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	<title>Jens Gerdes, Autor bei .:blueprint fanzine:.</title>
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	<description>online fanzine seit 2003</description>
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		<title>SHAKING HAND &#8211; s/t</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/shaking-hand-s-t/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jens Gerdes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 21:30:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass wir bei Blueprint die weltweit führenden Musik- und Audio-Streaming-Dienste loben, kommt eher selten vor. Zu miserabel ist die Vergütung vieler Künstler:innen, zu fragwürdig der Umgang mit KI-generierter Musik und zu umstritten ihre Investition in dubiose Konzerne. Und auch die Algorithmen, die uns tagtäglich neue Lieblingsbands vorsetzen sollen, wirken meist wie ein kommerziell gesteuertes Nadelöhr [&#8230;]</p>
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<p class="has-white-background-color has-background">Dass wir bei Blueprint die weltweit führenden Musik- und Audio-Streaming-Dienste loben, kommt eher selten vor. Zu miserabel ist die Vergütung vieler Künstler:innen, zu fragwürdig der Umgang mit KI-generierter Musik und zu umstritten ihre Investition in dubiose Konzerne. Und auch die Algorithmen, die uns tagtäglich neue Lieblingsbands vorsetzen sollen, wirken meist wie ein kommerziell gesteuertes Nadelöhr als wie ein Werkzeug musikalischer Entdeckungen. Da loben wir uns doch ein sorgfältig kuratiertes Radioprogramm von Menschen mit Musikgeschmack.<br>Doch in diesem einen Fall muss ich eingestehen: Der Algorithmus hat tatsächlich mal funktioniert. Mir wurde eine Band vorgeschlagen, die exakt meinen Nerv trifft, von der ich bis dahin aber noch nie gehört hatte — und die mir womöglich komplett durchs Raster gefallen wäre.<br>Die Rede ist von SHAKING HAND, einem Trio aus Manchester, das sich irgendwo zwischen Post-Rock, Midwest-Emo, 90s Indierock und einer Prise Math Rock bewegt. Musik machen sie bereits seit Teenagerzeiten — was vermutlich auch damit zusammenhängt, dass mit George Hunter (Gesang/Gitarre) und Freddie Hunter (Drums) gleich zwei Brüder Teil der Band sind. Komplettiert wird das Line-up von Ellis Hodgkiss am Bass. Anfang des Jahres erschien ihr unbetiteltes Debütalbum beim Independent-Label Melodic Records.<br>Doch was macht SHAKING HAND nun so besonders? Referenzen wie SONIC YOUTH, SLINT, PAVEMENT, BIG THIEF oder YO LA TENGO werden gerne genannt. Mir persönlich kommen zudem ältere Sachen von KARATE, DELBO oder MOTORPSYCHO in den Sinn.<br>Vor allem aber lebt diese Band von Gegensätzen, die hier erstaunlich organisch zusammenfinden. Da sind einerseits die offensichtlichen Wurzeln in Papas gut sortierter Plattenkiste — und gleichzeitig klingt das alles bemerkenswert frisch und gegenwärtig. Die Songs sind spannend und dynamisch, strahlen dabei aber eine fast stoische Ruhe und Abgeklärtheit aus. Besonders beeindruckend sind die Sounds: leise Töne, die sich langsam ausdehnen und eine gar hypnotische Wirkung entfalten, Saiten, die nur vorsichtig angespielt werden, und eruptive Passagen, die einen förmlich überrollen. Dazu kommen abrupte Tempowechsel und Polyrhythmen, die nie verkopft wirken, sondern stets nachvollziehbar bleiben. Und trotzdem klingt alles warm, organisch und so fein aufeinander abgestimmt, dass es schlicht eine Freude ist. Dass dieser Eindruck nicht bloß auf Platte funktioniert, zeigte schließlich auch ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=CVmoQkwdoDk">Auftritt im Low Four Studio</a>, der die Qualitäten der Band live noch einmal eindrucksvoll bestätigte.<br>Und so lande ich am Ende doch wieder bei diesem Algorithmus, den ich eigentlich lieber ignorieren würde: Zwischen all der austauschbaren Hintergrundmusik und den kalkulierten Empfehlungen taucht manchmal eben doch etwas auf, das sich nicht berechnen lässt — eine Band wie SHAKING HAND, die einen sofort packt und nicht mehr loslässt. Genau dafür hört man am Ende schließlich Musik.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<p class="responsive-video-wrap clr"><iframe title="Shaking Hand - Mantras (Official Video)" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/YOzl1c0pqNU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>L.A. SALAMI – 30.04.2026, Molotow (Hamburg)</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/l-a-salami-30-04-2026-molotow-hamburg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jens Gerdes]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 May 2026 13:02:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Livereviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Vergleich zu früher, als man nie so recht wusste, wann Konzerte tatsächlich beginnen – und selbst unter der Woche nicht selten erst nach Mitternacht endeten –, hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Zum einen finden Shows inzwischen (zum Glück) früher statt, zum anderen kann man sich auf die offiziellen Angaben zu Einlass [&#8230;]</p>
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<p class="has-white-background-color has-background">Im Vergleich zu früher, als man nie so recht wusste, wann Konzerte tatsächlich beginnen – und selbst unter der Woche nicht selten erst nach Mitternacht endeten –, hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Zum einen finden Shows inzwischen (zum Glück) früher statt, zum anderen kann man sich auf die offiziellen Angaben zu Einlass und Beginn meist verlassen. Die einzige Ungewissheit: Spielt noch ein Support – oder geht es direkt mit dem Main Act los?<br>Bei L.A. SALAMI war 20 Uhr angekündigt, und der Bühnenaufbau ließ vermuten, dass es keine Vorband geben würde. Zunächst passierte: nichts. Erst um 20:30 zeichnete sich erstmals Bewegung hinter der Bühne ab, um 20:45 stand die Band schließlich auf der Bühne. Nun gut – Soundcheck, Catering, die üblichen Verzögerungen. Als Lookman Adekunle Salami dann jedoch minutenlang damit beschäftigt war, sich Gitarre und Mundharmonika anzulegen, lag der Verdacht nahe, dass hinter der Bühne noch kurzfristig an der Entschleunigung gearbeitet wurde.<br>Diese Haltung spiegelte sich auch in der Musik des britischen Singer-Songwriters wider, der von Bass und Schlagzeug begleitet wurde. Für die ersten drei Songs brauchte das Trio gut eine halbe Stunde – nicht zuletzt, weil auch zwischen den Stücken Zeit verging: etwa, wenn beim Gitarrenwechsel das Instrument erst einmal aus dem Ständer fiel und wieder aufgerichtet werden musste. Ein langer Abend schien sich anzudeuten.<br>Doch nach etwa 30 Minuten stellte sich eine gewisse Dynamik ein – oder vielmehr: eine gemeinsame Frequenz. Als Publikum passte man sich allmählich dem Modus an, den die drei Briten ausstrahlten: zurücklehnen, treiben lassen, Tempo rausnehmen. Und tatsächlich gelang es ihnen, im Molotow eine angenehm entspannte Atmosphäre zu erzeugen – irgendwo zwischen Wohnzimmerkonzert und Lagerfeuer am Strand.<br>Während Lookman nach nahezu jedem Song Mundharmonika oder Kapodaster neu justierte, agierten seine Mitmusiker unauffällig, aber präzise. Man musste unweigerlich an die alte Musikerweisheit denken: Sind die Drums tight, verzeiht man vieles – umgekehrt eher nicht. An diesem Abend schien sich das zu bestätigen. So eindrucksvoll Lookmans Stimme auch ist, seine Gitarre war nicht immer sauber gestimmt – was dank Effektpedalen jedoch selten wirklich störte.<br>Beim vorletzten Stück „Why?“ suchte er eine Weile nach den richtigen Akkorden, während der Drummer geduldig wartete, bis der Song schließlich einsetzte. Für das abschließende „Deformation days“, solo vorgetragen, war die Gitarre schließlich doch zu weit daneben: Abbruch, kurzer Neustart – dann gelang auch das.<br>Am Ende bleibt ein schönes, ungewohnt relaxtes Konzert. Eines, wie man es im Molotow eher selten erlebt.</p>
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		<title>EMMA FRANKLAND &#8211; No apologies – 25.04.2026, Kampnagel (Hamburg)</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/emma-frankland-no-apologies-25-04-2026-kampnagel-hamburg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jens Gerdes]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Livereviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Kristin, Pressesprecherin am Kampnagel, fragte, ob wir über das Konzert von EMMA FRANKLAND berichten möchten, sagten wir sofort zu. Eine Neuinterpretation des legendären MTV-Unplugged-Auftritts von NIRVANA – warum eigentlich nicht? Das Ganze fand im Rahmen des viertägigen „Liminalities“-Festivals statt, eines internationalen, interdisziplinären Kunstformats, das sich trans* Sichtbarkeit und queeren Rechten widmet.Dass der Zugang zu [&#8230;]</p>
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<p class="has-white-background-color has-background">Als Kristin, Pressesprecherin am Kampnagel, fragte, ob wir über das Konzert von EMMA FRANKLAND berichten möchten, sagten wir sofort zu. Eine Neuinterpretation des legendären MTV-Unplugged-Auftritts von NIRVANA – warum eigentlich nicht? Das Ganze fand im Rahmen des viertägigen „Liminalities“-Festivals statt, eines internationalen, interdisziplinären Kunstformats, das sich trans* Sichtbarkeit und queeren Rechten widmet.<br>Dass der Zugang zu Nichtbinarität nicht nur gedankliche Hürden kennt, zeigte sich allerdings schon vor Beginn: Wir warteten vergeblich vor dem Einlass zu Saal P1, bis wir begriffen, dass es noch einen zweiten Eingang über den Nebensaal K3 gab – der erste Song war da bereits vorbei.<br>Drinnen dann: eine beinahe detailgetreue Rekonstruktion von 1993. Die Band rautenförmig angeordnet, vorne EMMA FRANKLAND als Kurt Cobain – weißes Bandshirt, flauschige Strickjacke, auf einem Schreibtischstuhl, mit linkshändiger Akustikgitarre. Dahinter die Band, umgeben von weißen Lilien, Kerzen, darüber ein alter Kronleuchter. Auch stimmlich erstaunlich nah am Original. Dass das Gitarrenspiel nur angedeutet blieb – geschenkt.<br>Nach einigen Songs öffnet sich der Abend in ein Gedankenspiel: War Kurt Cobain trans? Vielleicht sogar mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit? Schminke, Kleider, ein demonstrativ sensibles Auftreten, sein Einsatz gegen Sexismus und Homophobie – und die klare Ansage an intolerante Fans, seine Musik doch bitte nicht zu hören. War er seiner Zeit schlicht voraus? Und lassen sich auch sein Suizid und mögliche innere Konflikte in diesem Licht neu lesen?<br>Von da an spricht EMMA FRANKLAND über Cobain nur noch als „sie“ – und bezieht das Publikum spielerisch ein. Wer waren damals Eure Idole? GREEN DAY? Trans. MICHAEL JACKSON? Natürlich. BEYONCÉ? Ebenfalls. Die Zuschreibungen sind bewusst überzogen, lockern die Atmosphäre und öffnen zugleich einen Raum für biografische Annäherung: Jugend, Pubertät, Zerrissenheit, Scham, Grenzüberschreitungen – und immer wieder die Suche nach Vorbildern.<br>Dazwischen stehen die großen, einfachen Fragen: Wer bestimmt eigentlich Geschlecht? Biologie oder Gesellschaft? Oder man selbst? Und was heißt in diesem Zusammenhang „Wahrheit“? Fragen, mit denen sich viele binäre Personen nicht auseinandersetzen müssen – die sich aber oft erst im Ausprobieren klären. Crossdressing als Möglichkeit. Als Spiel. Vielleicht auch als Erkenntnis.<br>Im weiteren Verlauf gewinnt die Performance an Tempo und Körperlichkeit. EMMA FRANKLAND wechselt mehrfach die Kostüme: vom Grunge-Kleid zum opulenten Gala-Outfit, schließlich zur radikalen Entblößung. Oben ohne, in IGGY-POP-Manier, folgt ein roher, punkiger Moment. Es geht um Selbstfindung und Selbstdarstellung, um Lust an der Inszenierung, aber auch um Verletzlichkeit. Ein brennender Gitarrenkoffer, heißer Wachs auf nackter Haut – Bilder zwischen Ekstase und innerem Konflikt. Und zugleich: Empowerment. Für all jene im Publikum, denen diese Fragen nicht fremd sind.<br>Am Ende wird die Sonne zum Symbol für Transfreundlichkeit. EMMA FRANKLAND erscheint mit meterlanger gelber Schleppe, erklimmt einen Turm aus Tourcases und richtet von oben ermutigende Worte an das Publikum. Dann ein aufgewühltes „Where did you sleep last night?“ – und langanhaltender Applaus.<br>„Emma Frankland is the punk rock angel of your dreams and nightmares…“, schrieb The Stage. Selten traf eine Beschreibung so genau.</p>
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		<title>ASTRAL BAKERS – 24.04.2026, Top Ten Bar (Hamburg)</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/astral-bakers-24-04-2026-top-ten-bar-hamburg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jens Gerdes]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 13:19:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Als die junge Hamburger Band EATME die Bühne der Top Ten Bar im Keller des Molotow betrat und den Abend für ASTRAL BAKERS eröffnete, stellte sich schnell das Gefühl ein: Das passt. Obwohl sie inzwischen nur noch zu dritt auftreten, dabei stellenweise noch etwas unsicher wirken und sich ihr Sound spürbar verschoben hat. Im Vergleich [&#8230;]</p>
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<p class="has-white-background-color has-background">Als die junge Hamburger Band EATME die Bühne der Top Ten Bar im Keller des Molotow betrat und den Abend für ASTRAL BAKERS eröffnete, stellte sich schnell das Gefühl ein: Das passt. Obwohl sie inzwischen nur noch zu dritt auftreten, dabei stellenweise noch etwas unsicher wirken und sich ihr Sound spürbar verschoben hat. Im Vergleich zu ihren bisherigen Singles und EPs klang das Set deutlich ruhiger, fast intim. Einen endgültigen Stil haben EATME offenbar noch nicht gefunden – zwischenzeitlich versuchte sich Sängerin Weronika auch solo mit Gesangsmodulationen.<br>Dass sich unter dem Publikum viele Freundinnen und Freunde der Band befanden, trug spürbar zur offenen, wohlwollenden Atmosphäre bei – ohne den Eindruck zu erwecken, dass die positive Resonanz allein darauf zurückzuführen wäre. Im Gegenteil: Gerade dieses Suchende, gepaart mit einem wertschätzenden Miteinander, fügte sich stimmig ins Vorprogramm ein. Man darf gespannt sein, wohin sich EATME entwickeln.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/04/em-2026-1-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47530" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/04/em-2026-1-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/04/em-2026-1-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/04/em-2026-1.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">EATME</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Auch bei ASTRAL BAKERS gibt es Neues: ihre erste eigene Deutschlandtour, ein neues Album im Gepäck – und zugleich bereits der zweite Auftritt in Hamburg. Auf die Frage, wer die Band vor anderthalb Jahren beim <a href="https://blueprint-fanzine.de/reeperbahn-festival-2024-hamburg/">Reeperbahn Festival</a> gesehen habe, gingen einige Hände nach oben. So viel zur Behauptung, das renommierte Newcomer-Festival sei nur ein Branchentreff.<br>Eröffnet wurde das Set mit „Healing“, der ersten Single ihres neuen Albums „Vertical life“. Schon in diesen ersten Minuten entstand eine warme, beinahe kuschelige Konzertatmosphäre, getragen von einem aufmerksamen Publikum und einer Band, die den Austausch sichtlich sucht. Zwischen den Songs wurde gelächelt, kleine Bemerkungen flogen hin und her – nichts wirkte einstudiert, vieles dafür angenehm nahbar.<br>Auf der Bühne wurde das greifbar: Für „A dog in a manger“ tauschte Drummerin Zoé mit Sänger und Gitarrist Ambroise die Instrumente und blieb anschließend für ein Cover von GRAUZONEs „Eisbär“ am Mikrofon – mit charmant französischem Akzent und einer indirekten Erinnerung an Françoise Cactus.<br>Nach gut einer Stunde endete das Konzert mit „Beautiful everything“ – einem Stück, das sanft beginnt, im Refrain kurz in Richtung BEATLES driftet und schließlich in einem kleinen Rock-Finale mit Ausflug ins Publikum und hochgerissenen Gitarren mündet. Ein passender Schlusspunkt für einen Auftritt, der trotz des imposanten Finales weniger auf große Gesten setzte als auf Nähe, Wärme und ein feines Gespür für Dynamik.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/04/ab-2026-2-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47531" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/04/ab-2026-2-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/04/ab-2026-2-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/04/ab-2026-2.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">ASTRAL BAKERS</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Nach dem Konzert ergab sich noch ein kurzes Gespräch mit Bassistin Theodora. Sie erzählte vom guten Auftritt in Haldern am Vorabend und davon, wie schön sie alle Hamburg fänden. Auf meine Frage, ob sie noch irgendwo eine Setlist von heute Abend hätten, zögerte sie nicht lange und tippte die Songs kurzerhand in mein Handy. Ein kleines Detail – und doch ein guter Hinweis darauf, warum Konzerte im kleinen Rahmen oft die besseren sind.</p>
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		<title>THE TWILIGHT SAD &#8211; 22.04.2026, Gruenspan (Hamburg)</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/the-twilight-sad-22-04-2026-gruenspan-hamburg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jens Gerdes]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2026 21:11:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie schwierig es ist, als kleine Band Aufmerksamkeit zu generieren, zeigt sich oft rund um die Veröffentlichung eines neuen Albums. Bemusterungen, Anzeigen, bezahlte Reichweite oder gute Kontakte – die Möglichkeiten sind bekannt. Oder man landet im Vorprogramm einer großen Band. Zum Beispiel bei THE CURE. Haha, kleiner Gag.Wobei: THE TWILIGHT SAD haben genau das geschafft [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/the-twilight-sad-22-04-2026-gruenspan-hamburg/">THE TWILIGHT SAD &#8211; 22.04.2026, Gruenspan (Hamburg)</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
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<p class="has-white-background-color has-background">Wie schwierig es ist, als kleine Band Aufmerksamkeit zu generieren, zeigt sich oft rund um die Veröffentlichung eines neuen Albums. Bemusterungen, Anzeigen, bezahlte Reichweite oder gute Kontakte – die Möglichkeiten sind bekannt. Oder man landet im Vorprogramm einer großen Band. Zum Beispiel bei THE CURE. Haha, kleiner Gag.<br>Wobei: THE TWILIGHT SAD haben genau das geschafft – und das gleich mehrfach. Meine Freundin, großer Fan von THE CURE, sprach sogar von einem „Stamm-Support“. Kein Wunder: Robert Smith ist erklärter Fan und holte die Schotten zwischen 2016 und 2023 immer wieder ins Vorprogramm von THE CURE. Entsprechend wenig überraschend, dass die Band, die 2015 noch im Keller des Haus 73 spielte, inzwischen das Gruenspan nahezu ausverkauft.<br>Dass THE CURE ihren Anteil daran haben, wurde spätestens in der Umbaupause deutlich: Zwischendurch lief ein Song der Band – ein kleiner Aha-Moment, der sofort für aufhorchende Blicke und mitwippende Köpfe sorgte. Den unangekündigten Support FOR MARCY haben wir leider verpasst, er soll aber überzeugt haben.<br><br>Punkt neun eröffneten THE TWILIGHT SAD ihr Set – und zwar selbstbewusst mit vier neuen Songs am Stück. Das Publikum nahm es gelassen auf. Im Gegenteil: Man war sichtbar froh, die Band nach ihrem letzten Hamburg-Besuch 2022 wiederzusehen – nun mit „It&#8217;s the long goodbye“, ihrem sechsten Album im Gepäck. Der neue Sound erweitert das vertraut düster-melancholische Fundament um New-Wave-Anleihen, elektronisch geprägte Passagen und ein ausgeprägteres Laut-Leise-Spiel der Gitarren. Auch James Grahams Gesang wirkt nuancierter: unverkennbar, aber offener, stellenweise näher an Bands wie THE NATIONAL oder INTERPOL.<br>Personell hat sich ebenfalls etwas getan – zumindest auf der Bühne. Am Schlagzeug saß mit Cat Myers (unter anderem TEXAS, HONEYBLOOD) eine erfahrene Live-Musikerin, die auch schon bei MOGWAI und KT TUNSTALL ausgeholfen hat. Am Bass unterstützte Simone Marie Butler, die unter anderem bei PRIMAL SCREAM und THE JESUS AND MARY CHAIN mitgewirkt hat. Beide fügten sich unauffällig, aber präzise ins Klangbild ein, ohne den Kern der Band zu verschieben. Die Keyboards waren personell zwar nicht mehr auf der Bühne vertreten, klanglich aber präsent – ein Kniff, der mittlerweile fast schon zum Standard von so vielen Acts geworden ist. Geblieben sind Gitarrist Andy MacFarlane, der im Hintergrund die musikalischen Fäden zieht, und natürlich Sänger James Alexander Graham. Der wirkt auf der Bühne noch immer wie entrückt, mit suchendem Blick und zum Himmel gerichteten Händen, als würde er in der Musik aufgehen. Gleichzeitig zeigt er sich zwischen den Songs ungewohnt gelöst, bedankt sich mehrfach beim Publikum und stimmt nach „There’s a girl in the corner“ sogar kurz in den Applaus mit ein – nur um sich gleich darauf wieder zu bedanken.<br>Auffällig: Die älteren Songs wurden insgesamt etwas euphorischer aufgenommen – vermutlich auch, weil sie dem Publikum vertrauter und über die Jahre gewachsen sind. Die neuen Stücke fügten sich dennoch stimmig ins Set ein, ohne Brüche, eher als vorsichtige Weiterentwicklung.<br>Nach gut anderthalb Stunden endet der Abend mit „TV people still throwing TVs at people“, dem Schlusspunkt des neuen Albums. Band und Publikum wirken gleichermaßen zufrieden – fast so, als hätte man sich nach vier Jahren nicht nur wiedergetroffen, sondern auch neu kennengelernt. Bis zum nächsten Mal in Hamburg. Oder eben wieder im Vorprogramm von THE CURE.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/the-twilight-sad-22-04-2026-gruenspan-hamburg/">THE TWILIGHT SAD &#8211; 22.04.2026, Gruenspan (Hamburg)</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
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