EPOXIES – Stop the future

Die neue EPOXIES ist draussen!!!


Haalloooo! Ich sagte: „Die neue EPOXIES ist draussen!“ Das heißt rein in die Schühchen, zum Plattenhändler ihres Vertrauens sprinten und fix gekauft das Teil! Also los!


Langsam komme ich mir wie Peter Lustig vor („Seid ihr immer noch da?“). Aber ich sehe schon, wir haben es hier einer Ansammlung von Nicht-Bekehrten zu tun. Dann lasst mich mal machen …
Als die EPOXIES vor ca. fünf Jahren ihre erste 7“ rausbrachten mit dem seltsamen Mix aus Garagen-Punk, New Wave und 80’er Style, da waren sie noch fast allein auf weiter Flur. Mit zunehmender Bekehrung der nach tanzbarer Mutanten-Musik dürstenden Massen gab es immer mehr Nachahmer und Kopisten (die sind fast so schlimm wie diese verdammten Papisten, welche ja dank des Hitler-Jugend geschulten Papstes wieder auf dem Vormarsch sind!), so dass man heute an allen Ecken und Enden auf New und No Wave Punk Bands trifft. Die EPOXIES stehen allerdings meilenweit über dem kläglichen Sumpf aus Trendkaspern und Freizeit-Mutanten. Nicht nur ihre wirklich fantastischen Live-Auftritte (mit Laser-Beams und Luftblasen-Maschine, Nebel und Stroboskop, sowie Bühnenoutfits der Marke „Wer hat den Mutanten das Panzertape gegeben?“), mit denen sie sogar das engstirnige Abiturienten-Publikum von NO FX begeistern konnten (außer natürlich in Köln, aber was will man schon von einer Stadt erwarten, die nicht nur katholisch ist, sondern auch Karneval feiert und für Reichsverdummungskommissar Stefan Raab verantwortlich ist?), trägt dazu bei, vor allem ihre Fähigkeit immer wieder eingängige und tanzbare Songs zu schreiben, die niemals anbiedernd oder trendy sind, sich aber trotzdem in deinem Gehirn festsetzten und deine Beine willkürlichen Schwingungen aussetzen.
Aber ich schweife ab. Die unwissenden Massen da draußen fragen sich noch immer, was für Musik diese Mutanten eigentlich machen und wieso der Mutant am Computer nicht langsam zur Sache kommt. Überraschenderweise hilft da der Promozettel weiter: stellt euch vor, DEBBIE HARRY (BLONDIE) und DEVO (DEVO) würden sich in einem von Punks besetzten Haus ineinander verknallen und aus lauter überschüssiger Energie (ihr kennt das bei frisch Verliebten, oder?) eine Band nach ihrem Image, Aussehen und Vorlieben hybridisieren wollen, dann wäre diese Band die EPOXIES. Alles klar jetzt? Vielleicht hilft ja folgende Beschreibung weiter: wenn die 80er nicht scheiße, sondern cool gewesen wären, wenn also die Neue Deutsche Welle nicht gleich von Musikmanagern und Schlagersängern („Kleine Taschenlampe brenn’“ meinen Arsch!) kaputt gemacht worden wäre und mehr Herz, Seele, Gitarren und vor allem echte Schlagzeuge dabei gewesen wären, dann wären die EPOXIES heute wirklich nur eine Nostalgie-Band.
Jetzt aber zur neuen Scheiben, die natürlich ein echter Hit ist. Vielleicht nicht ganz so sperrig und schräg wie der Vorgänger, aber immer noch gut genug für alle Mutanten der Welt. Garagen Punk mit 80er Synthies, arschcoolen Melodien und einer Stimme mit hypnotischen Ausmaßen. Dazu noch ein Cover von … na? … Ratet mal von wem! … Genau von den SCORPIONS (Robot man) und fertig ist eine Platte für den Frühling im Stadtpark, den Sommer am Baggersee, den Herbst in der Kneipe und den Winter unterm Weihnachtsbaum – meines Erachtens, eine der ganz wenigen Ganzjahresplatten dieses Planeten.

UND JETZ RENNT ENDLICH ZUM PLATTENLADEN, IHR NASEN!!!

Bewertung: 9/10

Veröffentlichungsdatum: 17.05.2005