THE ELEPHANTS – Draußen kalt, drinnen warm

Auch wenn LASSARD bereits eine Woche später in der Astra-Stube ihr Fünfzigstes-Konzert-Jubiläum feierten: im Grünen Jäger sah man die Hamburger Jungs bislang noch nie. Damit sollte heute Schluss sein, und wie sich herausstellte, war dies auch eine weise Entscheidung. Der Sound hätte besser nicht sein können, und auch musikalisch trafen LASSARD im Jäger hundertprozentig auf ihre Zielgruppe. Die Stimmung passte, und die Zuschauer bequemten sich nicht erst zum Hauptact vor die Bühne. Sänger David erinnerte mich heute optisch an eine Kopie von MONEYBROTHER alias Anders Wendin, musikalisch sind die Jungs aber bekanntlich nach wie vor in der Indie/Emo-Ecke zwischen älteren LAST DAYS OF APRIL und jüngeren GET UP KIDS unterwegs. Gefiel! Auf die nächsten 50!
Danach kurze Umbaupause, und los ging’s mit den ELEPHANTS, die kürzlich erst ihr herzerwärmendes Debütalbum vorlegten. Ich bin mir nicht sicher, warum die Teilnahme an unserer Gästelistenplatz-Verlosung insgesamt eher mau ausfiel, beim Konzert im Grünen Jäger konnte von Teilnahmslosigkeit aber nicht die Rede sein. Sowohl was die Zuschauerzahl als auch die Stimmung anging. Sich dem warmen Sound der Dänen zu entziehen, fällt aber auch verdammt schwer, verbinden die ELEPHANTS doch äußerst eingängige Indiepophymnen mit funkigen Bassmelodien und zartem zweistimmigen female/male Gesang von Bjarke und Martine. Da liegen die BEACH BOYS nicht fern, dann aber auch wieder die CARDIGANS ganz nah und natürlich auch BELLE & SEBASTIAN direkt nebenan. Herrlich! Das Publikum verlangte nach Zugaben und bekam davon auch nicht zu wenig. Ich glaube, das Set wurde letztlich beendet, weil das Repertoire der Band erschöpft war. Ein schöner Konzertabend, und im Anschluss folgte natürlich noch die ganze Nacht lang Disco.