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		<title>DANIEL BENYAMIN &#8211; Life after Music</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simon-Dominik Otte]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2026 16:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Leben wir tatsächlich schon in der Zeit &#8222;nach der Musik&#8220;? Sind KI-generierte Walsongs voller unechtem Pathos tatsächlich die Zukunft dessen, was wir alle Musik nennen oder genannt haben? Es steht zu hoffen, dass nicht &#8211; und dass sich die Kunst, wie sie DANIEL BENYAMIN auf seinem zweiten Soloalbum präsentiert, eben doch durchsetzen wird. Das Album [&#8230;]</p>
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<p class="has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background">Leben wir tatsächlich schon in der Zeit &#8222;nach der Musik&#8220;? Sind KI-generierte Walsongs voller unechtem Pathos tatsächlich die Zukunft dessen, was wir alle Musik nennen oder genannt haben? Es steht zu hoffen, dass nicht &#8211; und dass sich die Kunst, wie sie DANIEL BENYAMIN auf seinem zweiten Soloalbum präsentiert, eben doch durchsetzen wird. <br>Das Album beginnt fast monströs düster, ehe es sich dann wieder in die bekannteren, eher singersongwriterischen Gefilde begibt (&#8222;The truth about lying&#8220;). Aber eines wird sehr schnell klar: Die Stärken von &#8222;Life after music&#8220; liegen in den synthiegestützten Songs, die einen leichten Hang hin zum Wave haben, ohne dabei allzu dark zu werden. Der Begriff des Ghost Pop, wie ihn DANIEL BENYAMIN selbst nutzt, erscheint durchaus berechtigt und wohl gewählt. Der Künstler setzt dem stetigen Rauschen unserer Welt ein melodiöses, schwingendes Klingen entgegen, das uns leicht ins Träumen zu versetzen versteht und so Abstand gewinnen lässt vom Lärm des Alltags, der auf unterschiedliche Arten zu stressen weiß.<br>Nicht nur ist &#8222;Life after music&#8220; ein Pamphlet für die Musik an sich, nein, DANIEL BENYAMIN hat sich auch der Nachhaltigkeit der Kunst verschrieben, bspw. indem er die Initiative Ghost Palace Artist Society (mit)gegründet hat, die ein bedingungsloses Grundeinkommen für Künstler:innen anstrebt. Bedingungslos ist auch das, was er uns musikalisch bietet. Zwischen Ruhe, Erholung, Anspannung und Einsamkeit lässt uns der Künstler hin und her springen, wandern und fliegen. Musik, die nicht dafür gedacht ist, nebenher zu plätschern, sondern sich Gehör verschaffen möchte und sollte. <br>Solange es Musiker:innen wie DANIEL BENYAMIN gibt, muss man sich eigentlich um das Überleben der Musik keine Sorgen machen. Immerhin. </p>



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		<title>FOLLIA &#8211; Verrutscht</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/follia-verrutscht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simon-Dominik Otte]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 10:36:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schweizerdeutsch wirkt ja einfach sofort sympathisch. Selbst dann, wenn es sich inhaltlich um überhaupt nicht sympathische Themen dreht, wie es bei FOLLIA durchaus einmal vorkommen kann. Die Schweizerin, die ihre neue EP &#8222;Verrutscht&#8220; in Berlin aufgenommen und produziert hat, beschäftigt sich mit den Themen, die uns eigentlich alle betreffen, mal näher, mal ferner: Macht und [&#8230;]</p>
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<p class="has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background">Schweizerdeutsch wirkt ja einfach sofort sympathisch. Selbst dann, wenn es sich inhaltlich um überhaupt nicht sympathische Themen dreht, wie es bei FOLLIA durchaus einmal vorkommen kann. Die Schweizerin, die ihre neue EP &#8222;Verrutscht&#8220; in Berlin aufgenommen und produziert hat, beschäftigt sich mit den Themen, die uns eigentlich alle betreffen, mal näher, mal ferner: Macht und Ohnmacht, wie sie in &#8222;Zündhölzli&#8220; gespiegelt wird, die Liebe in ihren verschiedensten Formen, wie es &#8222;Fieberliebe&#8220; und der Titelsong besingen und auch die Welt in all ihren verrückten, verrutschenden Geschehnissen, die wir alle miterleben (müssen), was in &#8222;Tausend Hälften&#8220; &#8211; in sehr schwungvoller, fast weltmusikalischer Art &#8211; dargelegt wird. <br>Dabei spielt FOLLIA etwas, das sich Kontra-Pop nennt (man lernt wirklich nie aus, wie viele Schubladen es im Musikschrank gibt!), ihre Stimme und in erster Linie der Kontrabass bilden die Basis für die Songs, in die sich dann noch zarte Synthesizer und ein entspanntes Barpiano schleichen. Man merkt der Musik durchaus an, dass ihr Mastermind Lia Maria Neff eine studierte Musikerin ist, immer wieder leuchtet der Begriff &#8222;Kunstlied&#8220; auf &#8222;Verrutscht&#8220; auf, ohne dabei aber anstrengend oder enervierend zu werden. Vielmehr zeigen sich die Melodien und insbesondere auch die Gesangslinie als besonders und auch besonders interessant, nichts, was man überall und immer hören kann. <br>&#8222;Verrutscht&#8220; ist ein zumeist ruhiges, dennoch inhaltlich aufbrausendes Werk geworden, mit dem FOLLIA in fünf Songs ihre gesamte Bandbreite des Könnens zeigt und damit durchaus zu begeistern versteht. Eine EP, um sich mit ihr zu beschäftigen, nicht, um sie nur nebenbei zu hören.</p>



<p></p>



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<p class="responsive-video-wrap clr"><iframe loading="lazy" title="Zundhölzli - Follia" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/BiyR62D0i_c?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Zwischen Abschied und Aufbruch: Timo Kumpf über das Maifeld Derby und neue Formate</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/zwischen-abschied-und-aufbruch-timo-kumpf-ueber-das-maifeld-derby-und-neue-formate/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Emil Drexler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 13:18:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[bp_highlight]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für viele Festivalbesucher:innen war das Maifeld Derby in Mannheim über Jahre hinweg ein Fixpunkt im Kalender – ein Ort für sorgfältig kuratierte Lineups jenseits des Mainstreams, mit Gespür für Trends, bevor sie Trends wurden. 2025 fand das Festival in seiner bisherigen Form ein Ende. Ganz verschwunden ist es allerdings nicht: In Heidelberg steht Ende Mai [&#8230;]</p>
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<p class="has-white-background-color has-background">Für viele Festivalbesucher:innen war das Maifeld Derby in Mannheim über Jahre hinweg ein Fixpunkt im Kalender – ein Ort für sorgfältig kuratierte Lineups jenseits des Mainstreams, mit Gespür für Trends, bevor sie Trends wurden. 2025 fand das Festival in seiner bisherigen Form ein Ende. Ganz verschwunden ist es allerdings nicht: In Heidelberg steht Ende Mai eine kleinere, eintägige Ausgabe an, seit Monaten ausverkauft. Und auch für den 15. August kündigt sich bereits Neues an – noch ohne konkrete Details.<br>Für uns vom blueprint-fanzine Grund genug, mit Timo Kumpf zu sprechen, dem Kopf hinter dem Maifeld Derby. An einem vorsommerlichen Montagabend telefonierte unser Autor Emil mit ihm – während sich Timo parallel einen Spaziergang gönnte. Es wurde ein Gespräch über Improvisation, Erinnerungen, politische Grenzlinien und die Frage, wie es weitergeht.<br><br><strong>Du hast in den letzten Wochen immer wieder ein „Save the Date“ für den 15. August gepostet. Was steckt dahinter? Mein Maifeld Freundeskreis und ich fragen uns jetzt alle, was du da geplant hast. Da Du dem Ganzen den Titel „Holidays Dehäm“ gegeben hast, kam schon aus Spaß die Frage auf, ob du BÜLENT CEYLAN mit musikalischer Begleitung von GRINGO MAYER engagiert hast.</strong><br>Ach Quatsch, natürlich nicht. Es wird im Grunde noch mal so etwas wie die Heidelberger Ausgabe – nur dürfen wir aktuell weder Ort noch Details nennen, weil wir noch auf Förderzusagen hoffen. Würden wir das vorher veröffentlichen, wäre die Förderung futsch.<br>Da die Veranstaltung in Heidelberg „Edition“ heißt, wird das im August dann „Amüsement“ heißen – einfach, um es klar vom „Derby“ abzugrenzen. Es gab nämlich schon falsche Pressemeldungen, dass das Maifeld Derby jetzt nach Heidelberg zieht.<br><br><strong>Dann lass uns über die „Edition“ am 23. Mai sprechen. Wie ist der aktuelle Stand und wie zufrieden bist Du mit der Entscheidung, das Ganze ins Leben gerufen zu haben?</strong><br>Für mich ist das eher so ein Nebenbei-Projekt – was es aber auch total befreiend macht, weil weniger Druck da ist. Wobei: Der kommt jetzt langsam, die Veranstaltung ist ja bald.<br>Die Resonanz war krass, das hat mich wirklich gefreut. Auch das Feedback zum Lineup ist gut. Die Planung lief lange eher nebenher und wurde erst spät konkreter, aber jetzt haben wir eine richtig schöne Mischung. Da sind Acts dabei, die noch sehr groß werden könnten, aber auch solche wie ARTIFICIAL GO, die wahrscheinlich immer klein bleiben – und genau das ist ja auch okay. Es geht mir einfach um ehrliche Musik. Ich werde mein Booking weiterhin nicht nach Trends ausrichten.<br><br><strong>Kannst du schon etwas zum noch unangekündigten Act sagen?</strong><br>Vermutlich der mainstreamigste Act im Lineup. Deutsche Band, weniger kantig – aber mit einer wichtigen politischen Botschaft. <em>(Inzwischen wurde der Act bekannt gegeben, es ist MARLO GROSSHARDT)</em><br><br><strong>Wie sieht es mit den Bühnen aus?</strong><br>Es gibt drei: eine kleine Open-Air-Bühne, einen kleinen Club und einen großen Saal. Insgesamt wird das eher gemütlich. Die größte Herausforderung war, das Konzept auf die neuen Gegebenheiten zu übertragen. Durch die geringere Kapazität wird es mehr Überschneidungen geben. Und ja, es wird Situationen geben, in denen der Club voll ist und niemand mehr reinkommt. Aber das kennt man ja auch von anderen Festivals.<br><br><strong>Du steckst gerade mitten in den Vorbereitungen. Was nervt dich bei der Organisation am meisten?</strong><br>Leuten hinterherrennen. Im Moment suchen wir wieder Helfer:innen – die Resonanz ist oft überschaubar. Viele alte Crew-Mitglieder sind noch dabei, aber die Dynamik muss erst wieder entstehen.<br>Ich habe früher schon mal ein kleines Dorf-Festival gemacht – da wusste ich manchmal einen Tag vorher nicht, wer überhaupt hilft. Und irgendwie hat es trotzdem immer funktioniert. So wird es diesmal auch sein.<br><br><strong>Wie viele Helfer:innen brauchst du?</strong><br>So 30 bis 40. Aber vieles ist noch nicht final – was ich ehrlich gesagt auch spannend finde.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="819" height="1024" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/05/MD26_Zeitplan-819x1024.jpg" alt="" class="wp-image-47577" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/05/MD26_Zeitplan-819x1024.jpg 819w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/05/MD26_Zeitplan-560x700.jpg 560w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/05/MD26_Zeitplan.jpg 1080w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /></figure>



<p class="has-white-background-color has-background"><strong>Warst du eigentlich sauer, als LOLA YOUNG beim Maifeld Derby abgesagt hat und kurz danach mit „Messy“ durch die Decke ging?</strong><br>Sie hat ja sogar zweimal relativ kurzfristig abgesagt. Beim zweiten Mal hieß es dann noch: „Wir spielen nächstes Jahr für dieselbe Gage.“ Da habe ich mir schon gedacht: Ja, klar – eher nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass das wirklich passiert wäre, war ohnehin ziemlich gering. Man sieht ja jetzt auch, dass sie nur Teile ihrer Tour spielen konnte.<br>Enttäuscht waren wir natürlich alle. Beim ersten Mal sogar noch mehr als beim zweiten. Mir war nämlich schon nach dem ersten Song klar: Die wird ein Superstar. Ich habe sie damals direkt angefragt, und die Zusage kam sofort. Ich weiß gar nicht mehr genau, ob da überhaupt schon mehr als dieser eine Song draußen war. Die ersten zwei, drei Releases waren auf jeden Fall überragend. Danach kam eine Phase, die ich persönlich eher bescheiden fand &#8211; ein bisschen belanglos vielleicht. Und dann ging es plötzlich wieder in die andere Richtung, und sie hat einen Hit nach dem anderen rausgehauen.<br>Wenn ich heute drauf zurückblicke, waren die Absagen aber noch im Rahmen. Aber es gab Fälle, die ähnlich wehgetan haben – LONDON GRAMMAR zum Beispiel, das war auch richtig schade.<br><br><strong>Was waren für Dich die größten Enttäuschungen und Überraschungen in der ganzen Maifeld Derby-Zeit?<br></strong>Schwer zu sagen. Wenn ich auf die Lineups zurückblicke, ist das schon absurd – was für Acts da gespielt haben und wie viele später riesig wurden. Oder wie rar sich manche auch danach gemacht haben. Es gibt Acts, die haben danach nie wieder auf einem deutschen Festival gespielt haben.<br>Bei den Enttäuschungen wären es wahrscheinlich eher die Fälle, die man von außen gar nicht sieht: Acts, die kurz vor der Zusage standen und dann doch abgesprungen sind – oder plötzlich meinten, sie müssten jetzt das Doppelte verlangen. Das sind die Momente, die einen wirklich ärgern. Aber selbst da fällt mir spontan kein konkretes Beispiel mehr ein.<br>Oft sind es eher die kleinen Dinge rund ums Festival, die mich genervt haben. Wir haben ja für viele Acts in Mannheim Hotelzimmer gebucht. Und das B&amp;B HOTEL, fast direkt am Festivalgelände, hatte da einen wirklich unangenehmen Chef. Ich war einmal mit Jan Müller (TOCOTRONIC) dort, und obwohl wir die Zimmer vorher gebucht hatten, wurden uns kurzerhand die Duschmöglichkeiten verwehrt. Wir sind extra hingefahren – und er hat Jan einfach nicht duschen lassen. Und nach zehn Jahren ist uns genau das wieder passiert: wieder wurden wir auf extrem unfreundliche Art abgefertigt und weggeschickt. Jan hat sich damals ziemlich laut Luft gemacht – aber ich war vermutlich noch einen Tick lauter.<br>Aber wenn ich rückblickend auf die ganze Zeit schaue, denke ich mir vor allem: krass, was da alles passiert ist – und krass auch, wie gerade bei kleineren Bands die Leute davorstanden und komplett abgegangen sind. Gerade letztes Jahr hat die Publikumsresonanz bei einigen dieser Acts noch mal alles in den Schatten gestellt.<br>Was mich auch immer besonders freut, ist, wenn Bands im Nachhinein darauf reagieren. Neulich haben GETDOWN SERVICES, BIG SPECIAL und ANTONY SZMIEREK ein gemeinsames Foto gepostet. Ich habe das mit „Class of Twenty Five“ kommentiert, und sie meinten zurück, dass sie sich erst kürzlich über das Maifeld Derby ausgetauscht haben. Das sind Bands, die wahrscheinlich vorher noch nie von Mannheim gehört hatten, dann dorthin kommen, eine richtig gute Zeit haben – und ein Jahr später immer noch darüber sprechen. Das finde ich schon ziemlich cool.<br>Oder persönliche Erinnerungen: Einer meiner allerliebsten Maifeld-Derby-Momente war, als THE NOTWIST 2013 gespielt haben und neben mir Elena Tonra von DAUGHTER mit Tränen in den Augen stand, mich angeschaut und gefragt hat, wer diese Band ist – sie konnte gar nicht fassen, wie unfassbar einnehmend der Auftritt und wie gut die Band war. Später gab es dann auch noch ein Foto von ihr zusammen mit Markus Acher von THE NOTWIST.<br>Ein anderer krasser Moment war, als KIKAGAKU MOYO im kleinen Zelt gespielt haben, als letzte Band am Freitagabend. Ich hing gerade im Backstage mit BILDERBUCH ab, als irgendwann der Anruf aus dem Zelt kam, wie lange wir noch machen können – die Stimmung sei komplett irre. Und ich meinte nur: völlig egal, lasst sie spielen, so lange sie wollen. Am Ende ging das bis 3:15 Uhr – und selbst dann wollte eigentlich niemand gehen.<br>Es gibt auch jemanden, der mir erzählt hat, dass er seine Frau auf dem Maifeld Derby kennengelernt hat. Oder auch du hast ja anfangs gesagt, dass du dort jedes Jahr mehr Leute kennengelernt hast und ihr inzwischen eine Gruppe von rund 25 Leuten seid, die sich immer wieder dort getroffen haben.<br>Das sind schon Dinge, die rückblickend etwas Besonderes sind – und genau solche Momente sind es auch, die mich dazu bringen, das Ganze jetzt im Kleinen weiterzuführen. Ich denke, so etwas wird es, je nachdem wie es personell und insgesamt klappt, auch weiterhin geben.<br><br><strong>Das ist schön zu hören. Meine Maifeld Leute und ich sind nämlich ehrlich gesagt schon ein bisschen verzweifelt, weil wir es dieses Jahr nicht so richtig schaffen, uns auf ein Festival zu einigen. Ein Teil von uns wird jetzt mal das Traumzeitfestival ausprobieren. Was kannst du denn sonst noch empfehlen – hast du Festivaltipps?</strong><br>Es sieht auf jeden Fall wunderschön aus dort beim Traumzeit – ich habe da mal mit GET WELL SOON gespielt. Zum Festival selbst kann ich aber gar nicht so viel sagen. Die Frage nach Empfehlungen bekomme ich tatsächlich öfter gestellt. Ich werde mein Glück dieses Jahr vielleicht eher im Ausland versuchen, aber hier in Deutschland kann ich das OBSTWIESENFESTIVAL bei Ulm wirklich sehr empfehlen. Da war ich letztes Jahr und fand es großartig.<br>Das GOLDEN LEAVES FESTIVAL hat auch immer ein spannendes Lineup, wobei ich da letztes Jahr ein bisschen frustriert war. Dass THE NOTWIST auf die kleine Bühne gepackt wurden und dafür PAULA CAROLINA auf der großen gespielt hat, fand ich schon ziemlich deprimierend. Ich hatte die beiden erst letzte Woche in Heidelberg: THE NOTWIST waren seit Wochen mit 800 Leuten ausverkauft, bei PAULA CAROLINA kamen 300. Da sieht man dann schon, dass sich Nachhaltigkeit in der Musik am Ende doch auszahlt.<br><br><strong>Du hast lange wenig deutschsprachige Acts gebucht. TURBOSTAAT, die beim Maifeld Derby mit T-Shirts immer stark vertreten waren, haben zum Beispiel nie dort gespielt?</strong><br>Da hast du absolut recht. Wenn man sich die ersten Jahre anschaut, sucht man deutschsprachige Acts im Lineup fast vergeblich. Ich habe auch lange gebraucht, um mit deutscher Sprache in der Musik wirklich warm zu werden – das hat mich einfach nicht so interessiert. Ich fand das, was international passiert, meistens spannender, oft auch mutiger oder vielseitiger. In den letzten Jahren hat sich das aber schon verändert. Ich habe da meinen Frieden mit gemacht und weiß inzwischen auch viele deutschsprachige Acts wirklich zu schätzen – wenn es gut gemacht ist. Da hat sich ja auch einfach viel getan. Mit TURBOSTAAT haben wir übrigens sogar mal zusammen gespielt, damals beim Phono Pop Festival, was es ja leider auch schon länger nicht mehr gibt.<br><br><strong>Wo du gerade deine ehemalige Band erwähnst – lass uns da kurz drauf eingehen: Wie lange hast du eigentlich bei GET WELL SOON gespielt? Und wie sehr fehlt dir das Leben auf der Bühne?</strong><br>Das müssten so um die 14 Jahre gewesen sein. 2006 habe ich mein erstes Konzert gespielt. Und dieses Jahr gibt‘s ja auch ein Jubiläum: 20 Jahre GET WELL SOON.<br>Ob es mir fehlt, auf der Bühne zu stehen? Ehrlich gesagt: Seit 2020 und bis vor ungefähr einem Jahr gar nicht – nullkommanull. Was mich selbst überrascht hat, weil ich immer dachte, dass mir das viel mehr fehlen würde.<br>Ich habe letztes Jahr mal in Österreich bei einer befreundeten Band ausgeholfen. Das war vor allem deshalb cool, weil ich mit dem ganzen Drumherum nichts zu tun hatte – also kein Aufbau, keine Organisation, dieser ganze Kram. Einfach ein bisschen proben und dann spielen. Das hat schon Spaß gemacht.<br><br><strong>Vorhin hatten wir das Thema Politik und Musik ja schon kurz angerissen. Wie stehst du grundsätzlich dazu? Und wo ziehst du für dich die Grenze? Zum Beispiel haben YOUNG FATHERS (unterstützen die BDS-Kampagne, die den Staat Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren will) beim Maifeld Derby gespielt – während andere Festivals gesagt haben, sie wollen oder können sie nicht mehr buchen.</strong><br>Ich habe dieses Jahr zwei Bands im Programm, die einen Ticken über meine persönliche Grenze gehen. YOUNG FATHERS finde ich zum Beispiel überhaupt nicht kritisch – im Gegenteil, wegen denen habe ich mich mit der ganzen Thematik überhaupt erst beschäftigt.<br>Dann wurde ich irgendwann wegen KAE TEMPEST (damals noch KATE) sogar mal auf die Gemeinde zitiert. Ich meine: Wenn du anfängst, konsequent alle BDS-Supporter:innen zu blocken, dann bleibt von englischen oder irischen Acts irgendwann nicht mehr viel übrig. Da hat sich meine Sicht auch ein Stück weit gelockert – wobei das insgesamt natürlich eine extrem schwierige Thematik bleibt. Ich habe mich damit auseinandergesetzt und irgendwann für mich entschieden: Okay, die haben eben andere Meinungen.<br>Wobei ich diese ganze Boykott-Nummer ehrlich gesagt ziemlich schwierig finde – genauso wie dieses Geoblocking auf Spotify <em>(gemeint ist die Kampagne „No Music for Genocide“, bei der seit 2025 zahlreiche Künstler:innen ihre Musik in Israel regional sperren; Anm. d. Red.)</em>. Da sind die LAMBRINI GIRLS ziemlich weit vorne dabei. Hätte ich deren Hintergrund vorher genauer gekannt, hätte ich sie vermutlich nicht gebucht. Jetzt spiele ich sie dieses Jahr aber in Kooperation mit jemand anderem trotzdem nochmal im Sommer &#8211; der hat das durchgedrückt, ich hätte es wahrscheinlich nicht gemacht. Das bleibt einfach ein sehr schwieriges Thema.<br>Was ich allerdings überhaupt nicht akzeptiere, ist Hate Speech auf der Bühne. Da ist meine klare Ansage: Wenn das passiert, wird sofort der Strom gezogen. Das kommuniziere ich auch im Vorfeld an die Booker:innen.<br>Wenn ich aber nochmal auf YOUNG FATHERS und KAE TEMPEST zurückkomme: Ich habe bei beiden keinen einzigen unreflektierten Moment auf der Bühne erlebt. Ich habe mich damals sehr genau eingelesen und finde, man muss akzeptieren, wenn Künstler:innen aus ihrem Hintergrund heraus zu anderen Einschätzungen kommen.<br>KAE TEMPEST ist jüdischer Abstammung und hat sich mit der Thematik aus sehr unterschiedlichen Perspektiven beschäftigt. Wenn ich YOUNG FATHERS und KAE TEMPEST nicht mehr spielen lasse, reden am Ende irgendwann nur noch die Falschen.<br>Anders sehe ich das inzwischen bei THURSTON MOORE – den würde ich heute nicht mehr buchen.<br><br><strong>Bedeutet das auch, dass der Aufwand für dich steigt, den Background von Acts zu prüfen?</strong><br>Ja, absolut. Ich muss inzwischen bei wirklich jedem einzelnen Act schauen, was da im Hintergrund passiert. Und trotzdem kann dir bei aller Vorbereitung immer noch etwas durchrutschen – und dann hast du im Zweifel auch den wirtschaftlichen Schaden. Ich habe zum Beispiel vorher noch nie von AVAION gehört. Den hat ja jetzt jedes Festival gecancelt, seine ganze Tour ist gecancelt. Ich habe auch mal beim Zeltfestival SKA-P gebucht und mir gedacht: endlich mal eine klar politische, linke Band – nachdem dort sonst eher Acts wie ANDREAS BOURANI spielen, die ja eher keine Message haben, sondern nur zur Verdummung der Leute da sind. Und dann bekommst du plötzlich wieder Kritik, weil SKA-P angeblich antisemitische Bezüge hätten – was ich damals weder wusste noch in der Form nachvollziehen konnte.<br>Man darf bei der ganzen Sache auch nicht vergessen: Wir kämpfen in der Branche alle ums finanzielle Überleben. Und irgendwann hast du schlicht nicht mehr die Energie, jede Kooperationsfrage bis ins letzte Detail auszudiskutieren. Da entstehen dann Kompromisse, mit denen ich selbst nicht immer 100 Prozent glücklich bin und beim Bewerben einzelner Shows auch mal ein schlechtes Gefühl habe.<br><br><strong>Kommen wir zu einem anderen, aber durchaus auch politischen Thema. Hat sich die Stadt Mannheim nach dem letzten Maifeld Derby noch einmal bei dir gemeldet?</strong><br>Es gab danach vom Kulturbürgermeister diese klassischen politischen Floskeln. Man wolle sich „bemühen“ und so weiter. Gleichzeitig hat er aber auch gesagt, dass es ein großer Fehler gewesen wäre, das Maifeld Derby nicht mehr zu machen. Unterm Strich wird es jetzt eher noch schwieriger, irgendwann wieder auf das alte Niveau zu kommen. Aber man darf halt nicht vergessen: Wenn ich die Entscheidung damals nicht getroffen hätte, wäre ich heute schlicht pleite. Das war für mich am Ende die einzige logische Konsequenz. Und ehrlich gesagt: Die Stadt Mannheim ist mittlerweile komplett pleite. Da gibt es im Moment keinerlei Spielraum. Ich habe zwar gesagt, ich würde nie „nie“ sagen – aber gerade finde ich es auch mal okay, keine großen Ambitionen zu haben und den Laden einfach zuzumachen.<br>Für solche Festivals ist aktuell einfach keine Zeit, zumindest was öffentliche Gelder angeht. Gleichzeitig wird in Mannheim gerade das Nationaltheater saniert. Von dem Geld könnte man gefühlt 1000 Maifeld Derbys machen. Das ist alles komplett absurd.<br>Ich weiß nicht genau, wie es in anderen Ländern nach Corona aussieht, aber ich habe das Gefühl, dass es in Deutschland besonders kompliziert ist. Diese strikte Trennung zwischen E- und U-Musik ist einfach ungerecht: Die einen sollen quasi bewusst unwirtschaftlich arbeiten dürfen, die anderen müssen sich komplett selbst tragen.<br>Ich habe kürzlich gehört, dass Marek Lieberberg gesagt haben soll: Bands, die keine 500 bis 600 Tickets verkaufen, seien „halt auch schlecht“. Und wenn sie schlecht sind, müsse die öffentliche Hand sie auch nicht fördern.<br><br><strong>Das finde ich eine ziemlich harte Aussage &#8211; jede Band fängt ja irgendwann bei null an.</strong> <strong>Wir telefonieren jetzt schon ganz schön lange, eine Frage, die mich schon länger interessiert, habe ich aber noch: warum hast du dieses Derby-Dollar-System damals eingeführt?</strong><br>Im Grunde aus der Not heraus. Man hätte das in den letzten Jahren sicher auch anders lösen können – 2025 hatten wir ja immerhin schon Cashless. Aber es ist einfach enorm viel, was du im Vorfeld eines Festivals organisieren musst. Wir haben zum Beispiel kurz vor knapp noch die fünfte Kasse bestellt und umbauen lassen, weil klar war, dass es zu Stoßzeiten extrem voll wird. Wir sind kein großes Team, da kannst du nicht alles perfekt absichern.<br>Ganz am Anfang war es noch wilder: Da hat mir die Mutter eines Kumpels aus der Sparkasse 20.000 Euro Wechselgeld geliehen, obwohl ich das nicht mal auf dem Konto hatte – nach dem Motto: „Du bringst es schon wieder zurück, gell?“. Heute wäre das natürlich undenkbar. Deshalb haben wir schnell nach Alternativen gesucht. Diese großen Cashless-Systeme fangen oft bei rund 20.000 Euro an – das war für uns nicht machbar. Also haben wir uns das Prinzip der „Derby Dollars“ vom Techno Festival „Time Warp“ abgeschaut.<br>Ich finde das System grundsätzlich immer noch gut, auch wenn es manchmal zu Wartezeiten beim Umtausch kommt – oder auch am Einlass. Es gab einen Tag, da lief wirklich alles chaotisch, das nervt mich bis heute. Im Nachhinein hat darüber aber kaum noch jemand gesprochen.<br>Und ein Teil der Probleme lag sicher auch daran, dass die Leute fürs Ticketsystem sehr kurzfristig eingearbeitet wurden. Dafür hat es insgesamt aber erstaunlich gut funktioniert.<br><br><strong>Das finde ich auch. Und es waren halt auch alle aus dem Team immer super freundlich. Also die hast du schon gut instruiert. Das hat die Maifeld Derby Atmosphäre auch mit ausgemacht.</strong><br>Ich habe da gar nicht so viel bewusst gemacht. Diese Dynamik entsteht einfach. Klar, Engagement und Freundlichkeit im Team sind unbezahlbar.<br>Manches ist vielleicht auch ein bisschen dilettantisch – aber im Großen und Ganzen hat es schon gepasst. Und gerade im letzten Jahr lief, abgesehen von Einlass und Umtausch, eigentlich alles ziemlich rund.<br><br><strong>Gibt es dieses Jahr wieder Derby Dollars?</strong><br>Nein. In Heidelberg machen wir keine eigene Gastro. Das übernimmt die Halle02 selbst. Für uns ist das organisatorisch deutlich entspannter, auch wenn es finanziell weniger einbringt. Dafür sparen wir uns die Miete.<br>Ich bin ehrlich gesagt sowieso gespannt, wie das finanziell am Ende aussieht – da klafft noch ein Loch. Aber ich hoffe, dass wir im Mai und im August ein bisschen was auffangen können und dann wieder nach vorne schauen können.<br><br><strong>Lieber Timo, vielen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast. Wir sehen uns dann am 23. Mai in Heidelberg.</strong><br><br>Wer noch tiefer eintauchen möchte, die empfehlenswerte Doku „Von Ponys und Dollars“ gibt weitere Einblicke in die Geschichte des Festivals:</p>



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<p class="responsive-video-wrap clr"><iframe loading="lazy" title="VON PONYS UND DOLLARS | Ein Dokumentarfilm über die Selbstausbeutung in der Festivalszene" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/WA5grQEvuig?start=1459&#038;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>SOCIAL DISTORTION &#8211; Born to kill</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/social-distortion-born-to-kill/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bernd Cramer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 11:14:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit viel Spannung hatte ich dieses Album erwartet. Dabei sind seit dem Vorgänger &#8222;Hard times and nursery rhymes&#8220; doch gerade einmal 15 Jahre verstrichen&#8230; Aber Spaß beiseite. Dass überhaupt nochmal ein neuer Longplayer von SOCIAL DISTORTION erscheint, ist alles andere als selbstverständlich. Vor allem die Mitte 2023 öffentlich gemachte Mandelkrebs-Erkrankung von Frontmann Mike Ness ließ [&#8230;]</p>
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<p class="has-white-background-color has-background">Mit viel Spannung hatte ich dieses Album erwartet. Dabei sind seit dem Vorgänger <a href="https://blueprint-fanzine.de/social-distortion-hard-times-and-nursery-rhymes/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Hard times and nursery rhymes&#8220;</a> doch gerade einmal 15 Jahre verstrichen&#8230; Aber Spaß beiseite. Dass überhaupt nochmal ein neuer Longplayer von SOCIAL DISTORTION erscheint, ist alles andere als selbstverständlich. Vor allem die Mitte 2023 öffentlich gemachte Mandelkrebs-Erkrankung von Frontmann Mike Ness ließ befürchten, dass eingangs erwähntes Werk den Schlussstrich in der Diskographie der 1978 gegründeten Band aus Orange County markieren könnte. Doch das Schicksal meinte es offenbar gut mit dem Sänger, der Band und zuletzt natürlich auch ihren Fans: Bereits im Folgejahr standen SOCIAL DISTORTION schon wieder auf der Bühne, wovon ich mich bei einem <a href="https://blueprint-fanzine.de/social-distortion-08-10-2024-college-street-music-hall-new-haven-connecticut/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Konzertbesuch</a> an der amerikanischen Ostküste persönlich überzeugen konnte. Aber kommen wir zurück zu &#8222;Born to kill&#8220;, ihrem mittlerweile achten Longplayer. Nachdem ich mich mit dem letzten sehr soul-  bluesrocklastigen Werk nicht so wirklich anfreunden konnte, deutete bereits der als Vorabsingle veröffentlichte Titeltrack eine Rückkehr zu den Wurzeln an. Zwar gibt es mit &#8222;Crazy dreamer&#8220; zwar auch wieder ein Stück im Motown-beeinflussten &#8222;Hard times and nursery rhymes&#8220;-Stil, doch insgesamt lässt sich das Album soundmäßig am ehesten in die erfolgreiche Zeitspanne zwischen &#8222;Somewhere between heaven and hell&#8220; und &#8222;Sex, love &amp; Rock´n´Roll&#8220; einordnen. Ich wage sogar zu behaupten, dass sich Songs wie &#8222;Tonight&#8220;, &#8222;Partners in crime&#8220; oder &#8222;Over you&#8220; gänzlich ohne Qualitätsverlust auch in die Tracklist des Über-Albums &#8222;White light, white heat, white trash&#8220; einreihen ließen. Wer im Zeitstrahl hingegen noch weiter zurückgehen möchte, der/dem sei &#8222;No way out&#8220; ans Herz gelegt, in dem die ruppige Punk-Attitüde aus den Anfangstagen der Band noch am ehesten durchschimmert. Und die Frage, warum SOCIAL DISTORTION bisher noch nie &#8222;Wicked game&#8220; von CHRIS ISSAK gecovert haben, hatte ich mir tatsächlich schon mal gestellt &#8211; das passt einfach wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Zeit also für ein Fazit: &#8222;Born to kill&#8220; ist ein Album, das die alten Stärken der Band wieder in den Fokus rückt und mit seiner melancholiegeschwängerten Mischung aus Punkrock, Rock´n´Roll und Country wieder voll und ganz den Nerv der zahlreichen SOCIAL DISTORTION-Fans treffen dürfte. Dass dabei vielleicht ein, zwei ganz große Hits fehlen, die sofort beim ersten Hördurchgang herausstechen, ist dabei nur Nebensache. Was letztendlich zählt, ist in diesem Fall die Gesamtqualität der Platte. Und natürlich die Tatsache, dass SOCIAL DISTORTION auch im Jahr 2026 noch existieren und die Welt mit neuer Musik beglücken.</p>



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<p class="responsive-video-wrap clr"><iframe loading="lazy" title="Social Distortion - &quot;Partners In Crime&quot;" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/l_xX3h7njas?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>SHAKING HAND &#8211; s/t</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/shaking-hand-s-t/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jens Gerdes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 21:30:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
		<category><![CDATA[album_tipp]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass wir bei Blueprint die weltweit führenden Musik- und Audio-Streaming-Dienste loben, kommt eher selten vor. Zu miserabel ist die Vergütung vieler Künstler:innen, zu fragwürdig der Umgang mit KI-generierter Musik und zu umstritten ihre Investition in dubiose Konzerne. Und auch die Algorithmen, die uns tagtäglich neue Lieblingsbands vorsetzen sollen, wirken meist wie ein kommerziell gesteuertes Nadelöhr [&#8230;]</p>
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<p class="has-white-background-color has-background">Dass wir bei Blueprint die weltweit führenden Musik- und Audio-Streaming-Dienste loben, kommt eher selten vor. Zu miserabel ist die Vergütung vieler Künstler:innen, zu fragwürdig der Umgang mit KI-generierter Musik und zu umstritten ihre Investition in dubiose Konzerne. Und auch die Algorithmen, die uns tagtäglich neue Lieblingsbands vorsetzen sollen, wirken meist wie ein kommerziell gesteuertes Nadelöhr als wie ein Werkzeug musikalischer Entdeckungen. Da loben wir uns doch ein sorgfältig kuratiertes Radioprogramm von Menschen mit Musikgeschmack.<br>Doch in diesem einen Fall muss ich eingestehen: Der Algorithmus hat tatsächlich mal funktioniert. Mir wurde eine Band vorgeschlagen, die exakt meinen Nerv trifft, von der ich bis dahin aber noch nie gehört hatte — und die mir womöglich komplett durchs Raster gefallen wäre.<br>Die Rede ist von SHAKING HAND, einem Trio aus Manchester, das sich irgendwo zwischen Post-Rock, Midwest-Emo, 90s Indierock und einer Prise Math Rock bewegt. Musik machen sie bereits seit Teenagerzeiten — was vermutlich auch damit zusammenhängt, dass mit George Hunter (Gesang/Gitarre) und Freddie Hunter (Drums) gleich zwei Brüder Teil der Band sind. Komplettiert wird das Line-up von Ellis Hodgkiss am Bass. Anfang des Jahres erschien ihr unbetiteltes Debütalbum beim Independent-Label Melodic Records.<br>Doch was macht SHAKING HAND nun so besonders? Referenzen wie SONIC YOUTH, SLINT, PAVEMENT, BIG THIEF oder YO LA TENGO werden gerne genannt. Mir persönlich kommen zudem ältere Sachen von KARATE, DELBO oder MOTORPSYCHO in den Sinn.<br>Vor allem aber lebt diese Band von Gegensätzen, die hier erstaunlich organisch zusammenfinden. Da sind einerseits die offensichtlichen Wurzeln in Papas gut sortierter Plattenkiste — und gleichzeitig klingt das alles bemerkenswert frisch und gegenwärtig. Die Songs sind spannend und dynamisch, strahlen dabei aber eine fast stoische Ruhe und Abgeklärtheit aus. Besonders beeindruckend sind die Sounds: leise Töne, die sich langsam ausdehnen und eine gar hypnotische Wirkung entfalten, Saiten, die nur vorsichtig angespielt werden, und eruptive Passagen, die einen förmlich überrollen. Dazu kommen abrupte Tempowechsel und Polyrhythmen, die nie verkopft wirken, sondern stets nachvollziehbar bleiben. Und trotzdem klingt alles warm, organisch und so fein aufeinander abgestimmt, dass es schlicht eine Freude ist. Dass dieser Eindruck nicht bloß auf Platte funktioniert, zeigte schließlich auch ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=CVmoQkwdoDk">Auftritt im Low Four Studio</a>, der die Qualitäten der Band live noch einmal eindrucksvoll bestätigte.<br>Und so lande ich am Ende doch wieder bei diesem Algorithmus, den ich eigentlich lieber ignorieren würde: Zwischen all der austauschbaren Hintergrundmusik und den kalkulierten Empfehlungen taucht manchmal eben doch etwas auf, das sich nicht berechnen lässt — eine Band wie SHAKING HAND, die einen sofort packt und nicht mehr loslässt. Genau dafür hört man am Ende schließlich Musik.</p>



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<p class="responsive-video-wrap clr"><iframe loading="lazy" title="Shaking Hand - Mantras (Official Video)" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/YOzl1c0pqNU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
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<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/shaking-hand-s-t/">SHAKING HAND &#8211; s/t</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
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