen werden!