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	<title>Steffen Reil, Autor bei .:blueprint fanzine:.</title>
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		<title>Unten am Havn &#8211; Copenhagen meets Hamburg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Reil]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Sep 2013 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Livereviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dänemark &#8211; das Schweden des kleinen Mannes. Nicht nur in Sachen Verkehrspolitik ganz weit vorn, auch musikalisch spielt der Däne mit seinem skandinavischen Flair souverän in der Champions League. Besonders vorbildlich ist hier natürlich die Fahrrad- und Musikhauptstadt Kopenhagen. So machten sich tatsächlich kürzlich sieben Hamburger Bezirksamtsleiter gemeinsam auf die Reise, um mal vor Ort [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dänemark &#8211; das Schweden des kleinen Mannes. Nicht nur in Sachen Verkehrspolitik ganz weit vorn, auch musikalisch spielt der Däne mit seinem skandinavischen Flair souverän in der Champions League. Besonders vorbildlich ist hier natürlich die Fahrrad- und Musikhauptstadt Kopenhagen. So machten sich tatsächlich kürzlich sieben Hamburger Bezirksamtsleiter gemeinsam auf die Reise, um mal vor Ort zu schauen, wie es funktionieren kann, neben der lärmenden, stinkenden Umweltkatastrophe &#8222;Auto&#8220; verstärkt eine intelligente Fortbewegungsalternative namens &#8222;Fahrrad&#8220; zwischen den Blechlawinen unterzubringen. Das ist doch schon mal ein Anfang. Burn Fat not Oil, Suckers! Und für die Erweiterung des musikalischen Horizontes lud sich der Hamburger am vergangenen Wochenende dänische Botschafter der Popmusik an die Elbe. &#8222;Unten am Havn &#8211; Copenhagen meets Hamburg&#8220; heißt das Kulturfestival im ehemaligen Englandfährterminal, das nach dem Pop-Weekend noch bis zum 6. September allerlei experimentelle Kunst im Programm hatte. Aber sorry, nichts für mich!</p>
<p>&#8222;Cause what you now hear<br />
is the same thing you hear when you put your ear close to my heart<br />
and that´s why I like music better than art&#8220;<br />
(RANDY, Örebro 2005).</p>
<p>Die Location selbst war mir Kunst genug. Ein riesiger gläserner Klotz aus Beton und Stahl direkt am Wasser, der seit der Einstellung des Fährbetriebes seine Daseinsberechtigung sucht und vielleicht in der Ausrichtung von Events dieser Art gefunden hat. Die Halle zwar sehr kahl und eine akustische Herausforderung für Beschallung mit lauter Strommusik &#8211; dafür die Bühne vor einer Glasfront mit Panoramablick auf die Elbe. Zwischen den Acts kurz frische Seeluft schnappen gehen auf Rollrasen hinter windschützendem Plexiglas. Schick, schick. Vielleicht eine Spur zu gediegen das Ganze: zu sehr Afterworkparty-Feeling &#8211; zu wenig Summer of Love. Oder wie es der Hamburger Elektromusiker EROBIQUE am Samstag formulierte: &#8222;Ey, ist das eigentlich laut genug da unten? Ich bin das nicht gewohnt, dass mich Erwachsene in Erwachsenenkleidung anstarren. Ihr sollt tanzen, ich bin nicht so spannend: Bart, Bauch, Brille. Freak fucking out in the name of Love!&#8220; Herrlicher Typ! Sieht aus wie Benicio del Toro in &#8222;Fear and Loathing&#8220;, singt wie Jaques Palminger und macht crazy, funky, groovy Tanzmusik mit viel LoFi-Charme. Definitiv ein Highlight nach dem weniger begeisternden Freitag, den die dänische Powernudel HELENE HART einträllerte. Sah aus wie die junge Gitte Hænning, sang jedoch leider wie Alanis Morisette. Dann doch lieber wie Gitte Hænning. Nach ihr enterten KITES &amp; KOMETS die Bühne und bekamen den penibelsten Soundcheck der Musikgeschichte. Sechs individuelle Monitormixes wurden eine Stunde lang abgemischt wie auf CD. &#8222;Could I have the Schüttelei 3 dB louder on my Monitor, please!&#8220; Alter Däne&#8230; Die Musik war dementsprechend glatt und perfekt, keine Spur von LoFi-Charme, höchstens durch den analogen Rauschebart des Sängers, dafür Spuren belanglosester Tanzmusik der 80er und 90er. Die Leute trotzdem: begeistert. Begeisterung im wahrsten Sinne kam bei mir erst am Samstag auf, als Frontmann und Rauschebartkonkurrent Frederik Vedersø mit seinem exotischen Musikerkollektiv THE ECLECTIC MONIKER die kühle Elbbrise plötzlich in warme karibische Sommerluft verzauberte. Vedersøs Bart eher das Modell Hassprediger &#8211; aber die Predigt war: L-o-v-e! Hätte man mir vorher gesagt: &#8222;Entschuldigen Sie, gleich kommt der Messias, trägt einen Piratenohrring, macht afro-karibischen Indie-Pop, singt mit einer SEAL-mäßigen Stimme ´People of the sun, unite´ und du wirst es fressen wie Bountys&#8220;, ich hätte es eher nicht geglaubt. War aber so. Auch Kollege Gerdes war von den Socken: &#8222;Ey, die machen alles, was man eigentlich nicht machen darf: ausschweifende Gitarrensoli, Mitklatschen, Posen&#8230;&#8220; Sich geknutscht haben sie auch noch. Grandiose Live-Band. Im Herbst sind sie wieder da. Ich auch. Und was ging sonst noch so, Kollege Gerdes? Hat sich noch jemand geknutscht?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft size-full wp-image-20660" src="http://blueprintfanzine.de/wp/wp-content/uploads/uah2-1.jpg" alt="" width="800" height="598" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/uah2-1.jpg 800w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/uah2-1-300x224.jpg 300w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/uah2-1-235x176.jpg 235w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/uah2-1-80x60.jpg 80w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>(jg) Ich mich selbst nach dem überzeugenden 4-1 der Gladbacher gegen Ihren Lieblingsverein Werder Bremen, Herr Radler Reil. Liebevoll ging es am Samstag auch schon mit der ersten Band zu. THE FORGOTTEN BIRDS sind Jan Gazarra, den man bereits als Solokünstler kennt und der von der Pianistin, Gitarristin und vor allem zweiten Stimme Judy Willms unterstützt wird. Live sind noch die Französin Hélène Gaudet (Bass), der Schlagzeuger der GOLDENEN ZITRONEN, Stephan Rath, und als zweiter Gitarrist Alexander Polzin dabei, den man vielleicht aus dem Elektrobereich kennt und der heute außerdem Geburtstag hatte. Die Musik der FORGOTTEN BIRDS wird mitunter als Country Folk bezeichnet, man kann es auch einfach melancholischen Indie-Pop nennen. Dies ist vor allem dem perfekt harmonierenden Gesang des Duos Gazarra/Willms geschuldet. Im Oktober erscheint ihr Debüt-Album, Release-Party ist am 3. Oktober im Nachtasyl, hier ihr bezauberndes Video zu &#8222;Fools rush in&#8220;: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ma4tZxdJgJ0">http://www.youtube.com/watch?v=ma4tZxdJgJ0</a><br />
Wesentlich lauter wurde es anschließend mit DARLING DON´T DANCE. An den Saiteninstrumenten: Drei Damen mit sehr rotem Lippenstift und hohen Schuhen, am Schlagzeug: ein wuseliger Typ, Marke The Animal. Das klang wie die dänische Ausgabe von DINOSAUR JR. oder SONIC YOUTH und war, schon allein aufgrund der Lautstärke, ein ziemliches Brett. Musikalisch noch sehr tief in den Neunzigern verwurzelt, als Grunge noch kein Schimpfwort war und dem Punk noch ziemlich nahe stand. Mir für den frühen Abend fast ‘nen Tick zu lärmig.<br />
Die anschließenden COMPLICATED UNIVERSAL CUM machten in ihrem Indielook (der in Kopenhagen übrigens noch populärer zu sein scheint als beispielsweise in Berlin) zwar optisch was her, konnten mich musikalisch dafür umso weniger begeistern. Wenn man bedenkt, dass hier gleich sieben Leute auf der Bühne standen, passierte dafür ausgesprochen wenig. Da stellt sich die Frage, ob es tatsächlich bis zu vier Gitarren gleichzeitig bedarf. Wer jedoch Krautrock mit leichten psychedelischen Ausflügen etwas abgewinnen kann, könnte hier Gefallen dran finden. Dass man zu siebt eigentlich viel mehr veranstalten kann, bewiesen anschließend THE ECLECTIC MONIKER. Siehe oben.</p>
<p><a href="http://www.unten-am-havn.net/" rel="noopener" target="_blank">http://www.unten-am-havn.net/</a></p>
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		<title>SOLEMN LEAGUE &#8211; Different lives</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Reil]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 May 2012 12:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>SOLEMN LEAGUE. Wird da eigentlich sowohl das M als auch das N mitgesprochen? SoleMMM-NNN? Ähnlich umständlich wie bei dem deutschen Wort &#8222;Szene&#8220;, welchem von geschulten Sprecherinnen gerne mit einem überdeutlichen SSS-ZZZene gefrönt wird. So viel Zeit muss sein. Ich bekomme den Bandnamemn in aller Regelmäßigkeit zu lesen. Denn er wurde zusammen mit dem Namen der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>SOLEMN LEAGUE. Wird da eigentlich sowohl das M als auch das N mitgesprochen? SoleMMM-NNN? Ähnlich umständlich wie bei dem deutschen Wort &#8222;Szene&#8220;, welchem von geschulten Sprecherinnen gerne mit einem überdeutlichen SSS-ZZZene gefrönt wird. So viel Zeit muss sein. Ich bekomme den Bandnamemn in aller Regelmäßigkeit zu lesen. Denn er wurde zusammen mit dem Namen der tollen Band CAPTAIN PLANET auf einem hübschen Konzertplakat verewigt, welches seit 2008 die Wand des Plattenladens meines Vertrauens ziert. Und jedes Mal frage ich, ob ich es bitte endlich mitnehmen darf. Mittlerweile reicht eigentlich nur noch ein fragender Blick meinerseits und ein müdes Lächeln seinerseits aus, welches sagt: &#8222;Isn`t, Alder!&#8220; Eines Nachts werde ich dort einsteigen. Am nächsten Morgen wird der Inhaber mit Entsetzen die aufgebrochene Tür erblicken, vorsichtig seinen Laden betreten, panisch die Regale nach raren Liebhaberstücken durchforsten, doch das Einzige, was fehlt, ist dieses Poster &#8211; und meine Kundendaten, bin ja nicht blöd. Ach Schmarrn, bin eh zu alt für Poster. Poster sind für Jugendzimmer. Poster sind die Hochbetten der Wanddekoration. Es sei denn, ich rahme es. Dann ist es ein Bild. Bilder sind die Ehebetten der Wanddekoration. Ein gediegener Holzrahmen wäre adäquat. Ich fälle dazu die Holzbeine meines Hochbettes. Hack, hack. &#8222;Was machst du da, Steffen?&#8220; &#8211; &#8222;Erwachsenwerden!&#8220; Hack, hack, rhythmisch zur neuen SOLEMN LEAGUE, die sich als grünes Vinyl auf dem Plattenspieler dreht. Die klingt nämlich auch ganz schön erwachsen für so schmuddelige Punkmusik. Post-Youth-Core! Aber man hat noch viel vor. &#8222;Different lives&#8220; geht dabei einen mutigen Mauseschritt Richtung Mitsingbarkeit und deutlich entfesselter nach vorn als noch die ersten beiden Lebenszeichen von SOLEMN LEAGUE (http://blueprintfanzine.de/wp/home/index.php?page=cat&amp;Rub=2&amp;EID=5137 und http://blueprintfanzine.de/wp/home/index.php?page=cat&amp;Rub=4&amp;EID=4740). So muss das sein! Aufbruch und Euphorie gefärbt durch Unruhe und Ungewissheit, spuckt mein freier musikalischer Assoziationsroboter gerade aus. It may resonate differently in you, fügt er kleingedruckt hinzu. Zu maximaler Resonanz in mir schwingt sich &#8222;Magnificient liar&#8220; auf. Derbe geil abkratzendes Backround-Gerufe! &#8222;Choose your weapon&#8220; räumt auch nochmal gut ab. Auf lange Strecke pendelt die Begeisterungskurve aber dann doch eher gen solider Gutfindung. Kommt wohl auch davon, dass ich derzeit täglich die &#8222;Dirty Water&#8220;-EP von die RVIVR abfeiere, gegen die einfach alles verblasst.<br />
Erschienen ist der Erwachsenenpunk bei Kids in Misery. Das klingt wiederum schwer nach Hochbett. Oder wie eine Reportage über Kinder in Ostafrika. Ist das Emo-Selbstironie? Ich will es mal hoffen, angesichts der vielen anderen feinen Veröffentlichungen neben dieser feinen hier.<br />
Hör halt mal rein: http://solemnleague.bandcamp.com/album/different-lives</p>
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		<title>MIMAS &#8211; Lifejackets</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/mimas-lifejackets/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Steffen Reil]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor 15 Jahren war ich 15, lebte in einer Kleinstadt, und wenn ich neue Musik entdecken wollte, musste ich entweder beim örtlichen Dorfpunk vorsprechen oder eine halbe Stunde mit Bus und Bahn nach Hannover reisen und mich bei WOM durch die übersichtliche Vorauswahl in den Regalen arbeiten, um mich dann erst noch in die Schlange [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor 15 Jahren war ich 15, lebte in einer Kleinstadt, und wenn ich neue Musik entdecken wollte, musste ich entweder beim örtlichen Dorfpunk vorsprechen oder eine halbe Stunde mit Bus und Bahn nach Hannover reisen und mich bei WOM durch die übersichtliche Vorauswahl in den Regalen arbeiten, um mich dann erst noch in die Schlange am Vorspieltresen einzureihen. Beim Umsteigen im Problembezirk Stöcken wurde einem womöglich noch das Kappy abgezogen. Heute gibt es eine Trilliarden Bands, die nur einen Mausklick weit entfernt sind – das ist Fluch und Segen zugleich. Einen Zeitgewinn bringt das virtuelle Stöbern im ständig verfügbaren Überfluss jedenfalls nicht gerade mit sich. Eher im Gegenteil. Aber dafür höre ich heute beim Joggen grandiose Schülerbands aus Pennsylvania, die wohl nicht mal in ihren eigenen Schulen sonderlich bekannt sind. Vor 15 Jahren entdeckte man Musik ja sogar noch per MTV, bzw. das M stand wenigstens noch für Musik und nicht für Müll. Meine Lieblingsmoderatoren waren Beavis and Butt-Head. Uhhhhh, this like, uhhh, sucks. Yeah, hehehehehe! Und heute? Gibt es einen schöneren Kommentar zur verzweifelten Lage der Musikindustrie als der vom weltweit größten Musiksender selbst, nämlich zur besten Sendezeit Reality-Soaps rauszuhauen, von denen man Ausschlag bekommt? Ein Genie-Streich! Aktionskunst als Hilfeschrei. &#8222;Ey sorry, Label, wir würden euer teuer produziertes Musikvideo ja gerne senden, aber wir haben leider schon diese Show am laufen, in der sich schreckliche Frauen mit zu hoch aufgepinselten Augenbrauen wüst beschimpfen. Habt ihr nicht zur Not noch ein knallbuntes Hochglanz-Video mit nem Affen, der darüber rappt, wieviel Zahlungsmittel und Sexualpartnerinnen er verbraucht? Das würde irgendwie noch in unser Konzept passen, uns selbst öffentlich das Klo runterzuspülen.&#8220; Es bleibt also eh nur der Weg ins vollkommen überflutete Tal der sogenannten Independentmusik. Wie auf einem Festivalgelände, wo in tausend verschiedenen Zelten gleichzeitig gespielt wird, irrt man umher auf der Suche nach dem Oho-Effekt: was geht hier? Nö, langweilig. Was geht hier? Hä, spielen die nicht gerade drüben? Was geht hier? Ach du Elend. Was geht hier? Ihh, mit Mitklatschen. Was geht hier? Treffer!<br />
&#8211; Ohooo, wer sind die denn?<br />
&#8211; Das sind die MIMAS! Kommen aus Dänemark.<br />
&#8211; Natürlich, Skandinavien. Geil, lustige Typen!<br />
&#8211; Ja, echt mal unterhaltsam.<br />
&#8211; Findet ihr? Mir sind die zu albern. Wie Clowns. Gleich springen sie noch durch brennende Reifen. Und dann kommen die armen Ponys mit den Partyhüten, die hektisch im Kreis laufen.<br />
&#8211; Maul, das ist Spielfreude!<br />
&#8211; Genau, die haben einfach Spaß und vor allem ordentlich Leidenschaft im Gesang.<br />
&#8211; Jo, der Typ ruft´s schön befreit raus.<br />
&#8211; Wenn dir der Gesang gefällt, empfehl ich dir auch sein Solo-Akustikprojekt DAD ROCKS.<br />
&#8211; Ah, ok. Wie nennt man das hier eigentlich? Post-Irgendwas?<br />
&#8211; Egal. Postrockfrickelfun.<br />
&#8211; Funktioniert das auch auf Platte?<br />
&#8211; Auf jeden Fall. Die neue, &#8222;Lifejackets&#8220;, ist eigentlich so ziemlich wie die davor: schön verrückt, nur etwas gleichförmig und jetzt nicht durchgehend grandios aber doch über weite Strecken zum Zunge schnalzen. Nur am Ende versuchen sie einen auf TRIP FONTAINE-Extase zu machen, das funzt überhaupt nicht.<br />
&#8211; Macht nichts, nehm ich mit.<br />
&#8211; Schau, sie spielen auch Trompete!<br />
&#8211; Leider keine Zeit mehr, muss weiter durch die anderen Zelte, sonst verpass ich noch irgendwas.</p>
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		<title>KENZARI&#8217;S MIDDLE KATA &#8211; Body vs. Function</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/kenzaris-middle-kata-body-vs-function/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Steffen Reil]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Feb 2011 11:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;All that I want is always to push forwaaard&#8230;&#8220;, wenn ich das aktuelle KENZARIS-Album auflege. Das muss ich nun leider trotz ausgiebiger Eingewöhnungszeit konstatieren. Lange gehorcht, ob da doch noch jemand durch die Hintertür kommt, aber isn`t. Was nicht heißt, dass &#8222;Body vs. Function&#8220; schlecht ist. Im Gegenteil. Es ist gewaltig, ein forderndes Werk, musikalischer [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;All that I want is always to push forwaaard&#8230;&#8220;, wenn ich das aktuelle KENZARIS-Album auflege. Das muss ich nun leider trotz ausgiebiger Eingewöhnungszeit konstatieren. Lange gehorcht, ob da doch noch jemand durch die Hintertür kommt, aber isn`t. Was nicht heißt, dass &#8222;Body vs. Function&#8220; schlecht ist. Im Gegenteil. Es ist gewaltig, ein forderndes Werk, musikalischer Zynismus, eine Abrechnung. Weltuntergangsstimmung herrschte ja bereits auf den vorigen Alben der Post-Hardcore-Kanonen, aber nun scheint`s das tatsächlich gewesen zu sein. Gute Nacht! Schon der Opener &#8222;Bailed off&#8220; wütet los wie Godzilla in Tokyo, scheint sich dann kurz zu beruhigen, wird aber wieder nervös, um anschließend permanent deinen Kopf gegen die Wand zu schlagen, während er dich anschreit. Danach dokumentiert das düstere, atmosphärenartige Zwischenspiel &#8222;Cross you, nosferatu&#8220; eine erschütternde Bestandsaufnahme, als würde man nach einem Atomkrieg zurück an die Erdoberfläche gekrochen kommen und spazieren gehen. Mit &#8222;Machinery is for the people&#8220; wird es nicht angenehmer. Ein monoton treibender Beat und ein nicht enden wollendes nörgeliges Gitarrenriff stellen dich in eine laute Stahlbaufabrik direkt neben eine Maschine. Erst nach über zwei Minuten tut sich was und die KENZARIS erinnern endlich an etwas, das sie auf ihren ersten beiden famosen Alben getan haben – sie spielen ein Lied. Doch dieses Gefühl ist auf &#8222;Body vs. Function&#8220; spärlich gesät und stets von nur kurzer Dauer. Über die weitesten Strecken sehe ich mich in diese monotone Fabrikhalle gestellt, aus der ich ausbrechen möchte, aber nur orientierungslos zwischen den Maschinen umher irre. Und vielleicht ist es auch genau das, was &#8222;Body vs. Function&#8220; &#8211; ein Kampf zwischen Selbstbild und tatsächlicher Funktion &#8211; erzeugen möchte. Ein Umtreiben und ausbrechen wollen aus dem ganzen Wahnsinn. Das Album ist in dieser Hinsicht natürlich eine interpretatorische Spielwiese. Und das musikalische Spiel selbst, der Sprechgesang, das Geschrei, die Energie, die Tightness, die schrägen Harmonien sind natürlich nach wie vor Champions League (authentisch eingefangen von Guido Lucas ohne zu dick aufzublasen &#8211; so muss das sein). Aber sie machen irgendwie keine Songs draus. Ständig dieses BEATLES-Helter-Skelter-Achtel-Ding, das als rhythmisches Hauptthema durchs Album poltert wie ein Panzer. &#8222;Jahaaa, genug auf dem Ton rumgeschreddelt, jetzt macht mal weiter&#8220;, so ungefähr. Lied Nummer Sieben &#8222;Ghost camera&#8220; kommt da wie eine Erlösung. Der einzige Song, bei dem die KENZARIS gnädigerweise kurz ihr großartiges Songschreibertum aufblühen lassen. Eine sehnsüchtige Melodie auf einem heimeligen Klavier, wie in einem Traum, dann urplötzlich ein Knall und das Ganze fällt in disharmonische Tiefe, als ob es aus dem Schlaf gerissen würde, um am Ende in einem derart orgasmischen Glücksbad zu landen, dass der ganze bisherige Wahnsinn vergessen scheint. Was natürlich nur von kurzer Dauer ist. In der anschließenden Abrechnung mit der gefestigten Vorstellung einer göttlichen Gerechtigkeit &#8222;Today´s theatres, tomorrow´s silence&#8220; ist gleich wieder Helter Skelter-Action angesagt. Hmm, diesmal schockt´s aber ganz gut. Der kam soeben durch die Hintertür. Die letzte Nummer &#8222;The red queen analogy&#8220; mutet dann eher wieder an wie eine dieser fiesen Atmosphären aus &#8222;Full Metal Jacket&#8220;. Aber soll ein Musikalbum klingen wie die Tonspur eines Kriegsdramas?<br />
Fazit: Kein Album zum Anhören, ein Album zum Hinhören. Genug getippt. &#8222;I´ve got blisters on my fingers&#8230;Pamm pamm pamm&#8230;.&#8220;</p>
<p>Anmerkung zur Bewertung: die KENZARIS spielen in einer anderen Liga. &#8222;Way beyond&#8220; sozusagen. Bei den drunten leuchtenden Sternchen from outa space handelt es sich deshalb in diesem Fall um eine eigens angefertigte KENZARIS-Skala, die nichts über die unvergleichliche Qualität sondern lediglich über die Genießbarkeit des Albums auszusagen versucht.</p>
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		<title>CAPTAIN PLANET vs. DUESENJAEGER &#8211; Erweitertes Wohnzimmer im Centro Sociale</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/captain-planet-vs-duesenjaeger-erweitertes-wohnzimmer-im-centro-sociale/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Steffen Reil]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Feb 2011 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Livereviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wollte mich Freitagabend erst im Thermo-Schlafsack vor die Tür des Centro Sociales legen, um mir einen Platz am Samstag bei dieser Mörder-Begegnung zu sichern. DUESENJAEGER treffen auf CAPTAIN PLANET – das ist Apollo Creed trifft auf Rocky Balboa, oder Mike Krüger trifft auf Olli Schulz. Alte Schule, neue Schule. Ratz fatz war es voll im [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/captain-planet-vs-duesenjaeger-erweitertes-wohnzimmer-im-centro-sociale/">CAPTAIN PLANET vs. DUESENJAEGER &#8211; Erweitertes Wohnzimmer im Centro Sociale</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wollte mich Freitagabend erst im Thermo-Schlafsack vor die Tür des Centro Sociales legen, um mir einen Platz am Samstag bei dieser Mörder-Begegnung zu sichern. DUESENJAEGER treffen auf CAPTAIN PLANET – das ist Apollo Creed trifft auf Rocky Balboa, oder Mike Krüger trifft auf Olli Schulz. Alte Schule, neue Schule. Ratz fatz war es voll im Centro, das im letzten Jahr noch mit urigem Schuppen-Charme gefiel und plötzlich nach Renovierungswahnsinn so aussieht, als wolle es demnächst Vernissagen veranstalten. Treten Sie bitte hinter die Linie, Danke. Als erste Band des Abends spielte eine Gruppe namens FACTOMAT. Dieser grauenhafte Metalmucker-Punk war audiovisuell so verstörend, dass selbst der obligatorische Höflichkeits-Applaus nach den Liedern ausblieb. Hust, hust. Unangenehm für beide Seiten. Als dann der Sänger, den sie Rattenmann nennen, daraufhin irgendwann bemerkte: &#8222;Ist wohl zu kalt zum rausgehen&#8220;, bin ich ich rausgegangen. Obwohl der quirlige Rattenmann mit der Frisur aus meinem heimlichen Lieblingsfilm &#8222;La Boum – Die Fete&#8220; eigentlich großen Unterhaltungswert besaß. Bühnenpräsenz allemal. Dann DUESENJAEGER. Ehrlich gesagt nie gehört, immer in die musikalisch stumpfe Deutschpunk-Schublade gesteckt. Und auch nach diesem Auftritt nicht meine Band. Rumms! Schublade zu. Dann CAPTAIN PLANET, meine Band. Schon immer meine Band. Eine leidenschaftliche Affäre, die nicht enden will. Schon ihr Mixtape beim Aufbau war super und ich schlagartig zehn Jahre jünger. Die mittelspäten SATANIC SURFERS sind der Wahnsinn. Empfehle unbedingt die &#8222;Going nowhere fast&#8220; und ganz unbedingt auch die &#8222;Fragments and fractions&#8220; &#8211; nicht mehr ganz so skatepunkig aber immer noch ähnlich energetisch. Genau wie die Musik gewordene Ahoi-Brause der Kapitäne, die auch heute wieder bei vielen für euphorisches Ausrasten sorgte, als routiniert das &#8222;Baumhaus&#8220; abgefackelt, &#8222;Rambo&#8220; abgeballert und dem &#8222;Tod in der Heide&#8220; ins Gesicht gelacht wurde. Schwarz, rot, tot! So sieht`s nämlich aus. Das einzige, was mittlerweile auf den Konzerten nervt, um mal auf hohem Niveau zu meckern, ist, dass im Publikum per se jede Textzeile abgefeiert wird wie ein WM-Sieg. Versteh ich nicht. Obwohl, warte, ich versteh`s. Würd ja am liebsten selbst alle drei Zeilen Konfetti schmeißen, wenn auch im Kontrast zum tristen Bild, das die wütenden Texte zeichnen. Denn im Rückenwind der nach vorne treibenden Musik und dem leidenschaftlichen Gesang wird das ganze zu einem frenetischen Aufbäumen, zu einer anpeitschenden Serie an Arschtritten durch den gemeinen Regen. Da will man nur noch aus voller Lunge schreien. Hier ooooben&#8230;</p>
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