BIG BLACK DELTA – s/t

Schon mit dem Namen angedeutet, zieht sich das zweite Album dieser Mensch-Maschine-Interaktion wie ein schwarzes Gewitter über das heimische Zimmer, sobald man die CD einschiebt. Gestartet als Ein-Mann-Projekt auf Drängen des ehemaligen NINE-INCH-NAILS-Mitglieds Alessandro Cortini, der nach der Devise lebt, dass das Schlimmste, was passieren könnte, ist, wenn sich niemand drum schert.
Also stellte sich Jonathan Bates an seinen Rechner, stöpselte allerhand Technik dran und jagt seine Stimme hin und wieder durch einen Vocoder, während er todessehnsüchtige, brachiale Synthie-Wellen aus der Galaxie schickt. Wenn es auch streckenweise etwas anstrengend und nach zu viel auf einmal wirkt, funktioniert das Konzept im Großen und Ganzen. Nachdem der ganze Song bereits vor der Schwere des eingesetzten Materials knarzt und kreischt, wird die nächste Soundschicht einfach etwas lauter draufgelegt, sodass man nicht mehr das Gefühl der weltallhaften Schwerelosigkeit besitzt, sondern sich wie ein augenloser Fisch im Hochdruck der schwärzesten Tiefsee fühlt. Das macht dieses Album wenig alltagstauglich, aber eignet sich sicher für die ein oder andere Themenparty.
Vielleicht sollte sich Bates für sein Zweitwerk überlegen, eine Woche auf dem Land mit viel Klingklang und ein paar Blumen zu verbringen. Geschadet hat es noch keinem.