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		<title>13 YEAR CICADA – 13YC</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/13-year-cicada-13yc/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Emil Drexler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2026 09:55:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was für ein Brett von einem Album! Ich habe nichts erwartet, als ich die Platte auf den Plattenspieler legte, und war zu Beginn auch etwas ratlos (das steinige und graue Plattencover unterstrich das noch), wo die Musik hinwill. Aber nachdem zwei Minuten vergangen sind und das Schlagzeug einsetzt, ist man sofort drin in diesem hypnotischen [&#8230;]</p>
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<p class="has-white-background-color has-background">Was für ein Brett von einem Album! Ich habe nichts erwartet, als ich die Platte auf den Plattenspieler legte, und war zu Beginn auch etwas ratlos (das steinige und graue Plattencover unterstrich das noch), wo die Musik hinwill. Aber nachdem zwei Minuten vergangen sind und das Schlagzeug einsetzt, ist man sofort drin in diesem hypnotischen Sog. „It’s a trip“, schreibt die Band dazu selbst auf Bandcamp, und nichts trifft es besser.<br>Auf insgesamt vier Songs, die alle um die 7 bis 11 Minuten lang sind, entfaltet sich geiler Post-Rock, der in Elektro und Noise wildert. Dazu gibt es viele Wiederholungen: Allein im ersten Lied „Mirror“ wird in den letzten vier Minuten die Textzeile „If you can’t see my mirrors I can’t see you“ immer wiederholt – durchgehend. Nur die Instrumente werden immer schneller und härter. Was für ein geiles Stück! Allein für diesen Song lohnt sich der Kauf.<br>Die anderen Stücke fallen dagegen etwas ab, aber immer noch auf hohem Niveau. „Chewing Gum“ fängt mit Geräuschen an, die mich an eine laute Fabrik denken lassen – ich habe sofort den Björk-Film „Dancer in the Dark“ im Kopf. Das mag zu Beginn etwas anstrengend anzuhören sein, aber nach drei Minuten kommt ein Break, hauchender Gesang setzt ein und es wird melodiöser.<br>Zum Abschluss gibt es dann noch mit „Lighter“ (welch trügerische Bezeichnung) ein zu Beginn groovendes Monster, bevor der Song nach zwei Minuten kippt und einem erst mal zwei Minuten Ruhe gegönnt werden, ehe am Ende Noise und Geschrei die Oberhand gewinnen.<br>Für mich wirklich eine sehr positive Überraschung. Trifft bestimmt nicht den Geschmack von allen, aber Musiknerds und allen die auf Post-Rock stehen, sei dieses Album wärmstens empfohlen. Übrigens erinnert mich der Gesang von Sängerin Zooey Agro – und ein klein wenig auch die Musik – an Lali Puna, die nach The Notwist wohl bekannteste Band, die Ende der 90er aus Weilheim kam.<br>Natürlich schreit diese Musik nur so nach einer Live-Show. Und alle Berliner*innen können sich freuen, denn die Band spielt dort am 30. Oktober eine Release-Show (Neue Zukunft Berlin). Schaut vorbei!</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<p class="responsive-video-wrap clr"><iframe title="Mirror" width="1200" height="900" src="https://www.youtube.com/embed/2R1HaMqCSyc?list=OLAK5uy_mXYdwM3vZU9036sQUPMZ_Bk_6KbSWIVYE" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Nürnberg Pop 2026</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/nuernberg-pop-2026/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Emil Drexler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2026 19:15:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Livereviews]]></category>
		<category><![CDATA[bp_highlight]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Nachbetrachtung des Nürnberg Pop Festivals 2026 fällt mir auf, dass das erste und das letzte Konzert meine absoluten Highlights waren. Man könnte die Auftritte von SOFT LOFT zu Beginn und ORBIT am Ende quasi als die perfekten Klammern des Wochenendes bezeichnen. Alles dazwischen war ein Auf und Ab an Eindrücken – und zu [&#8230;]</p>
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<p class="has-white-background-color has-background">In der Nachbetrachtung des Nürnberg Pop Festivals 2026 fällt mir auf, dass das erste und das letzte Konzert meine absoluten Highlights waren. Man könnte die Auftritte von SOFT LOFT zu Beginn und ORBIT am Ende quasi als die perfekten Klammern des Wochenendes bezeichnen. Alles dazwischen war ein Auf und Ab an Eindrücken – und zu erleben gab es an diesen zwei intensiven Festivaltagen wahrlich genug. Insgesamt konnten die etwas mehr als 5.000 Besucher*innen aus über 100 Acts und gut 40 weiteren Programmpunkten wie Panels und Podiumsdiskussionen in rund 15 verschiedenen Locations wählen. Zudem wurde der Nürnberger Popkulturpreis GUNDA verliehen.<br>Doch versuchen wir, uns chronologisch durch das Wochenende zu bewegen (den Start am Donnerstag mit der GUNDA-Verleihung und dem Auftritt von MODESELEKTOR konnte ich leider nicht miterleben). Zuerst habe ich bei „Zwischen Zwei und Vier“, einem Podcast-Magazin, vorbeigeschaut. Die beiden Hosts Melanie Gollin und Rosalie Ernst lockerten die Stimmung mit kleinen Publikumsspielen auf, wie dem Erraten alter Songs in neuen Interpretationen. Danach ging es weiter zu &#8222;Austrian Heartbeats&#8220;, einem Showcase für österreichische Künstler*innen. Neben kulinarischen Spezialitäten aus dem Nachbarland (Mozartkugeln) gab es ein Akustik-Set der sympathischen Künstlerin FILLIAH zu hören.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="768" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG-20261010-WA0019-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-48242" /><figcaption class="wp-element-caption">SOFT LOFT</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">So richtig Fahrt nahm das Festival für mich aber erst mit SOFT LOFT in der wunderschönen Katharinenruine auf. Unter freiem Himmel fiel für die Schweizer Band der Festivalabschluss mit dem eigenen Tourauftakt zusammen, was angesichts des nasskalten Wetters für einige humorvolle Kommentare auf der Bühne sorgte. Die Setlist bot eine gelungene Mischung aus ihren bisherigen zwei Alben. Sängerin Jorina Stamm begeisterte mit ihrer großartigen Stimme und wurde bei zwei Songs – darunter das wunderschöne „Little less“ – vom Nürnberger INDIEKNEIPECHOR unterstützt. Wenn alles glattläuft, werden wir diese Band bald in deutlich größeren Venues sehen – völlig zu Recht, denn so mitreißende Popsongs schüttelt man nicht mal eben aus dem Ärmel.<br>Weiter ging es zu LICHTSCHUTZFAKTOR 4, einer lokalen Zwei-Mann-Combo aus Nürnberg. Sie spielten in der Weinerei, die bereits restlos überfüllt war (was wohl auch daran lag, dass man hier kein Festivalbändchen brauchte). Das Reinquetschen hat sich allerdings kaum gelohnt, denn der Sound war leider gar nicht gut. Die Band ließ sich die Laune jedoch nicht verderben und feierte ihren Elektro-Punk, den ich eigentlich sehr mag. Nach zwei Songs war für uns erst einmal Schluss und wir zogen weiter – wobei das ‚Wir‘ an diesem Wochenende dynamisch war: mal war ich mit mehreren Leuten, mal war ich alleine unterwegs.<br>Als Nächstes steuerten wir die gegenüberliegende Galerie Ostermayer an, wo den ganzen Abend Rap-Acts auf dem Programm standen. Dort machten wir direkt eine großartige Entdeckung: KII, einen Rapper aus dem oberfränkischen Hof. Schon beim ersten Track „Wetten dass..?“ fühlte ich mich an APSILON erinnert. Über melancholischen, treibenden Klangteppichen rappt KII extrem smooth und präzise. Neben „Wetten dass..?“ blieb mir vor allem der Song „Sanduhr“ im Kopf – beide laufen seitdem in meiner Playlist.<br>CARI CARI aus Österreich haben wir im Anschluss leider verpasst; die Schlange vor der Katharinenruine war uns einfach zu lang. Das war im Nachhinein aber gar nicht so tragisch, denn die App „Clashfinder“, mit der man sich seinen Festival-Timetable zusammenstellt, bescherte mir einen glücklichen Zufall. Den Auftritt von PERSONAL TRAINER hatte ich wegen einer Überschneidung eigentlich schon abgeschrieben. Da der Zeitslot in der App jedoch fehlerhaft eingetragen war, konnte ich – dank des Tipps eines Freundes – doch noch vier Songs im Zentralcafé miterleben. Und das war ein echtes Erlebnis: Die Band aus Amsterdam macht im weitesten Sinne Indie-Rock, und der Sänger erwies sich als absolute, aber nicht unangenehme Rampensau, die sich völlig verausgabte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="768" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/10/20261009_210056-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-48238" /><figcaption class="wp-element-caption">PERSONAL TRAINER</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Nach einer kurzen Pause zog es uns zu JUGO ÜRDENS in den großen Festsaal des Künstlerhauses. Da seine Musik vor Kurzem im Urlaub häufig im Mietwagen lief, war der Besuch quasi Pflicht. Songs wie „Sonntag im August“, „Dumm“ oder „Kopf Hoch“ sind einfach fantastische Banger zum Mitsingen – ganz ähnlich wie bei BIBIZA, der wie JUGO ÜRDENS ebenfalls aus Österreich stammt. Live hinterließ der Auftritt allerdings gemischte Gefühle. Die Musik kam bis auf wenige Ausnahmen komplett vom Band, phasenweise sogar die Vocals. Als er zum Schluss dann vier Songs wiederholte beziehungsweise in einer beschleunigten Rave-Variante spielte, blieb ich etwas ratlos zurück. Das hat mir die Tracks zwar nicht komplett vermiest und ich hatte durchaus meinen Spaß, aber ein fader Beigeschmack blieb.<br>Die Wartezeit bis zum Auftritt von SPRINTS überbrückten wir mit einem Abstecher in die Kulturkellerei zu ROSENKAVALIER, ohne genau zu wissen, was uns erwartet. Der Keller war bereits dicht gedrängt voller Fans. Als der selbsternannte ROSENKAVALIER (sein bürgerlicher Name ist ein Geheimnis) im Leopardenmantel die Bühne betrat, rastete die erste Reihe komplett aus. Mit einer gehörigen Portion Schmalz wurden selbstironische Schlager zum Besten gegeben – wobei ich mir bis heute nicht ganz sicher bin, ob das Projekt nicht vielleicht doch ernst gemeint ist. Drei Songs reichten uns dann allerdings. Dem Publikum hat es jedenfalls gefallen, was sich auch am Merch-Stand zeigte: Ich glaube, kein anderer kleiner Act hat an diesem Wochenende mehr verkauft.<br>Dann folgten SPRINTS aus Irland, die ich dieses Jahr schon auf dem <a href="https://blueprint-fanzine.de/traumzeit-festival-2026-duisburg">Traumzeit-Festival </a>sehen durfte. Deshalb halte ich mich hier kurz: Zu Beginn hatte ich das Gefühl, die Band spiele mit angezogener Handbremse; sie wirkte nicht vollends motiviert. Dennoch gab es gewohnt kompromisslosen Punkrock auf die Ohren – eine wohltuende Abwechslung auf einem Festival wie dem Nürnberg Pop, auf dem harte Gitarrenklänge eher die Ausnahme bilden. Zum Abschluss des Freitags ging es noch zu RÉMI.FR in die proppenvolle Kunsthalle. Irgendwo zwischen Disco, Pop und HipHop gab es mal mehr, mal weniger starke Songs zu hören. Die Menge feierte es, ich musste jedoch langsam die Segel streichen und machte mich auf den Heimweg.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="768" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/10/20261010_150539-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-48235" /><figcaption class="wp-element-caption">Jonas Schubert (OK KID) und Linus Volkmann</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Einigermaßen erholt startete der Samstag für mich bereits um 14 Uhr. Der Popjournalist Linus Volkmann (u. a. Musikexpress) begrüßte bei seiner kleinen Pop-Revue drei musikalische Gäste: MINA RICHMAN, GRINGO MAYER und Jonas Schubert von OK KID. Das Konzept: Linus stellte den dreien jeweils zwei Bilder zur Auswahl, zwischen denen sie sich entscheiden mussten. Jonas zeigte sich dabei sichtlich erstaunt, warum ihm Stefan Raab und Thom Yorke von RADIOHEAD gegenübergestellt wurden – er hatte offenbar völlig verdrängt, dass OK KID einst am deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teilgenommen hatten. Er wählte schließlich Thom Yorke, da RADIOHEAD mit ihren wegweisenden Alben &#8222;OK Computer&#8220; und &#8222;Kid A&#8220; die Namenspaten für seine eigene Band waren. Kurz ging es auch um Fußball: Als Gießener schlägt Jonas’ Herz für Eintracht Frankfurt. Er scherzte noch, dass er es vielleicht nicht pünktlich zum eigenen Auftritt schaffen würde, da Frankfurt am Abend das Auswärtsspiel bei RB Leipzig bestritt und er das unbedingt sehen müsse. Schöne 90 Minuten waren das für ihn aber wohl nicht, denn Leipzig gewann deutlich mit 6:0. Vielleicht ganz gut, dass er die anschließende Show als Ventil für diese sportliche Enttäuschung nutzen konnte. Insgesamt war es ein extrem unterhaltsamer Nachmittag. MINA RICHMAN und GRINGO MAYER erwiesen sich ebenfalls als sehr sympathische Gäste, und Linus führte gewohnt charmant und professionell durch die Runde.<br>Ebenfalls spannend war das Panel „Show me the money!“. Das klein, rein ehrenamtlich geführte Rübezahl Festival und der aufstrebende Artist STREICHELT legten dort offen ihre Einnahmen und Ausgaben dar. Das bot sehr interessante und ehrliche Einblicke in die Branche – leider nur vor einer sehr überschaubaren Anzahl an Interessierten.<br>Danach fiel mir der Einstieg in den Samstagabend etwas schwer. Kein Act konnte mich länger als zwei bis drei Songs fesseln (darunter JULIA EFFEKT, PANICBABY sowie GRINGO MAYER UND DIE KEGELBANDE). Im Kulturgarten lief es mit PATINA RECORDS etwas besser. Die achtköpfige HipHop-Crew sorgte für ordentlich Stimmung, und ihr Song „Pasta“ markierte einen tollen Abschluss ihres Auftritts.<br>Auf NILS KEPPEL war ich im Vorfeld extrem gespannt, da ich nicht nur seinen Hit „Wellblech“ sehr mag. Die Band ließ allerdings auf sich warten, da sich der Soundcheck sehr in die Länge zog. Die Besucher*innen mussten ewig lange im Treppenhaus stehen, bevor sie endlich ins Zentralcafé gelassen wurden. Die Band betrat die Bühne schließlich in fast völliger Dunkelheit und begann mit einem düsteren, langsamen Song, was eine spürbar gespannte Atmosphäre im Raum erzeugte. Meiner Meinung nach baute die Band im Anschluss jedoch nicht auf dieser Stimmung auf. NILS KEPPEL gab den theatralischen Frontmann, was mir persönlich etwas zu „over the top“ war. Versteht mich nicht falsch: Es war kein schlechter Auftritt, aber gerade nach dem atmosphärischen Beginn hatte ich mir einfach mehr erhofft. Wegen der Verzögerung und weil ich pünktlich bei OK KID sein wollte, verpasste ich zu allem Überfluss auch noch mein geliebtes „Wellblech“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="768" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/10/20261010_211336-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-48239" /><figcaption class="wp-element-caption">OK KID</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Auch OK KID legten in der altehrwürdigen Katharinenruine bei nebliger Dunkelheit mit „Hoffnung stirbt“ sehr atmosphärisch los, nur um kurz darauf mit „Rave On“ den absoluten Kracher des neuen Albums auszupacken. Ab da herrschte pure Partystimmung. In den folgenden 50 Minuten ließ die Band nichts anbrennen und feuerte ein Potpourri ihrer bekanntesten Songs ab. Mir persönlich gefiel „Stadt ohne Meer“ – die großartige Hommage an ihre Heimatstadt Gießen – am besten. Als ich die Katharinenruine zehn Minuten vor dem Ende verließ, standen draußen immer noch Menschen an, um überhaupt noch reinzukommen. Wahnsinn.<br>Warum ich früher gegangen bin? Weil ich unbedingt YNDLING aus Norwegen sehen wollte. Im Vorfeld hatte ich ihren Song „It&#8217;s almost like you&#8217;re here“ unzählige Male gehört und wollte die Band keinesfalls verpassen. Stilistisch würde ich sie irgendwo zwischen Dream-Pop und Shoegaze einordnen. Im Club Stereo war es glücklicherweise nicht ganz so voll, sodass ich mich in die erste Reihe schleichen konnte. Richtig konzentrieren konnte ich mich dort allerdings nicht: Neben mir stand eine Frau, die die Sängerin mit ihrem Handy fast die ganze Zeit über aus nächster Nähe (wir reden von etwa 15 Zentimetern) fotografierte und filmte – absolut respektlos. Da meine bösen Blicke nichts bewirkten und ich die Show nicht durch eine Konfrontation stören wollte, wich ich nach hinten aus. Von dort aus konnte ich das Konzert, teils mit geschlossenen Augen, viel besser genießen. Es hat mir wirklich hervorragend gefallen – und ich hatte Glück, denn mein Lieblingssong wurde als letzter Track gespielt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="768" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/10/20261011_005204-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-48240" /><figcaption class="wp-element-caption">ORBIT</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Das eigentliche Highlight des gesamten Festivals sollte jedoch erst noch folgen: ORBIT. Und was soll ich sagen? Es war schlichtweg fantastisch. Dieser verträumte, elektronische Sound hat mich komplett abgeholt. Ein Blick ins Publikum verriet, dass ich nicht der Einzige war: Man sah nur leuchtende Augen und Menschen, die von der Musik tief berührt waren. Selbst andere Acts wie NILS KEPPEL und STREICHELT standen im Publikum und waren sichtlich angetan. ORBIT ist eigentlich das Projekt von Marcel Heym, der aber längst nicht mehr allein auf der Bühne steht. An den Tasten und weiteren Instrumenten (Gitarre, Klangspiele etc.) wird er von Morlin Baginski und Luka Björk Küssner unterstützt. Zudem sind im Hintergrund viele weitere Personen in das Projekt involviert, allesamt Freunde von Marcel. Genau diese harmonische, leidenschaftliche und freundschaftliche Stimmung kommt von den Musiker*innen super rüber. Die liebevolle Dekoration aus Gräsern und zwei alten Windrädern, wie man sie aus amerikanischen Filmen kennt, unterstrich das Ganze perfekt. Und dann war da natürlich die Musik. Obwohl wahrscheinlich alles bis ins kleinste Detail durchdacht und perfektionistisch arrangiert ist, entfaltet sich live ein ungemein warmer, gefühlvoller Sound. Leider könnte dies aber vorerst der letzte Auftritt von ORBIT gewesen sein; Marcel merkte an, dass nach den vielen Konzerten seit dem letzten Album nun erst einmal eine Pause ansteht. Als sich die Band und viele ihrer Freunde nach dem Konzert auf der Bühne in den Armen lagen, spürte man auf jeden Fall, dass hier ein wichtiges Kapitel zu Ende ging.<br><br>Mit diesem emotionalen Konzert endete auch das Nürnberg Pop Festival. Insgesamt ziehe ich ein sehr positives Fazit. Den Macher*innen gebührt ein riesiges Lob: Die vielen verschiedenen Bühnen logistisch zu managen, ist eine Mammutaufgabe. Bis auf winzige Ausnahmen hat alles reibungslos geklappt, und auch das Security-Personal war durchweg extrem freundlich. Dass das Konzept eines Clubfestivals generell nicht ganz mein persönlicher Favorit ist, wusste ich schon vorher. Die Wege sind zwar nicht endlos lang, aber man überlegt sich aufgrund drohender Einlassstopps eben dreimal, ob man die Location wechselt. Auch die Getränkesituation ist logistisch knifflig: Da man keine Getränke zwischen den Clubs mitnehmen darf, verzichtet man oft ganz darauf, weil man nicht weiß, wie lange man bei einer Band bleibt. Oder man will gerade motiviert zum nächsten Act aufbrechen, während sich jemand aus der Gruppe frisch versorgt hat – schon steht man vor der Wahl, sich aufzuteilen, das Getränk zu exen oder es stehenzulassen. Für eine größere Freundesgruppe stelle ich mir das Festival daher nicht ganz unkompliziert vor.<br>Ebenfalls schade fand ich, dass es kein gedrucktes Programmheft oder ein kleines Faltblatt für die Hosentasche gab, das die Acts vorstellt oder zumindest den Timetable abbildet. So wanderte der Blick zwangsläufig oft aufs Smartphone. Das ist jedoch keine ideale Lösung: Der Timetable passt nicht ganz aufs Display, und in manchen Kellern schaute man mangels Internetverbindung komplett in die Röhre. Auch für die Acts selbst wäre ein kleines Heftchen eine schöne Wertschätzung. Natürlich würde das einen großen redaktionellen Aufwand bedeuten, auf der anderen Seite hätten die Sponsoren bestimmt nichts dagegen nochmal aufzutauchen.<br>Das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau. Denn unterm Strich war das Nürnberg Pop 2026 definitiv wieder den Besuch wert und bot für mich persönlich das attraktivste Line-up der letzten drei Jahre. Ich bin mir sicher: Wir sehen uns 2027 wieder, Nürnberg Pop!</p>
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		<title>HEADBUTT &#8211; Repeat</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/headbutt-repeat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bernd Cramer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2026 18:28:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn eine Band ihr Album-Artwork dermaßen schlicht gestaltet wie im Fall von HEADBUTT, könnte man ihr womöglich Einfallslosigkeit unterstellen. Ich vermute hingegen ein anderes Motiv dahinter, nämlich das Ziel, durch die Reduzierung des Äußeren den Fokus ausschließlich auf die Musik zu richten. Denn wenn &#8222;Repeat&#8220; eines verdient, dann Aufmerksamkeit. Ansonsten besteht nämlich die Gefahr, sich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-white-background-color has-background">Wenn eine Band ihr Album-Artwork dermaßen schlicht gestaltet wie im Fall von HEADBUTT, könnte man ihr womöglich Einfallslosigkeit unterstellen. Ich vermute hingegen ein anderes Motiv dahinter, nämlich das Ziel, durch die Reduzierung des Äußeren den Fokus ausschließlich auf die Musik zu richten. Denn wenn &#8222;Repeat&#8220; eines verdient, dann Aufmerksamkeit. Ansonsten besteht nämlich die Gefahr, sich in dem Wechselbad aus rastlosen Gitarrenriffs, sphärischen Momenten und energetischem Gesang zu verheddern. Songs wie &#8222;For you&#8220;, &#8222;Mountain&#8220;, &#8222;Free fall&#8220; oder &#8222;Masterpiece&#8220; bewegen sich im Spannungsfeld zwischen sperrigem Post-Hardcore und melodischem Alternative Rock, wobei die Stimmgewalt der Sängerin ganz klar das zentrale Element im HEADBUTT-Sound darstellt. Das Stück &#8222;Dosis erhöhen&#8220; startet mit einer Strophe auf Deutsch und wirft die Frage auf, warum sich die Berliner*innen nicht häufiger auch ihrer Muttersprache bedienen. Aber unabhängig davon ob auf Deutsch oder Englisch vorgetragen: HEADBUTT setzen mit diesem Debütalbum definitiv ein fettes Ausrufezeichen!</p>



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<p class="responsive-video-wrap clr"><iframe loading="lazy" title="Headbutt - Day by Day (Official Video)" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/NqTv3uKPf2E?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>DESOLAT &#8211; Obsolet</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/desolat-obsolet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simon-Dominik Otte]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2026 13:07:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich muss ehrlich sein: Erwartet hatte ich bei Band- und Albumnamen eher eine Coverband von DAS ICH, jetzt kommt ein Aber: Aber das war glücklicherweise nicht der Fall. Vielmehr frönen DESOLAT dem Post-Punk, manchmal auch dem Grunge oder dem Sound der FLIEHENDEN STÜRME. Die Gitarren sägen, die Drums zerschneiden die Luft und die Klangflächen dahinter, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/desolat-obsolet/">DESOLAT &#8211; Obsolet</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background">Ich muss ehrlich sein: Erwartet hatte ich bei Band- und Albumnamen eher eine Coverband von DAS ICH, jetzt kommt ein Aber: Aber das war glücklicherweise nicht der Fall. Vielmehr frönen DESOLAT dem Post-Punk, manchmal auch dem Grunge oder dem Sound der FLIEHENDEN STÜRME. Die Gitarren sägen, die Drums zerschneiden die Luft und die Klangflächen dahinter, davor und dazwischen legen einen Teppich unter die kühlen, dunklen Texte von Markus Gornik. Aber auch hymnisch können die Ückendorfer, wie sie mit &#8222;Wie ich zerbrech'&#8220; (im Übrigen Danke für den Apostroph!) unter Beweis stellen. <br>&#8222;Obsolet&#8220; ist dieses Album wirklich nicht, wenn es auch nicht immer in der Lage ist, mit jedem Song zu überzeugen, sich teilweise etwas zu sehr auf dem eigenen Können und den üblichen Melodien ausruht, so gelingt es dem zweiten Longplayer von DESOLAT doch, sich ein musikalisches Feld zu erarbeiten, mit dessen Ernte sie mehr als zufrieden sein können. Bei einigen Songs denke ich, dass so vielleicht PEARL JAM klingen würden, wenn Eddie Vedder es mal mit deutschen Texten versuchen würde &#8211; und dieser Vergleich ist rein positiv gemeint. <br>Insgesamt betrachtet ist &#8222;Obsolet&#8220; ein ordentliches Grunge / Post-Punk-Album, das es sich durchaus in so mancher Musiksammlung bequem machen wird. </p>



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<p class="responsive-video-wrap clr"><iframe loading="lazy" title="Desolat  - Winona (Offizielles Video)" width="1200" height="900" src="https://www.youtube.com/embed/aVLsXEEty_o?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>LE_MOL &#8211; Split split</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/le_mol-split-split/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simon-Dominik Otte]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Oct 2026 18:08:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alles zerreißt, spaltet sich, bricht auseinander, gefühlt sogar die ganze Welt. Somit erscheint es einfach nur nachvollziehbar, dass LE_MOL ihr neuestes Werk eben &#8222;Split split&#8220; betitelt haben. Dabei beweist die Musik auf diesem Album, dass eben sie dazu beitragen kann, dass alles auch wieder verbunden wird &#8211; nicht nur über die Loops, sondern auch schon [&#8230;]</p>
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<p class="has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background">Alles zerreißt, spaltet sich, bricht auseinander, gefühlt sogar die ganze Welt. Somit erscheint es einfach nur nachvollziehbar, dass LE_MOL ihr neuestes Werk eben &#8222;Split split&#8220; betitelt haben. Dabei beweist die Musik auf diesem Album, dass eben sie dazu beitragen kann, dass alles auch wieder verbunden wird &#8211; nicht nur über die Loops, sondern auch schon über die Verbindung einzelner Stile, setzen sich die Tracks doch aus Bestandteilen von beispielsweise Wave, Shoegaze und Post-Punk zusammen, um dann ein Gesamtbild des Post-Rock abzuliefern. <br>Da LE_MOL mit nur sehr wenigen Ausnahmen instrumental zu Werke geht, bleibt ein enormer Raum für eigene Interpretationen (und vielleicht sogar eigene Texte, die man über die Klangwände setzen möchte &#8211; möglicherweise ging es mir so), Raum für Nachdenken, den man sich im every day life viel zu selten nehmen kann. <br>LE_MOL vermitteln Gefühle, erwecken sie mindestens zum Leben, auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlicher Intention. Und lässt man sich in diese Gefühle fallen, dann stellt man fest, wie sehr sich &#8222;Split split&#8220; als Hintergrund, als Stütze für eben diese Gefühle eignet, wie viel einfacher es wird, den Gedanken ihren verdienten Platz und ihre verdiente Zeit einzuräumen. <br>Ist dann das Ende erreicht, der letzte Loop-Hall von &#8222;One third split second&#8220; erklungen, sind die Hörenden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dem eigenen Leben ein gutes Stück näher gekommen, vielleicht sogar der eigenen Seele. LE_MOL eröffnen Räume &#8211; zum (Nach-)Denken, zum Fühlen, zum Treibenlassen. Lasst euch drauf ein!</p>



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