CLOROFORM – Schier Rock’n’Roll

Es gibt so Tage, da geht man auf ein Konzert und hat noch nie von der Band gehört, meistens in irgendeinem schangeligen Laden, wo der Eintritt frei ist und das Bier billig. Und dann gibt es Tage, da geht man in einen Laden mit einem durchschnittlichen Eintrittspreis von knapp 15€ und sieht eine Band, die man nicht kennt, ohne Eintritt zu zahlen…
Merkwürdige Dinge spielten sich ab, nicht nur auf der Bühne im Knust, sondern vorher auch beim Spiel des FC St. Pauli gegen Werder Bremen. Aus der Kälte direkt ins warme Knust, wo das Spiel vorher live übertragen wurde. Die Jungs von CLOROFORM standen schon auf der Bühne. Eintritt frei, wegen der Querfinanzierung mit dem Fußball. Gute Sache, denn ansonsten hätten die Norweger mit Sicherheit nicht ein so großes Publikum überzeugen können. Und das taten sie einzigartig. Ein singender Keyboarder, ein riesiger Kontrabass-Spieler, ein quergestellter Schlagzeuger und ein im Vergleich winziger Gitarrist in verschieden-farbigen Overalls machten druckvollen Rock, vergleichbar vielleicht mit den DRESDEN DOLLS oder einigen Projekten von MIKE PATTON oder eventuell den DESERT SESSIONS-Kooperationen. Von wilden Wutausbrüchen bis hin zur feinen Melodie wurde alles geboten. In perfekter Show, auch auf der großen Bühne. Das zunächst wenig interessierte Publikum und viele, die einfach nach dem Spiel noch ins Knust strömten, dankten es ihnen, und es bildete sich sogar eine kleine tanzende Meute.
Live sind CLOROFORM ein echter Geheimtipp, mal fernab der ganzen Hype-Bands aus England, hier geht es um echten Rock’n’Roll mit Wumms.