DANKO JONES – Danko labert zu viel

Gerade mal acht Jahre ist es her, dass DANKO JONES, noch völlig unbekannt in Deutschland, als Vorband von den BACKYARD BABIES auf deren „Making enemies is good“ Tour in Kassel mein Herz in Flammen aufgehen lies. Keine so lange Zeit, um den hart erarbeiteten Aufstieg von DANKO JONES in genau umgekehrter Reihenfolge noch mal auf deutschen Bühnen zu zelebrieren.
Beim Betreten der Location ist schon die erste Vorband auf der Bühne: MOORANGE, die angeblich durch Online-Voting zu dieser Ehre gekommen sind. Gespielt wird Durchschnittsrock ohne Melodie, jeder Song hört sich dem letzten ähnlich an, und der Sänger weiß nicht recht, ob er jetzt springen oder tanzen soll oder will. Am Ende wird noch der Bass so hoch gedreht, dass ich aus Angst, Herzrhythmusstörungen zu bekommen, mit flatternden Hosenbeinen in die Raucherlounge flüchte.
Drei Bier später bin ich voller Vorfreude und ergötze mich erstaunt an GUNS N‘ ROSES, die beim Umbau aus den Boxen trällern. Ein weiteres Bier später betreten BACKYARD BABIES die Bühne: Nicke Borg ganz ungewöhnlich im Dandy-Look, Dregen gestylt mit Mütze und Jacke für die ersten drei Songs und nur Peder und Johan wie immer. Ohne viel Zwischengerede wird ein guter Querschnitt von allen Platten gespielt. Kein Hit fehlt. Schon beim ersten Song schreie und zappele ich mich mit ein paar Dregen-Kopien in Rage und komme erst nach dem letzten Song wieder zu mir. Mein Gott, ich bin völlig benommen, und um mich herum kündigt sich Achselterror an. Was soll’s, fuck off and die.
Nach kurzer Pause ist dann endlich der Hauptakt des Abends dran: DANKO JONES. Es beginnt auch gleich vielversprechend mit den Hits der neuen Platte. Aber der Funke springt nicht über. Danko labert zu viel, versucht mit den gleichen Witzen wie schon die letzten Male die Menge zu belustigen, erzählt von Oralsex und zwar die gleiche Geschichte wie auf der letzten Tour. Alles ist tausendfach gesehen und gehört. Viele lachen zwar, aber mir ist sein Benehmen einfach zuwider, zu aufgesetzt und zu prollig. Daher wird der große Mann plötzlich ganz klein für mich, und beschämend den Kopf gesengt verlasse ich kurz vor dem Ende das Konzert. Schade!