<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Jens Gerdes, Autor bei .:blueprint fanzine:.</title>
	<atom:link href="https://blueprint-fanzine.de/author/gerdes/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://blueprint-fanzine.de/author/gerdes/</link>
	<description>online fanzine seit 2003</description>
	<lastBuildDate>Thu, 20 Aug 2026 16:05:02 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.1.12</generator>
	<item>
		<title>LACK &#8211; s/t</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/lack-s-t/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jens Gerdes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2026 16:04:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://blueprint-fanzine.de/?p=47979</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wer den musikalischen Werdegang von LACK Anfang der Zweitausender verfolgt hat, konnte einer Band beim Wachsen zuhören. Das Debüt „Blues moderne: Danois explosifs“ war noch kompromissloses New-School-Hardcore-Geballer, politisch, wütend und auf den Punkt. Schon „Be there pulse“ von 2005 öffnete die Türen weit: Midtempo traf auf Hardcore, geschriene Vocals auf erstaunlich unverzerrte Gitarren, laute Passagen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/lack-s-t/">LACK &#8211; s/t</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-white-background-color has-background">Wer den musikalischen Werdegang von LACK Anfang der Zweitausender verfolgt hat, konnte einer Band beim Wachsen zuhören. Das Debüt „Blues moderne: Danois explosifs“ war noch kompromissloses New-School-Hardcore-Geballer, politisch, wütend und auf den Punkt. Schon <a href="https://blueprint-fanzine.de/lack-be-there-pulse/">„Be there pulse“</a> von 2005 öffnete die Türen weit: Midtempo traf auf Hardcore, geschriene Vocals auf erstaunlich unverzerrte Gitarren, laute Passagen auf leise – und ausgerechnet diese Dynamik machte das Album weitaus kraftvoller als den brachialen Vorgänger. <a href="https://blueprint-fanzine.de/lack-saturate-every-atom/">„Saturate every atom“</a> führte LACK schließlich noch weiter Richtung Indie, bevor sich die Kopenhagener 2008 auflösten.<br><br>18 Jahre später sind sie plötzlich wieder da. Die Freude darüber war groß – LACK bedeuteten uns damals viel, und natürlich war die Neugier entsprechend: Was macht eine Band nach fast zwei Jahrzehnten Pause mit ihrer eigenen Geschichte?<br><br>Erstaunlich wenig. Thomas&#8216; Gesang klingt noch immer so zornig wie vor 20 Jahren, die Texte sind mindestens ebenso kritisch, zynisch und hoffnungslos. Auch musikalisch erkennt man LACK sofort wieder. Der Opener „Boltguns are painless“ etwa könnte beinahe nahtlos an „Be there pulse“ anschließen: kantig, unberechenbar und mit einem Songwriting, das sich weiterhin nicht sonderlich um Konventionen schert.<br>Danach allerdings wird es schwierig. Das neue, unbetitelte Album wirkt weniger wie eine Weiterentwicklung als wie ein Blick ins offene Skizzenbuch. Die neun Songs wurden live auf einem alten Bauernhof in Seeland aufgenommen, und man hört ihnen diese Entstehungsgeschichte an: mehr Raum für Improvisation, mehr Experiment, weniger festgezurrte Strukturen. Bisweilen klingt es, als hätte man LACK im Proberaum überrascht, mitten in einem guten Moment – nur dass dieser Moment anschließend nicht mehr ganz zum fertigen Song ausgearbeitet wurde. Das hat seinen Reiz, lässt aber ausgerechnet jene Spannung vermissen, die „Be there pulse“ so stark machte: das präzise Gespür dafür, wann ein Song innehalten und wann er explodieren muss.<br><br>Vielleicht ist genau das der Preis für 18 Jahre Abstand. LACK klingen noch immer nach LACK – nur nicht mehr unbedingt nach der Band, die man von damals im Kopf behalten hat. Und vielleicht brauchen diese neuen Songs deshalb einfach noch ein bisschen Zeit. Im Moment fühlen sie sich eher wie der Anfang einer Wiederannäherung an als wie die triumphale Rückkehr, auf die ich gehofft hatte.</p>



<div class="wp-block-yet-another-stars-rating-overall-rating yasr-overall-block"></div>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/lack-s-t/">LACK &#8211; s/t</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Heimspiel Knyphausen 2026 (Eltville)</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/heimspiel-knyphausen-2026-eltville/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jens Gerdes]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2026 18:32:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Livereviews]]></category>
		<category><![CDATA[bp_highlight]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://blueprint-fanzine.de/?p=47920</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn man als vinophiler, musikliebender Mensch seine beiden Leidenschaften verbinden möchte, dürfte ein Festival auf einem Weingut ziemlich nah an das Nonplusultra herankommen. Beim Namen Knyphausen treffen ohnehin zwei Welten aufeinander: GISBERT ZU KNYPHAUSEN zählt seit rund zwanzig Jahren zu den wichtigsten deutschsprachigen Singer/Songwritern, das elterliche Weingut Baron Knyphausen im Rheingau zu den traditionsreichsten VDP-Betrieben [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/heimspiel-knyphausen-2026-eltville/">Heimspiel Knyphausen 2026 (Eltville)</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-white-background-color has-background">Wenn man als vinophiler, musikliebender Mensch seine beiden Leidenschaften verbinden möchte, dürfte ein Festival auf einem Weingut ziemlich nah an das Nonplusultra herankommen. Beim Namen Knyphausen treffen ohnehin zwei Welten aufeinander: GISBERT ZU KNYPHAUSEN zählt seit rund zwanzig Jahren zu den wichtigsten deutschsprachigen Singer/Songwritern, das elterliche Weingut Baron Knyphausen im Rheingau zu den traditionsreichsten VDP-Betrieben der Region. Seit 2009 bringt Gisbert dort beim Heimspiel Knyphausen Musik, Wein und eine besondere Festivalatmosphäre zusammen.<br>Warum wir bisher noch nie dort waren, weiß ich selbst nicht so genau. Vielleicht brauchte es erst den richtigen Anstoß: eine gute Freundin, die GISBERT ZU KNYPHAUSEN schon seit seinen Anfängen begleitet, das Festival im vergangenen Jahr erstmals besuchte und danach in den höchsten Tönen davon schwärmte.<br>Auch die Akkreditierungsanfrage verlief ausgesprochen charmant. Keine unpersönlichen Formulare, die Unique Visits und Total Hits einer Homepage erfragen, sondern ein direkter Austausch per Mail. Man müsse noch einmal schauen, ob es im Fotograben vielleicht etwas eng werden könne, aber ansonsten ginge das klar, schrieb Booker Benjamin zurück. Und diese kurzen Wege setzten sich direkt vor Ort fort. Pressepass teilen? Kein Problem. Benjamin wurde einem als einer der Ersten vorgestellt. Überhaupt herrschte auf dem gesamten Gelände eine Freundlichkeit, die man bei größeren Festivals nicht immer selbstverständlich erlebt.<br>Zunächst erkundeten wir das Gelände, tauschten die Pfandmarke, die man zu Beginn in die Hand gedrückt bekam, gegen ein Weinglas ein und machten uns auf den Weg. Unsere Freundin hatte uns empfohlen, eine Picknickdecke mitzunehmen – jetzt wussten wir auch warum. Die Fläche vor der Bühne war quasi mit Picknickdecken zugepflastert, nur direkt vor der Bühne blieb Raum für die Besucher, die tanzen wollten. Bier wurde auf dem Gelände gar nicht ausgeschenkt – doch warum auch? Stattdessen hatte man die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Rieslingen, Spätburgundern, Schaumwein, einer Rosé-Cuvée oder, wer es etwas spezieller mochte, einem Pet-Nat oder Orange Wine, die gekühlt in der Vinothek ausgeschenkt wurden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1000" height="667" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-beaks1.jpg" alt="" class="wp-image-47924" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-beaks1.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-beaks1-700x467.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">BEAKS</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Unsere größte Sorge war, dass uns das Festival insgesamt vielleicht ein wenig zu (indie-)poppig ausfallen könnte. Doch bereits der Opener BEAKS nahm uns jegliche Bedenken. Etwas Post-Punk, etwas Indie, etwas New Wave. Was die Österreicherin Anna Francesca hier ablieferte, ließ uns direkt an Bands wie DRY CLEANING oder, wer noch etwas weiter zurückblicken will, ANNE CLARK denken. Ein spröder, deutlich an die 80er angelehnter Bandsound, dazu lasziv gesprochene Vocals und eine bewusst zelebrierte Monotonie in der Inszenierung mit selbstbeobachtenden Texten. Das hatte durchaus seinen Reiz und ließ mich stellenweise auch an die Außendarstellung der zauberhaften MAZZY STAR denken. Dass Sängerin Anna Francesca nebenbei (oder vielleicht auch hauptberuflich) modelt und einem durchaus schon auf dem Cover der „marie claire“ begegnet sein könnte, war angesichts ihres komplett ungeschminkten Auftritts fast ein kleiner Kontrapunkt. Gerade diese Mischung aus äußerer Präsenz, bewusster Reduktion und leicht entrückter Bühnenästhetik passte aber ziemlich gut zu ihrer Musik.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="667" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-ew.jpg" alt="" class="wp-image-47925" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-ew.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-ew-700x467.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">ENDLESS WELLNESS</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Im Anschluss daran ging es gleich österreichisch weiter, und wer hier noch nicht so bewandert war, wurde von Sänger Philipp Auer erst einmal linguistisch aufgeklärt. Bei einem „Nockabatzl“ handelt es sich um einen Nackten, eine „E-Tschick“ ist eine E-Zigarette und ein „Schpazal“ ist nicht etwa der Kosename für den Partner, sondern ein anderes Wort für Pimmel. Wieder etwas gelernt.<br>Musikalisch trumpften ENDLESS WELLNESS mit einer Mischung aus Folk, Chanson und einer ordentlichen Portion Punk im Getriebe auf. Schrammelige Gitarren, Orgeln, Synthies und Chorrefrains treffen auf kluge Gesellschaftskritik und die sympathische Idee, dass die Zukunft vielleicht doch noch nicht komplett verloren ist. Ihre Songs wechseln dabei mühelos zwischen persönlichen Momenten und politischen Beobachtungen.<br>„Ich bin früher oft zu der Musik von Gisbert aufgewacht – nun spielen wir selbst hier. Besser geht es gar nicht!“, ließ Philipp das Publikum wissen, der im Übrigen ein wenig wie der Zwillingsbruder von Michael Gregoritsch aussah. Und Gisbert selbst? Befand sich natürlich ebenfalls im Publikum, wurde ständig von Leuten angesprochen oder direkt umarmt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="685" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-gsg2.jpg" alt="" class="wp-image-47927" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-gsg2.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-gsg2-700x480.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">GROSSSTADTGEFLÜSTER</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Als Abschluss des ersten Tages stand mit GROSSSTADTGEFLÜSTER bereits die letzte Band auf dem Programm. Denn beim Heimspiel Knyphausen gibt es nur eine Bühne – was vielleicht auch erklärt, warum die Picknickdecken auf dem Gelände eine so wichtige Rolle spielen. Wobei sich die Berliner natürlich nicht lange bitten ließen, das Publikum damit aufzuziehen. „Also, wir sind ja eher eine Partyband und Ihr ein Picknickdecken-Publikum. Sagt mal – ist das eigentlich kompatibel?“<br>Die Antwort folgte in Form von ordentlich Gegenwind aus dem Publikum – und danach vor allem in Form von Bewegung. Bei Songs wie „Ich muss gar nix“, „Fickt-Euch-Allee“ und „Ich kündige“ zeigte sich schnell: Picknickdecke hin oder her, dieses Publikum kann auch anders. Spätestens als riesige Sat.1-Bälle ins Publikum flogen, war klar, dass hier niemand mehr besonders viel Wert auf gepflegte Picknickdecken-Etikette legte.<br>Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir vor ihrem Auftritt gar nicht bewusst war, dass es GROSSSTADTGEFLÜSTER bereits seit über 20 Jahren gibt. Dabei liefern die Berliner seit jeher die Antwort auf die Frage, wie viel Elektro-Pop, Punk, NDW und gepflegter Rave-Quatsch eigentlich in einen Song passen. Scheppernde Beats, Synthie-Geballer und Berliner Schnauze irgendwo zwischen SEEED, DEICHKIND, MARIE CURRY und Hella von Sinnen – oder anders gesagt: die Kunst, aus schlechter Laune ziemlich gute Laune zu machen.<br>Vor dem Auftritt hätten wir nicht erwartet, wie viel Spaß wir mit den Berlinern haben würden. „Der Letzte geht auf mich, und jetzt ist Feierabend.“</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="666" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-gzk.jpg" alt="" class="wp-image-47926" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-gzk.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-gzk-700x466.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">GISBERT ZU KNYPHAUSEN</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Der zweite Tag begann anders als geplant. Da die niederländische Singer/Songwriterin ROOSMARIJN aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen musste, sprang kurzerhand GISBERT ZU KNYPHAUSEN ein. Und während andere Booker bei einer solchen Absage vermutlich hektisch werden würden, lag die Lösung beim Heimspiel quasi auf der Hand: Der Festivalchef spielte einfach selbst.<br>Innerhalb kürzester Zeit waren die Plätze für die Bootstour auf dem Heimspiel Liner ausverkauft. Unsere Freundin, die uns überhaupt erst zum Festival gebracht hatte, gehörte zu den Glücklichen – und hatte dabei noch eine kleine Rechnung mit der Vergangenheit offen. Denn bei einem früheren Gisbert-Konzert war ihr einmal während des Auftritts schwarz vor Augen geworden und sie kollabierte. Das Konzert wurde unterbrochen, das Saallicht ging an, zahlreiche Menschen bildeten eine Traube um sie herum. Ihre erste Reaktion beim Aufwachen: „Er soll weiterspielen.“<br>Als wir davon hörten, war der Spott natürlich vorprogrammiert: „Ob ein Gisbert-Konzert auf einem schaukeligen Schiff wirklich eine gute Idee für Dich ist?“ Immerhin: Man könne sie ja notfalls hinlegen und die Beine hochlagern.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="649" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-jeep.jpg" alt="" class="wp-image-47928" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-jeep.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-jeep-700x454.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">Amphibien-Jeep</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Die anderthalbstündige Bootstour verlief diesmal allerdings völlig problemlos. Für die größten Lacher sorgten ohnehin andere Dinge: eine vom Oberdeck heruntergelassene Kamera, die während des Konzerts hinter Gisbert auftauchte, und ein Jeep, der plötzlich mitten im Wasser an dem Schiff vorbeifuhr. „Das war mein Bruder auf dem kürzesten Weg“, kommentierte Gisbert die surreale Szene.<br>Ansonsten gab es neben vielen alten Songs auch erste Einblicke in sein neues Album. Gisbert bat das Publikum, die neuen Stücke nicht mitzuschneiden – eine Bitte, an die sich alle erstaunlich brav hielten. Nach langem Applaus verabschiedete er sich schließlich aufs Oberdeck und setzte sich an einen Tisch zu seinen Eltern.<br>Ach, Heimspiel Knyphausen. Hier ist einfach wirklich alles unglaublich nett und idyllisch.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="667" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-ge.jpg" alt="" class="wp-image-47929" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-ge.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-ge-700x467.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">GINA ÉTÉ</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Mit GINA ÉTÉ stand bereits die dritte Alpenländerin auf der Heimspiel-Bühne. Gisbert hatte sie zuvor selbst wärmstens empfohlen: etwas düster, etwas eigenwillig – und genau das bestätigte sich auch live.<br>Begleitet von drei Streicherinnen und einem Schlagzeuger verband die Schweizerin Keys, Synthies und Kammermusik mit elektronischen Experimenten zu einem Sound, der sich nicht groß um Genregrenzen schert. Mal kantig und treibend, mal fragil und fast intim, immer geprägt von Melancholie, Wut und kluger Beobachtung.<br>An manchen Stellen erinnerte das an BJÖRK, dann wieder an CHARLOTTE BRANDI oder – wenn es lauter wurde – sogar an RADIOHEAD. Musik für alle, die es gerne etwas sperriger mögen, ohne auf Melodien verzichten zu wollen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="657" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-tram.jpg" alt="" class="wp-image-47930" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-tram.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-tram-700x460.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">TRAMHAUS</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Den Tipp, TRAMHAUS nicht zu verpassen, bekam meine Freundin von einem anderen Fotografen – ich wiederum von Blueprint-Kollege Emil. Sie sollen live mächtig abgehen, andere bezeichneten sie gleich als „die holländische Post-Punk-Sensation“. Nach einer Viertelstunde Verzögerung machten die Rotterdamer dann aber von der ersten Sekunde an klar, warum sie diesen Ruf genießen.<br>Irgendwo zwischen dem aufgekratzten Post-Punk von IDLES, der düsteren Großstadtmelancholie der FONTAINES D.C. und der rotzigen Energie der VIAGRA BOYS werden Garage, Noise und Post-Punk durch den Verstärker gejagt und mit einer Prise Shoegaze verfeinert. Dazu kommt eine Live-Energie, die auch die letzten Reihen vor der Bühne in Bewegung bringt.<br>Allen voran Sänger Lukas Jansen: Mit klassischer Fokuhila-Frisur und einer Mischung aus Zappelphilipp, Frontmann und menschlichem Flummi arbeitete er sich durch das Set. Eine willkommene laute Abwechslung zwischen den eher feineren Tönen des Festivals – auch wenn die Band während des gesamten Auftritts mit leichten Soundproblemen zu kämpfen hatte.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="664" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-kapa.jpg" alt="" class="wp-image-47931" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-kapa.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-kapa-700x465.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">KAPA TULT</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">In eine komplett andere Richtung ging es mit KAPA TULT. Die Leipziger verbinden NDW-Flair, Indie-Gitarren, Orgeln und Surf-Punk mit feministischen Texten über Selbstbehauptung und die kleinen und großen Zumutungen des Erwachsenwerdens.<br>Musikalisch ist das durchaus charmant, live wollte der Funke bei uns allerdings nicht so recht überspringen. Vielleicht lag es daran, dass vieles sehr stark um die eigene Befindlichkeit und die Themen der eigenen Generation kreiste. Dazu kamen zahlreiche Publikumsansprachen, die eher nach gemeinsamem Workshop als nach Konzert wirkten. Der Versuch einer spontan initiierten Polonaise wurde jedenfalls mit kollektivem Augenverdrehen statt mit Begeisterung aufgenommen.<br>Als zwischendurch auch noch der Strom ausfiel, war zumindest für einen Moment Ruhe im Diskurs. Vielleicht ist das manchmal gar nicht die schlechteste Idee.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="663" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-cc.jpg" alt="" class="wp-image-47932" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-cc.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-cc-700x464.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">CARI CARI</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">CARI CARI bringen einen erstaunlich geschlossenen Soundkosmos auf die Bühne: staubiger Americana, Blues, Stoner-Rock und eine ordentliche Portion psychedelische Schwere verbinden sich zu einem Mix, der irgendwo zwischen Wüstenstraße und altem Westernkino zuhause ist.<br>Dazu kommt eine Coolness und Erhabenheit, die perfekt zur Musik passt – Stephanie Widmer und Alexander Köck inszenieren sich mit genau der richtigen Portion Rockstar-Attitüde, ohne dass es je aufgesetzt wirkt. Zwischen Keys, Didgeridoo, Gong und Schlagzeug entstehen immer wieder neue Klangfarben.<br>Spätestens beim BLACK SABBATH-Cover „War pigs“ war klar: Diese beiden haben nicht nur gute Songs, sondern auch ein ziemlich gutes Gespür dafür, wie man sie auf die Bühne bringt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="669" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-tn.jpg" alt="" class="wp-image-47933" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-tn.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-tn-700x468.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">THE NOTWIST</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Zum Abschluss des zweiten Tages dann die Weilheimer Indie-Institution THE NOTWIST. Und wenn ich meine Strichliste korrekt geführt habe, war dies bereits mein 20. Konzert seit meiner ersten Begegnung mit ihnen 1995 im JUZ in Leer, Ostfriesland.<br>Ein NOTWIST-Konzert ist für mich deshalb längst keine Überraschung mehr – und trotzdem jedes Mal wieder anders. Beim letzten Mal traten sie als „Pocketband“ nur zu dritt auf und besannen sich dabei auf ihre frühen Alben, die noch deutlich stärker vom Metal und Hardcore beeinflusst waren. Diesmal standen sie wieder in großer Besetzung zu siebt auf der Bühne, mit Theresa Loibl an der Bassklarinette und Haruka Yoshizawa am Harmonium.<br>Die Setlist bot einen guten Querschnitt durch inzwischen 37 Jahre Bandgeschichte: elektronische Spielereien, psychedelische Momente, verträumte Indie-Passagen und immer wieder diese ganz eigene Mischung aus Melancholie und Experimentierfreude. Vielleicht führte der kleine Pocketband-Ausflug sogar dazu, dass auch wieder etwas älteres, härteres Material zurück ins Programm fand.<br>Besonders schön: Auf dem Heimspiel gab es tatsächlich noch Menschen, die THE NOTWIST zum allerersten Mal live sahen. Während die eine Bekannte mit der Band nicht so recht warm wurde (ihr gefielen an diesem Wochenende KAPA TULT am besten), war die andere von der Vielseitigkeit der Oberbayern ziemlich beeindruckt.<br>Das waren wir als alte Wegbegleiter ohnehin. Und auch das Publikum ließ die Band nicht ohne mehrere Zugaben von der Bühne.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="645" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-rebstoecke.jpg" alt="" class="wp-image-47934" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-rebstoecke.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-rebstoecke-700x452.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zwischen den Reben</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Tag 3 begann bereits um 12 Uhr mittags – und bewies, dass der Sommer noch eine Schippe drauflegen konnte. Umso schöner, dass das Weingut für Abkühlung sorgte: Ein gut frequentierter Sprühnebel und zahlreiche Schattenplätze, teilweise sogar mit Liegestühlen ausgestattet, machten die Hitze deutlich erträglicher. Besucherfreundlichkeit, die man bei Festivals leider nicht immer vorfindet.<br>Direkt vor der Bühne waren zur ersten Band allerdings keine schattigen Plätze mehr zu ergattern, im Festzelt hatten sich bereits die ersten Picknickdecken ausgebreitet. Für Familien mit kleinen Kindern ist diese entspannte Festivalatmosphäre natürlich ideal – manchmal entwickelt die Liegestuhlmentalität aber auch ihre ganz eigenen Herausforderungen, wenn Plätze vorsorglich blockiert werden, obwohl sie später gar nicht genutzt werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="994" height="662" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-oss.jpg" alt="" class="wp-image-47935" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-oss.jpg 994w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-oss-700x466.jpg 700w" sizes="(max-width: 994px) 100vw, 994px" /><figcaption class="wp-element-caption">ONE SENTENCE.SUPERVISOR</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Wir fanden schließlich einen kleinen Schattenstreifen direkt vor der Kindertribüne – noch so eine charmante Idee des Heimspiels. Von dort ließ sich der Auftritt von ONE SENTENCE.SUPERVISOR bestens verfolgen. Mitten auf der Bühne stand ein Sonnenschirm mit einem darunter befestigten Schild „Big Sale“, den die Band allerdings selbst gar nicht nutzte. Schade eigentlich – man hätte doch gerne gewusst, ob dahinter irgendein Konzept steckt oder einfach nur ein Fundstück aus dem Festivalfundus.<br>Musikalisch boten die Schweizer einen spannenden Mix aus Krautrock, Indie, Psychedelic und Shoegaze. Die langen Instrumentalpassagen, Jams und Groove-Parts entwickelten live einen hypnotischen Charakter, ohne dass die Band dabei den roten Faden verlor. Musik, die weniger auf den schnellen Effekt setzt, sondern sich langsam entfaltet und ihren eigenen Rhythmus findet.<br>Bemerkenswert war übrigens auch: Obwohl am letzten Festivaltag nur noch drei Bands ohne die ganz großen Namen spielten, blieb das Gelände trotz der hochsommerlichen Temperaturen erstaunlich voll. Ein Grund dafür dürfte auch die unkomplizierte Festivalorganisation sein. Statt eines klassischen Festivalbändchens oder eines komplizierten Kombitickets bekommt man beim Heimspiel drei einzelne Tagestickets, die bei Bedarf sogar über die festivaleigene Ticketbörse weitergegeben werden können.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="667" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-hr.jpg" alt="" class="wp-image-47937" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-hr.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-hr-700x467.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">HOTEL RIMINI</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Als zweite Band des Tages folgte mit HOTEL RIMINI gleich die nächste Formation aus Leipzig. Bei den vielen Leipziger und Alpenland-Doppelpacks stellt sich fast die Frage, ob die Bands untereinander inzwischen Fahrgemeinschaften gebildet haben. Musikalisch ging es deutlich ruhiger weiter: HOTEL RIMINI setzen auf kluge Texte, warme Gitarren und eine Band, die genau hinschaut. Zwischen Indiefolk, Kammermusik, Pop und Chanson erinnern sie stellenweise an WANDA und FINK, am ehesten vielleicht aber an ELEMENT OF CRIME. Keine Musik für den großen Festivalmoment mit erhobenen Fäusten – eher für die kleinen Geschichten am Wegesrand. Und genau darin liegt ihre Stärke.<br>Und vielleicht passt es auch deshalb so gut zum Heimspiel: Nach dem Auftritt stand Sänger Clemens Engert nicht etwa im Backstagebereich, sondern kaufte sich selbst noch ganz entspannt eine Kiste Wein in der Vinothek.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="667" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-fe.jpg" alt="" class="wp-image-47938" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-fe.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-fe-700x467.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">FORTUNA EHRENFELD</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Bevor das Publikum bei der letzten Band endgültig in der Melancholie versinken konnte, hatte der Booker einen ziemlich guten Trick parat: Zum Abschluss einfach jemanden spielen lassen, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt.<br>FORTUNA EHRENFELD scheren sich herzlich wenig um Genregrenzen oder Erwartungshaltungen. Innerhalb eines Songs kann es zwischen Indie, Polka-Pop, Jazz, Elektropunk und komplettem Irrsinn hin und her gehen, ohne jemals beliebig zu wirken. Mal wirkt das wie eine kleine Theateraufführung, mal wie eine Bandprobe, bei der plötzlich alles möglich ist. Poetische Eskapaden für die düstere Seitengasse. Als Gast gesellte sich zwischendurch auch noch GISBERT ZU KNYPHAUSEN dazu – ein schöner Moment, der noch einmal zeigte, wie familiär das Heimspiel Knyphausen tatsächlich funktioniert.<br>Blöd nur, dass Sänger Martin Bechlers Fender-Gitarre nach dem letzten Song plötzlich verschwunden war – nachdem er sie zuvor ins Publikum gereicht hatte. Ein Langfinger beim Heimspiel? Das passt nun wirklich nicht zum ansonsten so freundlichen Festival.<br>Die Suche über soziale Medien brachte schnell Erfolg. Wahrscheinlich hatte der kurzzeitige Besitzer die Gitarre einfach irgendwo zwischen den Reben abgestellt und nur vergessen, wo genau.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="667" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-fe2.jpg" alt="" class="wp-image-47939" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-fe2.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-fe2-700x467.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">FORTUNA EHRENFELD</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Unser Fazit nach drei Tagen Heimspiel? Ein ausgesprochen charmantes Festival, bei dem vieles erstaunlich unkompliziert funktioniert. Politische Ansagen gegen den Zustand der Welt gab es von vielen Bands – und trotzdem verließ man Eltville mit einem anderen Gefühl.<br>Vielleicht lag es am Wein, vielleicht an der Musik, vielleicht an dieser ungewöhnlichen Mischung aus Picknickdecken, Familien, Indie-Fans und Künstlern, die hier nicht hinter Backstage-Zäunen verschwinden. Für drei Tage hatte man jedenfalls den Eindruck, dass die Welt doch noch ganz gut funktionieren kann.<br>Zumindest zwischen Reben, Bühne und weintrinkenden Picknickdecken-Nutzern.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" loading="lazy" width="1000" height="667" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-kt.jpg" alt="" class="wp-image-47940" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-kt.jpg 1000w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/08/hk26-kt-700x467.jpg 700w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kindertribüne</figcaption></figure>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/heimspiel-knyphausen-2026-eltville/">Heimspiel Knyphausen 2026 (Eltville)</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>BLOOD ORANGE veröffentlicht neue Musik – Deutschland-Shows im August</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/blood-orange-veroeffentlicht-neue-musik-deutschland-shows-im-august/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jens Gerdes]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2026 13:34:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://blueprint-fanzine.de/?p=47833</guid>

					<description><![CDATA[<p>Devonté Hynes bleibt produktiv: Nachdem BLOOD ORANGE Ende Mai mit der Single &#8222;Essex_Honey.mp3&#8220; seine erste neue Veröffentlichung des Jahres präsentierte, setzt der Musiker seine aktuelle Schaffensphase auch live fort. Der Song greift mit einem Sample von SKY FERREIRAs &#8222;Everything is embarrassing&#8220; eine alte kreative Verbindung wieder auf und knüpft stilistisch an das gefeierte Album &#8222;Essex [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/blood-orange-veroeffentlicht-neue-musik-deutschland-shows-im-august/">BLOOD ORANGE veröffentlicht neue Musik – Deutschland-Shows im August</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-white-background-color has-background">Devonté Hynes bleibt produktiv: Nachdem BLOOD ORANGE Ende Mai mit der Single <a href="https://www.youtube.com/watch?v=SLwwEDwDji8">&#8222;Essex_Honey.mp3&#8220;</a> seine erste neue Veröffentlichung des Jahres präsentierte, setzt der Musiker seine aktuelle Schaffensphase auch live fort. Der Song greift mit einem Sample von SKY FERREIRAs &#8222;Everything is embarrassing&#8220; eine alte kreative Verbindung wieder auf und knüpft stilistisch an das gefeierte Album &#8222;Essex honey&#8220; an, das nach sieben Jahren Pause die Rückkehr des Projekts markierte.<br><br>Im August kommt BLOOD ORANGE für zwei exklusive Deutschland-Konzerte zurück. Fans dürfen sich auf einen Querschnitt durch das aktuelle Material ebenso freuen wie auf Songs aus &#8222;Cupid deluxe&#8220;, &#8222;Freetown sound&#8220; und &#8222;Negro swan&#8220;.<br><br>Tourdaten:<br><br>18.08.2026 – Hamburg – Georg Elser Halle (OFF DAYS)<br>19.08.2026 – Berlin – Columbiahalle (OFF DAYS)</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/blood-orange-veroeffentlicht-neue-musik-deutschland-shows-im-august/">BLOOD ORANGE veröffentlicht neue Musik – Deutschland-Shows im August</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Heimspiel Knyphausen 2026</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/heimspiel-knyphausen-2026/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jens Gerdes]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2026 08:05:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://blueprint-fanzine.de/?p=47830</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Heimspiel Knyphausen zählt seit Jahren zu den schönsten Boutique-Festivals Deutschlands. Vom 31. Juli bis 2. August 2026 lädt das Festival erneut auf den Draiser Hof des Weinguts Baron Knyphausen in Eltville-Erbach ein. Zwischen Weinbergen und historischem Gutshof erwartet die Besucher ein Wochenende mit einem sorgfältig kuratierten Musikprogramm und einer familiären Atmosphäre.Auch 2026 bleibt das [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/heimspiel-knyphausen-2026/">Heimspiel Knyphausen 2026</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-white-background-color has-background">Das Heimspiel Knyphausen zählt seit Jahren zu den schönsten Boutique-Festivals Deutschlands. Vom 31. Juli bis 2. August 2026 lädt das Festival erneut auf den Draiser Hof des Weinguts Baron Knyphausen in Eltville-Erbach ein. Zwischen Weinbergen und historischem Gutshof erwartet die Besucher ein Wochenende mit einem sorgfältig kuratierten Musikprogramm und einer familiären Atmosphäre.<br>Auch 2026 bleibt das Festival seinem Konzept treu und präsentiert eine gelungene Mischung aus etablierten Indie-Acts und spannenden Neuentdeckungen. Zu den Highlights des Line-ups zählen unter anderem THE NOTWIST, GROSSSTADTGEFLÜSTER und CARI CARI. Das Heimspiel steht dabei seit jeher für ein Programm, das musikalische Qualität, spannende Neuentdeckungen und eine außergewöhnliche Festivalatmosphäre miteinander verbindet.<br>Zum besonderen Charakter des Festivals trägt aber nicht nur die Musik bei. Gastgeber ist das VDP-Weingut Baron Knyphausen, dessen ausgezeichnete Weine ebenso zum Erlebnis gehören wie regionale Gastronomie und die entspannte Atmosphäre zwischen Rebstöcken und historischem Gutshof. Mit rund 1.000 Besucher pro Tag bleibt das Heimspiel bewusst überschaubar und zählt gerade deshalb zu den charmantesten Sommerfestivals Deutschlands.</p>



<p class="has-white-background-color has-background"><strong>Musik:</strong> BEAKS, CARI CARI, ENDLESS WELLNESS, FORTUNA EHRENFELD, GINA ÉTÉ, GROSSSTADTGEFLÜSTER, HOTEL RIMINI, KAPA TULT, ONE SENTENCE. SUPERVISOR, ROOSMARIJN, THE NOTWIST, TRAMHAUS<br><strong>Datum:</strong> 31.07.–02.08.2026<br><strong>Ort:</strong> Draiser Hof, Weingut Baron Knyphausen, Eltville-Erbach<br><strong>Zuschauer:</strong> ca. 1.000/Tag<br><strong>Tickets:</strong> <a href="https://heimspiel-knyphausen.de">https://heimspiel-knyphausen.de</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/heimspiel-knyphausen-2026/">Heimspiel Knyphausen 2026</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ELBJAZZ 2026 (Hamburg)</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/elbjazz-2026-nachbericht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jens Gerdes]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jul 2026 20:20:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Livereviews]]></category>
		<category><![CDATA[bp_highlight]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://blueprint-fanzine.de/?p=47801</guid>

					<description><![CDATA[<p>Man hat das Elbjazz im vergangenen Jahr durchaus vermisst. Nach der Absage 2025 kehrte Hamburgs Jazzfestival nun mit einer spürbaren Neuausrichtung zurück – und eigentlich begann diese Geschichte schon 2024. Damals öffnete der damalige Veranstalter das Festival bewusst stärker für Pop-, Indie- und andere Crossover-Genres, um neue Zielgruppen zu erreichen. Der Schritt bescherte dem Elbjazz [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/elbjazz-2026-nachbericht/">ELBJAZZ 2026 (Hamburg)</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-white-background-color has-background">Man hat das Elbjazz im vergangenen Jahr durchaus vermisst. Nach der Absage 2025 kehrte Hamburgs Jazzfestival nun mit einer spürbaren Neuausrichtung zurück – und eigentlich begann diese Geschichte schon 2024. Damals öffnete der damalige Veranstalter das Festival bewusst stärker für Pop-, Indie- und andere Crossover-Genres, um neue Zielgruppen zu erreichen. Der Schritt bescherte dem Elbjazz ein hochkarätiges Line-up und gute Besucherzahlen. Uns blieb vor allem <a href="https://blueprint-fanzine.de/elbjazz-2024-hamburg/">der Auftritt von THE STREETS </a>in Erinnerung, die ihren typischen Birminghamer Cockney-Rap überraschend stimmig in ein jazziges Gewand kleideten. Doch viele Stammgäste vermissten den Jazz als prägendes Element. Nach einer einjährigen Pause und dem Wechsel der federführenden Organisation zu Karsten Jahnke präsentierte sich das Elbjazz 2026 deshalb beinahe wie ein Neustart: mit einer klaren Rückbesinnung auf den Jazz, einigen konzeptionellen Veränderungen und dem erklärten Ziel, das besondere Profil des Festivals wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken.<br><br>Für uns begann der Freitag bei bestem Sommerwetter in der Schiffbauhalle mit der HFMT BIGBAND &amp; CHINA MOSES. CHINA MOSES brachte Soul, Blues und eine Prise urbanen Groove ins Set, platzierte aber auch die eine oder andere politische Botschaft. Gleichzeitig zeigte sich die HFMT BIGBAND ungewohnt funky – so spielfreudig habe ich sie selten erlebt. In den vergangenen Jahren war sie quasi die Resident Bigband auf der Bühne vor der Elbphilharmonie. Diese kostenfreie Spielstätte fiel in diesem Jahr allerdings weg. Vermisst habe ich sie ehrlich gesagt kaum, denn sie lag stets etwas abseits des eigentlichen Festivalgeschehens und riss einen immer wieder aus dem Programm. Stattdessen entstand hinter der Schiffbauhalle mit der Hamburg Stage eine neue Bühne, die sich schnell als gelungene Ergänzung erwies.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-tawasul-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47803" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-tawasul-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-tawasul-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-tawasul.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">TAWASUL</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Dort sorgten TAWASUL für eines der ersten musikalischen Ausrufezeichen des Wochenendes. Das Projekt um Gitarrist Niklas Stadler lebt von den unterschiedlichen kulturellen Hintergründen seiner Musiker. Dabei entstand ein offener musikalischer Dialog, der westafrikanische Rhythmen, europäische Jazztraditionen und moderne Grooves ganz selbstverständlich miteinander verband. So führte die Reise sinnbildlich vom Hamburger Hafen über München bis nach Mali und Los Angeles. Exotisch im besten Sinne – und dabei jederzeit zugänglich.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-future-utopia-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47804" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-future-utopia-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-future-utopia-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-future-utopia.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">FUTURE UTOPIA</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Auf der Helgen Stage folgte mit FUTURE UTOPIA ein deutlicher Stimmungswechsel. Das Projekt von Produzent Fraser T. Smith setzte weniger auf klassische Songstrukturen als auf dichte elektronische Klanglandschaften. Zwischen Trip-Hop, Electronica, cineastischen Soundflächen und einem Hauch Siebzigerjahre-Disco entwickelte sich ein buntes Set, das stellenweise durchaus an BAXTER DURY erinnerte. Dicke Beats trafen auf warme Synthesizerflächen und sommerliche Leichtigkeit – ein Konzert, das perfekt zum Wetter passte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-ndr-bigband-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47805" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-ndr-bigband-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-ndr-bigband-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-ndr-bigband.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">NDR BIGBAND</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Auf der Main Stage wartete anschließend die nächste Bigband. Die NDR BIGBAND hatte gemeinsam mit Pianist JOAN BEASLEY ein Programm zum 100. Geburtstag von MILES DAVIS erarbeitet. Seit rund einem Jahr steht das Ensemble unter der Leitung der britischen Pianistin und Komponistin Nikki Iles, die einen souveränen Eindruck hinterließ. Dass die Musikerinnen und Musiker bei hochsommerlichen Temperaturen komplett in Schwarz auf der Bühne standen, nahmen sie mit bewundernswerter Gelassenheit hin. Und wenn ich mich nicht schwer täusche, schlich sich zwischen all den Davis-Referenzen sogar noch ein kleines musikalisches Zitat von JIMI HENDRIX ein.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-herbertmomoko-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47806" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-herbertmomoko-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-herbertmomoko-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-herbertmomoko.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">HERBERT &amp; MOMOKO</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Mit HERBERT &amp; MOMOKO folgte anschließend eines der ungewöhnlichsten Konzerte des gesamten Festivals. MATTHEW HERBERT gehört seit den Neunzigerjahren zu den spannendsten Köpfen der experimentellen Elektronik und hat in Hamburg bereits mehrfach bewiesen, wie gut seine Klangwelten vor allem live funktionieren – zuletzt 2024 bei der <a href="https://blueprint-fanzine.de/matthew-herbert-ensemble-resonanz-the-game-12-05-2024-laeiszhalle-hamburg/">Vertonung des FC-St.-Pauli-Aufstiegsspiels in der Laeiszhalle.</a><br>Gemeinsam mit Sängerin und Multiinstrumentalistin MOMOKO GILL zeigte er nun, wie organisch Experiment und Pop zusammenfinden können. Während Gill gleichzeitig Schlagzeug spielte, Keytar bediente und dazu mit sanfter Stimme sang oder Basketbällen erstaunlich groovende Beats entlockte, verwandelte Herbert Knochenflöten und sogar live aufgezeichnete Herzschläge in musikalisches Material. Was auf dem Papier schnell verkopft klingt, wirkte auf der Bühne erstaunlich selbstverständlich und entwickelte sich zu einem tanzbaren Set ohne spürbare Pausen – irgendwo zwischen Konzert, Live-DJ-Set und Klanglabor. Definitiv meine Entdeckung des Tages.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-jamie_cullum-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47807" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-jamie_cullum-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-jamie_cullum-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-jamie_cullum.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">JAMIE CULLUM</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Bereits zum dritten Mal war JAMIE CULLUM beim Elbjazz zu Gast. Gealtert scheint der Brite seit seinen Auftritten <a href="https://blueprint-fanzine.de/elbjazz-2013-zwei-erfahrungsberichte/">2013</a> und <a href="https://blueprint-fanzine.de/elbjazz-2019-2/">2019</a> allerdings kaum zu sein. Dafür erinnerte er sich erstaunlich gut an sein erstes Gastspiel. Damals habe es geregnet, erzählte er – durchaus glaubwürdig in einer Stadt wie Hamburg. Diesmal zeigte sich die Hansestadt dagegen von ihrer sonnigsten Seite, was seiner ohnehin ansteckenden Spielfreude zusätzlich in die Karten spielte.<br>Wie gewohnt lieferte Cullum die perfekte Mischung aus Jazz, Pop und Entertainment. Zwischen virtuosem Klavierspiel, spontanen Publikumsdialogen und jeder Menge Energie durfte natürlich auch der obligatorische Sprung vom Flügel nicht fehlen – trotz offenem Schnürsenkel saß die Landung wie eh und je. Fast nebenbei kündigte er noch ein neues Album für November 2026 an. Ein guter Grund zur Hoffnung, dass der Brite nicht allzu lange auf seinen nächsten Hamburg-Besuch warten lässt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-incognito-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47808" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-incognito-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-incognito-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-incognito.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">INCOGNITO</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Eine dankbare Aufgabe war der folgende Slot nicht unbedingt. Nach JAMIE CULLUM musste man das Publikum erst einmal bei Laune halten. INCOGNITO gelang das mühelos. Seit mehr als vier Jahrzehnten steht die Band um Jean-Paul &#8222;Bluey&#8220; Maunick für elegant groovenden Jazz-Funk mit Soul, Disco- und R&amp;B-Einflüssen – und genau diese Routine war auf der Bühne spürbar. Das große Musikerkollektiv entfachte einen warmen, unglaublich tanzbaren Sound, der trotz aller Virtuosität nie verkopft wirkte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="729" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-lizz-wright-1024x729.jpg" alt="" class="wp-image-47809" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-lizz-wright-1024x729.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-lizz-wright-700x498.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-lizz-wright.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">LIZZ WRIGHT</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">In der Schiffbauhalle wurde es anschließend deutlich ruhiger. LIZZ WRIGHT ließ ihrer außergewöhnlich warmen Altstimme viel Raum und entfaltete zwischen Gospel, Blues, Soul und Jazz eine beinahe meditative Atmosphäre. Kein lautes Konzert – gerade seine Zurückhaltung machte den Reiz aus.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-greentea-peng-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47810" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-greentea-peng-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-greentea-peng-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-greentea-peng.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">GREENTEA PENG</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Den Abschluss des ersten Tages übernahm GREENTEA PENG auf der Main Stage. Dass die Londonerin den prominenten Slot nach JAMIE CULLUM erhielt, überraschte zunächst. Beim <a href="https://blueprint-fanzine.de/reeperbahn-festival-2025-hamburg/">Reeperbahn Festival im vergangenen Jahr</a> hätte sie schließlich beinahe noch im Docks gespielt. Doch spätestens seit ihrem Album „Tell dem it&#8217;s sunny“ gehört sie zu den spannendsten Stimmen der britischen Neo-Soul- und Alternative-R&amp;B-Szene.<br>Ihr Auftritt bewegte sich irgendwo zwischen Dub, psychedelischem Soul, HipHop und einer fast schon mystischen Aura. Meine Freundin wurde mit den Rap-Passagen und der rauchigen Stimme nicht so recht warm. Ich dagegen mochte genau diesen entschleunigten Flow, der den ersten Festivaltag angenehm ausklingen ließ.</p>



<p class="has-white-background-color has-background">Samstag<br>Der zweite Festivaltag begann mit der Erkenntnis, dass uns der Freitag doch ein wenig zugesetzt hatte. Klar im Vorteil war, wer sich ein VIP-Ticket gegönnt hatte: Erstmals gab es eine überdachte Sitztribüne vor der Main Stage. Wer noch etwas tiefer in die Tasche griff (649 Euro), durfte sich zusätzlich über All-inclusive-Verpflegung und Zugang zur VIP-Lounge freuen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-luca-ciarla-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47811" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-luca-ciarla-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-luca-ciarla-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-luca-ciarla.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">LUCA CIARLA MOLISOUND</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Für alle anderen bot die Schiffbauhalle zu früher Stunde noch genügend kostenfreie Sitzplätze. Und die lohnten sich. Denn was mit LUCA CIARLA zunächst nach einem weiteren Jazzkonzert klang, entwickelte sich schnell zu einem der charmantesten Auftritte des gesamten Wochenendes.<br>Mit seinem Projekt MOLISOUND widmete sich der italienische Geiger den musikalischen Traditionen seiner Heimatregion Molise. Gemeinsam mit Marco Molino an Schlagzeug und Percussion, Lorenzo Mastrogiuseppe am Bass und Manuel Petti am Akkordeon entstand ein ebenso virtuoser wie lebendiger Dialog zwischen Jazz und italienischer Volksmusik. Vor allem Petti sorgte mit seinem irrwitzig schnellen Akkordeonspiel immer wieder für Szenenapplaus.<br>Noch spannender waren allerdings die Geschichten zwischen den Stücken. Ciarla erzählte von einer Region, die ebenso idyllisch wie vom demografischen Wandel geprägt ist, warb augenzwinkernd dafür, doch einfach nach Molise auszuwandern und dort eine Familie zu gründen, und ließ seine Heimat dabei so lebendig werden, dass man sich tatsächlich dabei ertappte, nebenbei nach ihr zu googeln. Genau so sollte musikalisches Storytelling funktionieren. Als schließlich noch ein Trompeter und zum Finale ein Musiker mit einer traditionellen Zampogna auf die Bühne kamen, war endgültig klar: Dieses Konzert wollte eigentlich gar nicht enden. Dass Ciarla schließlich sogar sanft von der Bühne gebeten werden musste, passte perfekt zu diesem sympathischen Auftritt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="714" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-DOMINIQUE-FILS-AIME-1024x714.jpg" alt="" class="wp-image-47812" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-DOMINIQUE-FILS-AIME-1024x714.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-DOMINIQUE-FILS-AIME-700x488.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-DOMINIQUE-FILS-AIME.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">DOMINIQUE FILS-AIMÉ</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Auf der Main Stage schlug DOMINIQUE FILS-AIMÉ anschließend deutlich leisere Töne an. Die Kanadierin sprach von der Leichtigkeit einer Feder und lud das Publikum ein, Wünsche einfach auf dem Festivalgelände zurückzulassen. Ihre Musik wirkte ähnlich schwerelos: Soul, Blues, Gospel und Jazz verschmolzen zu warmen, fein arrangierten Songs, getragen von einer ausdrucksstarken Stimme. Der Titel ihres aktuellen Albums „My world is the sun“ hätte kaum besser zu diesem sonnigen Nachmittag passen können.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-Schatten-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47813" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-Schatten-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-Schatten-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-Schatten.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schatten an der Helgen Stage</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Bei JOWEE OMICIL auf der Helgen Stage wurde es anschließend deutlich lebhafter. Der Saxofonist setzte ganz auf Spontaneität, Improvisation und die Interaktion mit dem Publikum – ein Konzept, das hervorragend zu seiner offenen, spirituellen Art von Jazz passt, uns stellenweise aber fast etwas bemüht erschien. So suchten wir zunächst die begehrten und knappen Schattenplätze auf dem Gelände auf, und nutzten im Anschluss die Gelegenheit, eine der gelungenen Neuerungen des Festivals auszuprobieren:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="789" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-Wein-1024x789.jpg" alt="" class="wp-image-47814" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-Wein-1024x789.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-Wein-700x540.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-Wein.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wein auf Bier&#8230;</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Im sogenannten Weindock hatte HAWESKO eine kleine Weinprobe aufgebaut. Für zwölf Euro erhielt man Weinglas und Stempelkarte und konnte sich durch neun verschiedene Weine probieren, mit den Mitarbeitenden über Rebsorten, Lagerung und Foodpairing fachsimpeln und zwischendurch ein wenig Schatten genießen. Eine sympathische Idee mit ein klein wenig Werbung.<br>Auch kulinarisch zeigte sich das Festival ausgesprochen vielfältig. Zwischen Fischbrötchen, marokkanischen Spezialitäten, Holzofenbrot, mexikanischem Streetfood, Austern oder einer klassischen Currywurst dürfte wohl jeder etwas Passendes gefunden haben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-CHRISTONE-„KINGFISH-INGRAM-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47815" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-CHRISTONE-„KINGFISH-INGRAM-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-CHRISTONE-„KINGFISH-INGRAM-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-CHRISTONE-„KINGFISH-INGRAM.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">CHRISTONE „KINGFISH“ INGRAM</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Frisch gestärkt zog es uns zurück zur Helgen Stage, wo CHRISTONE „KINGFISH“ INGRAM eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass der Blues noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Mit seinem gefühlvollen Gitarrenspiel und einer kraftvollen Mischung aus Delta Blues, Rock und Soul knüpfte der Musiker aus Clarksdale, Mississippi, nahtlos an die großen Traditionen des Genres an, ohne dabei nostalgisch zu wirken.<br>Fast noch beeindruckender als seine Gitarrensoli war allerdings seine Stimme. Warm, tief und erstaunlich weich erinnerte sie mich stellenweise an GREGORY PORTER. KINGFISH überzeugte an diesem Nachmittag gleichermaßen als Gitarrist und Sänger – eine Kombination, die man selbst im Blues nicht allzu häufig erlebt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-SNARKY-PUPPY-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47816" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-SNARKY-PUPPY-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-SNARKY-PUPPY-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-SNARKY-PUPPY.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">SNARKY PUPPY</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Auf der Main Stage wartete anschließend ein alter Bekannter. SNARKY PUPPY waren bereits zum dritten Mal beim Elbjazz zu Gast, und im Publikum entdeckte man zahlreiche Tourshirts früherer Gastspiele.<br>Es bleibt faszinierend, wie breit das Publikum dieses Kollektivs inzwischen geworden ist. Schließlich servieren SNARKY PUPPY alles andere als leichte Hintergrundmusik. Ihre komplexen Kompositionen verlangen Aufmerksamkeit, verlieren dabei aber nie den Groove. Genau dieser Spagat zwischen höchster Virtuosität und ansteckender Spielfreude macht ihren Reiz aus. Langweilig wird es mit dem bissigen Hündchen jedenfalls nie.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-FERGUS-MCCREADIE-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47817" width="840" height="560" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-FERGUS-MCCREADIE-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-FERGUS-MCCREADIE-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-FERGUS-MCCREADIE.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /><figcaption class="wp-element-caption">FERGUS MCCREADIE</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">In der Schiffbauhalle sprang FERGUS MCCREADIE kurzfristig für GOGO PENGUIN ein, die ihren Auftritt aus gesundheitlichen Gründen absagen mussten. Für den schottischen Pianisten und sein klassisches Jazztrio bedeutete das gleich zwei Konzerte an einem Tag. Nachdem sie bereits am Nachmittag CHILLY GONZALES in der Elbphilharmonie supportet hatten, folgte am Abend ein zweiter Auftritt.<br>Von Ermüdung war allerdings nichts zu spüren. Im Gegenteil: McCreadie erklärte mit einem Lächeln, sie hätten nach den 45 Minuten in der Elbphilharmonie ohnehin gern noch länger gespielt. Seine Kompositionen erinnerten mich dabei weniger an schottische Folklore, wie häufig geschrieben wird, sondern eher an das EMIL BRANDQVIST TRIO oder die ruhigeren Momente von GOGO PENGUIN. Insofern erwies sich der kurzfristige Tausch im Programm sogar als überraschend stimmig.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="637" height="1024" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-NUBYA-GARCIA-637x1024.jpg" alt="" class="wp-image-47818" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-NUBYA-GARCIA-637x1024.jpg 637w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-NUBYA-GARCIA-435x700.jpg 435w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-NUBYA-GARCIA.jpg 746w" sizes="(max-width: 637px) 100vw, 637px" /><figcaption class="wp-element-caption">NUBYA GARCIA</figcaption></figure></div>


<p class="has-white-background-color has-background">Von dieser Rochade profitierte auch NUBYA GARCIA, die ihren Auftritt nun auf der größeren Helgen Stage absolvieren konnte. Die Londoner Saxofonistin verbindet modernen Jazz mit Afrobeat, Dub, Reggae und karibischen Einflüssen und gehört völlig zurecht zu den prägenden Figuren der jungen britischen Jazzszene.<br>Ihr Set lebte vor allem von seinen Kontrasten. Mal beinahe meditativ, dann wieder mit voller Wucht nach vorne – selten lagen auf dem Festival Ruhe und Energie so nah beieinander. Ich hätte ihr gerne noch etwas länger zugehört. Doch auf der Main Stage wartete bereits das große Finale.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="608" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-TOM-JONES-1024x608.jpg" alt="" class="wp-image-47819" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-TOM-JONES-1024x608.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-TOM-JONES-700x415.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-TOM-JONES-1536x911.jpg 1536w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-TOM-JONES-2048x1215.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Main Stage</figcaption></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Mit TOM JONES hätte das Elbjazz kaum würdevoller enden können. Der inzwischen 86-jährige Waliser betrat die Bühne mit der Gelassenheit eines Künstlers, der niemandem mehr etwas beweisen muss – und tat es anschließend trotzdem.<br>Schon der Opener „I&#8217;m growing old“ wirkte wie ein augenzwinkernder Kommentar zum eigenen Alter. Tatsächlich klang seine Stimme über weite Strecken verblüffend kraftvoll. Mit einer Mischung aus Pop, Soul, Blues, Country und Folk führte Jones durch ein Programm, das Songs von LEONARD COHEN, CAT STEVENS, BOB DYLAN und zum Abschluss CHUCK BERRYs „Johnny B. Goode“ umfasste.<br>Besonders schön war die Anekdote über ELVIS PRESLEY, der ihm einst in Las Vegas erklärt habe, CHUCK BERRY sei der wahre König des Rock ’n’ Roll gewesen. Solche Geschichten kann eben nur jemand erzählen, der selbst Musikgeschichte geschrieben hat. Und natürlich durfte auch „Sex bomb“ nicht fehlen – deutlich bluesiger als gewohnt, aber keineswegs weniger mitreißend.<br>Zum Schluss erzählte Jones noch von seiner Bewunderung für WILLIE NELSON, der mit über 90 Jahren immer noch auf der Bühne steht. „Ich bin übrigens 86“, sagte er trocken. Mehr musste er gar nicht hinzufügen. Die Ovationen ließen ohnehin keinen Zweifel daran, dass hier gerade nicht nur ein großes Konzert, sondern auch ein würdiger Festivalabschluss zu Ende gegangen war.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-final-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-47820" srcset="https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-final-1024x683.jpg 1024w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-final-700x467.jpg 700w, https://blueprint-fanzine.de/wp-content/uploads/2026/07/elbjazz_2026-final.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="has-white-background-color has-background">Festivals erzählen ihre Geschichten selten nur auf den Bühnen. Sie entstehen auf den Wegen dazwischen – beim zufälligen Vorbeischlendern, beim Gespräch mit Fremden, beim Blick in ein unbekanntes Festivalprogramm oder während man plötzlich nach einer italienischen Region googelt, von der man eine Stunde zuvor noch nie gehört hatte. Genau solche Momente gab es beim Elbjazz 2026 reichlich.<br>Nach der Pause hat das Festival zu seiner eigenen Identität zurückgefunden. Jazz stand wieder im Mittelpunkt, ohne Grenzen zu ziehen. Soul, Electronica, Blues, Folk oder HipHop hatten weiterhin ihren Platz – allerdings immer dort, wo sie den Jazz erweiterten, statt ihn zu verdrängen. Vielleicht ist genau das die Richtung, die dem Elbjazz am besten steht.<br>Und so blieben am Ende nicht nur die großen Namen in Erinnerung, sondern vor allem die vielen kleinen Überraschungen dazwischen. HERBERT &amp; MOMOKO. LUCA CIARLA. KINGFISH. Genau für solche Entdeckungen kommt man schließlich zu einem Festival. Dass Hamburg uns dazu auch noch zwei Tage lang fast mediterranes Wetter schenkte, machte die Rückkehr des Elbjazz endgültig perfekt.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de/elbjazz-2026-nachbericht/">ELBJAZZ 2026 (Hamburg)</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://blueprint-fanzine.de">.:blueprint fanzine:.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
