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	<title>Constantin John, Autor bei .:blueprint fanzine:.</title>
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		<title>PETER BRODERICK &#8211; Partners</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/peter-broderick-partners/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Constantin John]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2017 18:26:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zufall. Was ist das? Chaos? Überraschung? Ein bisschen Glück? Vom Zufall spricht PETER BRODERICK viel, wenn es um die Arbeit an seinem neuen Album „Partners“ geht, den Unvorhersehbarkeit generierenden Parametern, die bei der Entstehung nahezu genauso wichtig gewesen seien wie der Komponist selbst. Bewusst gesetzte Hindernisse, die sich z.B. in unkonventionellen Kollaborationsformen widerspiegeln, sollten zu [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zufall. Was ist das? Chaos? Überraschung? Ein bisschen Glück? Vom Zufall spricht PETER BRODERICK viel, wenn es um die Arbeit an seinem neuen Album „Partners“ geht, den Unvorhersehbarkeit generierenden Parametern, die bei der Entstehung nahezu genauso wichtig gewesen seien wie der Komponist selbst. Bewusst gesetzte Hindernisse, die sich z.B. in unkonventionellen Kollaborationsformen widerspiegeln, sollten zu neuen Ergebnissen führen. Er habe versucht, so schreibt er in einer im Pressetext abgedruckten Mail an seinen Labelchef Robert Raths, „sich aus seiner Musik zu entfernen“. Der Gedanke ist aufregend, sagt er doch nichts anderes, als sich, den eigentlichen Ursprung der Kunst, auf- bzw. hinzugeben an jemand anderes oder an eine Idee – die Kunst freizugeben. In Bezug auf gesellschaftlich immer häufiger formulierte Partizipationskonzepte ist die Entfernung vom Kontrollwahn eines einzelnen vielleicht zeitgemäß. Brodericks Musik also als Open Source? Nicht ganz, aber der Musiker ging jedenfalls so weit, dass er die fertigen (Live-)Mixe, die Tontechniker Tucker Martine anfertigte, und genauso das fertige Master, das Francesco Donadello übernahm, nicht hören wollte. Vielleicht kennt Broderick seine eigene Platte noch gar nicht, während ich darüber schreibe. Eine seltsame Vorstellung. Fast ist man versucht, über Autorschaft nachzudenken… aber nein, zurück zum Album.</p>
<p>Neben all der Ungewissheit ist wenigstens eines sicher: Diese Art der Produktion verlangt besonders viel Vertrauen – in die Partner, die etwas dazu beitragen, und das eigene Werk damit erheblich formen und verformen. Broderick beginnt die Platte mit einem Stück, das fast ohne Musik auskommt. Nur wenige, verloren wirkende Klaviernoten begleiten seine Stimme, die fünf Gedichte vorträgt. In einem von ihnen heißt es bezeichnend: „To make a friend / ask for help / and play / don’t get angry / now don’t get upset“. Die Gedichte sind in mehrfacher Hinsicht programmatisch für „Partners“, da sie in Form, Inhalt und ihrem Entstehungsprozess viele von Brodericks Grundideen für das Album transportieren. Sie könnten in gewisser Weise wie der Lektüreschlüssel sein, wenn es auch sicherlich ohne geht. Konzeptuell steckt in ihnen bereits der Versuch, ihre Entstehung durch eine von außen auferlegte Gesetzmäßigkeit zu steuern. Es wurden also mehrere Gedichte als Mesostichen verfasst, die alle um die senkrecht von oben nach unten gelesene Phrase „In a landscape“ konstruiert wurden. Methodik. Aus dieser Sammlung entschieden zwei Würfel, welche der Poeme überhaupt für das Album verwendet werden sollten, und ihre Reihenfolge darauf. Zufall.<br />
Die Phrase „In a landscape“ stammt übrigens von JOHN CAGE – selbst großer Freund von Mesostichen und nicht nur damit wichtige Inspirationsquelle für „Partners“ –, der 1948 ein Klavierstück mit eben diesem Titel veröffentlichte. Und so ist das zweite Lied folglich eine Interpretation davon. Im darauffolgenden „Carried“ ergänzt Broderick das Klavierspiel um einen parallel dazu laufenden verhallten Stimmloop, der ungeachtet von Takt und Geschwindigkeit leise dahin mäandert und gut zur Atmosphäre des Stückes passt. Eingriffe wie dieser von außen sind meist nicht sehr stark hörbar, sondern halten sich dezent im Hintergrund. Hall und Echos sind zwar allgegenwärtig, aber nur gelegentlich bemerkt man andere live hergestellte Manipulationen von Martine, wenn er die Effekte, durch die Brodericks Piano läuft, rückkoppelt oder übersteuert. Das geschieht oft etwas zaghaft und würde an mancher Stelle auch mehr Selbstbewusstsein vertragen. Was bleibt, sind sehr kurze Spielereien, die manchmal etwas willkürlich wirken und wenig kompositorische Dringlichkeit vermitteln, wie z.B. in „Conspiraling“. Aber vielleicht meint Broderick genau das, wenn er in einem der Anfangsgedichte von „Finding life in mistakes / and peace within chaos“ spricht. Ihn scheint der unfertige Charakter mehr zu interessieren.<br />
In „Under the bridge“ lässt er wiederum die Würfel entscheiden, wann welche Noten gespielt werden, und so überrascht es nicht, dass dieses Stück das zerfahrenste auf der Platte ist. Es bleibt Experiment. Den Abschluss der Platte macht „Something“, das zweite Lied, das nicht aus Brodericks Feder stammt. Es ist von seiner Frau, der Musikerin und Künstlerin Brigid Mae Power. Und wieder eine Partnerin. Mit diesem Stück stellt er potenzielle Fehler und Fragilität als gewünschte Modi noch einmal ins Zentrum und unterstreicht sie dick, wenn er nach 40 Sekunden erneut anfangen muss, weil er sich verspielt hat. Wenn man auch bereits derartige Anfänge von Liedern zu genüge kennt, so passt es hier tatsächlich sehr gut und harmoniert mit Textzeilen wie „Sometimes I want to collapse into you but I don’t know if you want me to.“, in denen Schwäche, Unsicherheit und dennoch ein starker Wille zum Ausdruck kommt. PETER BRODERICK hat auf all diese Dinge und ein paar mehr vertraut und – Zufall oder nicht – ein schönes und atmosphärisch dichtes Album aufgenommen.</p>
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		<title>ADAM BRYANBAUM WILTZIE &#8211; Salero</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/adam-bryanbaum-wiltzie-salero/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Constantin John]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2017 18:15:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Album zu besprechen, das nicht als solches alleine für sich steht, kann eine besondere Aufgabe sein. In diesem Fall handelt es sich nämlich um einen Soundtrack, die Musik wird also auch gekoppelt an die visuelle und inhaltliche Ebene entwickelt. Und besonders ist die Aufgabe deshalb, weil ich bis auf den Trailer, Filmstills und diverses [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Album zu besprechen, das nicht als solches alleine für sich steht, kann eine besondere Aufgabe sein. In diesem Fall handelt es sich nämlich um einen Soundtrack, die Musik wird also auch gekoppelt an die visuelle und inhaltliche Ebene entwickelt. Und besonders ist die Aufgabe deshalb, weil ich bis auf den Trailer, Filmstills und diverses Informationsmaterial zum Thema des Films keine Möglichkeit hatte, das endgültige Ergebnis zu sehen. Sei’s drum. Welche Geschichte ist es also, die ADAM BRYANBAUM WILTZIE auf seinem neuesten Album vertont hat?<br />
Die Dokumentation „Salero“ von Mike Plunkett, die in der bolivianischen Salar de Uyuni spielt, begleitet einen Salzarbeiter, der mit seiner Arbeit einer langen, über Generationen andauernden Tradition in dieser sonst schier lebensfeindlichen Region folgt. Die Salzwüste ist die größte der Welt, der Ort unwirklich und wie ein Filmset zu einer post-apokalyptischen Zukunftsvision. Eine Frau steht auf dem Dach eines Kleinlastwagens und richtet ihre Hand mit einem Handy in den Himmel, das Mobilfunknetz wie einen Gott anbetend. Moderne Technik ist noch wenig dort, oder aber, wenn sie es ist, nur bedingt nutzbar. Erst langsam wird sie kommen und sich etablieren. Es ist die Archaik des Ortes und seine Endlosigkeit, die die eigentlichen Protagonistinnen des Films sein könnten. Ewiges, schimmerndes Salz, das manchmal zum riesigen Spiegel wird, den Himmel reflektiert und die darauf arbeitenden Menschen zu schwebenden Objekten macht, die Raum und Zeit enthoben wirken.</p>
<p>ADAM BRYANBAUM WILTZIE, den man von seinen anderen Bands WINGED VICTORY FOR THE SULLEN und STARS OF THE LID kennen könnte, lässt die Musik majestätisch beginnen, die einzelnen Klänge schichten sich übereinander, wie die Bodenbeläge der Salzwüste, die das Fundament des Films sind. Immer dichter wird die Klangfläche, bleibt lebendig und ändert schimmernd ihre Farbe. Wiltzie überträgt gekonnt die optische Landschaft in eine auditive. Diese Weite hat etwas Friedliches an sich, doch bereits gegen Ende des ersten Stückes taucht eine Disharmonie auf, die diesen Eindruck bricht. Sie erscheint jedoch nur einmal, sodass fast nicht klar ist, ob man tatsächlich richtig gehört hat oder ob es eine Sinnestäuschung war. Zurück bleibt eine Verunsicherung – oder eine Vorahnung. So heißt dann gleich das darauffolgenden zweite Stück, „The Premonition“. Es schält sich aus einem windgleichen Rauschen und verschwindet am Ende eben dorthin zurück.<br />
„Salero“ ist auch die Geschichte vom Wandel einer Region, weil durch die Entdeckung großer Lithium-Reserven, die unter der Salzkruste liegen, die Elektroindustrie aufmerksam wurde. Das Mineral dient als Katalysator für die Ausbeutung der Umwelt und seiner Menschen, und so ist die immer wiederkehrende dunkle Färbung in Wiltzies Musik kein Zufall. Interessant ist aber vor allem, dass er damit nie schwarz-weiß malt, sondern vielmehr die Ambivalenz einer solchen Entwicklung ausstellt, könnte sie doch auch Fortschritt für die Region bedeuten.<br />
In „The few of us left“ bekommt man jedoch eher den Eindruck, dass wenige, die dort leben, daran glauben. Die triolisch gezupften Gitarren suggerieren eine Bewegung. Ist das Flucht? Dieses Stück ist in Anschluss an das folgende „They dream of more“ zu denken, denn hierin wird klar, dass diese wenigen Verbliebenen standhaft sind, dass der Traum der Menschen nach mehr etwas Mächtiges hat. „Transforming the country“ scheint die Folge daraus zu sein, auch musikalisch. Die Schwere des Drones vom Vorgänger macht nun anfangs noch vorsichtiger, dann aber sich festsetzender, lebendiger Percussion Platz, über die dennoch die bekannten, dichten Streicherarrangements schweben. Überraschend kommt „Wealth baby“, nach dessen Titel und vor allem der Position auf der Platte (The few of us left / They dream of more / Bring this place to life / Transforming the country) man nun versucht ist, an Erlösung und Erfolg zu denken. Doch der Wohlstand bleibt eine Medaille mit zwei Seiten, und so reihen sich folgerichtig Dur- und Moll-Akkorde abwechselnd, zum Teil gar fließend aneinander, erzeugen bei jedem Umschwung entweder unmittelbar Skepsis und Bedrohlichkeit oder aber die Hoffnung auf ein Happy End.<br />
Die Geste ist groß, Pathos macht sich breit mit all den an- und abschwellenden Streichinstrumenten und der getragenen Stimmung. Wiltzies Übersetzung der ewigen Weite der uyuniadischen Salzwüste sind zerdehnte, entschleunigende Vielklänge. Stellenweise liegen diese als Drones unter den sanften Melodiebögen oder dezenten rhythmischen Figuren und bilden den endlosen Boden, auf dem gearbeitet, sich bewegt und verändert wird. Der Soundtrack schafft es bravourös, sowohl nah am Inhalt des Films als auch an der darin abgebildeten Geografie zu sein.</p>
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		<title>THE SCANTHARIES &#8211; s/t</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/the-scantharies-st/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Constantin John]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Dec 2012 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Puh, diese Platte macht es mir nicht leicht. Das Intro des selbstbetitelten Albums von THE SCANTHARIES ist eine wunderbare Soundfläche, die mit Effekten spielt, die man eigentlich nur erreicht, wenn man einen Verstärker mit Federhall ordentlich schüttelt oder tritt. Dazu hört man einzelne Klarinettentöne und gezupfte Klaviersaiten. Ich bin gespannt! Das zweite Stück, das der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Puh, diese Platte macht es mir nicht leicht. Das Intro des selbstbetitelten Albums von THE SCANTHARIES ist eine wunderbare Soundfläche, die mit Effekten spielt, die man eigentlich nur erreicht, wenn man einen Verstärker mit Federhall ordentlich schüttelt oder tritt. Dazu hört man einzelne Klarinettentöne und gezupfte Klaviersaiten. Ich bin gespannt! Das zweite Stück, das der eigentliche Anfang der Platte ist und ohnehin den dafür plakativen Titel &#8222;The start&#8220; trägt, ist ein Uptempo-Stück in Surfmanier. Zwei Gitarren – eine elektrisch, die andere akustisch – zupfen sich von unten nach oben über ihre Griffbretter, um an der richtigen Stelle wieder gemeinsam das Thema zu spielen. Wer nun denkt, hier haben wir es mit einer Surfband zu tun, irrt gewaltig. THE SCANTHARIES verblüffen den Zuhörer nämlich mit jedem Song aufs Neue. Da ist zum Beispiel &#8222;The bear&#8220;. Ein Stück, das mit einer lustig piepsigen elektronischen Melodie beginnt, die auch weitestgehend den Song umfließt, wären da nicht diese plötzlichen Teile voller Weltraum-Romantik der 50er und 60er Jahre. Dann eine erneute Kehrtwende und THE SCANTHARIES suchen offensichtlich den Schatz im Silbersee. Eine Melodie erklingt, die jede Szene, in der Winnetou und Ol´ Shatterhand gemeinsam gen Horizont reiten, untermalen könnte. Irgendwie schwülstig und kitschig, aber eben mit einer ordentlichen Portion Ironie.<br />
Das ist es wohl auch, was diese Platte durchwebt: Der Humor und die Vielseitigkeit der Band. Die Stücke sind alle instrumental, kurz (meist nur etwas über zwei Minuten) und sehr unterschiedlich. Da ist mal das stoisch Treibende des Krautrock, dann Mambo-Rhythmen, Surfgitarren, dezent eingesetzte elektronische Beats, ein spaciger Synthesizer. Eine durchaus seltsame Mischung, die aber dennoch Spaß machen kann. THE SCANTHERIES spielen mit so vielen verschiedenen Sounds, dass es manchmal etwas schwer fällt, den roten Faden zu sehen. Doch dafür schätze ich die Band. Man merkt ihnen den Spaß an. Sie kümmern sich nicht um Genregrenzen oder Eitelkeit und scheuen sich auch nicht vor Kitsch, sondern schöpfen aus einem äußerst großen Ideenreichtum.<br />
Die Platte ist bei weitem kein Meisterwerk und ebenso kein Album, das als Gesamtwerk besticht. Vielleicht will sie das aber auch gar nicht. Vielmehr ist sie eine Sammlung von Songs, Fragmenten und Soundflächen und erinnert in Bezug darauf z.B. an Platten wie &#8222;God bless the Red Kryola and all who sail with it&#8220;.</p>
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		<title>ALLAH-LAS &#8211; s/t</title>
		<link>https://blueprint-fanzine.de/allah-las-st/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Constantin John]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Oct 2012 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das gleichnamige Album der Band ALLAH-LAS startet relativ unscheinbar: Zwei Gitarren, die mit Halleffekten nicht gerade geizen, schlagen vereinzelte Akkorde an, bevor dann der leicht schleppende Schlagzeugrhythmus einsetzt. Es wabert ordentlich, das für diese Spielart der Musik obligatorische Tambourine fehlt nicht und schnell wird klar, was hier zu erwarten ist: Beatmusik mit klirrenden Twanggitarren, Echos [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das gleichnamige Album der Band ALLAH-LAS startet relativ unscheinbar: Zwei Gitarren, die mit Halleffekten nicht gerade geizen, schlagen vereinzelte Akkorde an, bevor dann der leicht schleppende Schlagzeugrhythmus einsetzt. Es wabert ordentlich, das für diese Spielart der Musik obligatorische Tambourine fehlt nicht und schnell wird klar, was hier zu erwarten ist: Beatmusik mit klirrenden Twanggitarren, Echos en masse, gelegentlich einer souligen Orgel, rumpelnden Drums und fernen Ahhahh-Chören. Eigentlich ganz cool, nur&#8230;ja was nur? Es bleibt leider genau so das komplette Album hindurch. Eine kleinere Ausnahme stellt nur das instrumentale &#8222;Ela navega&#8220; dar, das einen Bossa Nova anzitiert, ehe es mit Meeresrauschen ausfadet und in der Mitte des Albums eine angenehme Verschnaufpause bringt.<br />
Der Sound ist definitiv authentisch, klingt rau und roh. Es wird auf Hochglanz verzichtet, was der Musik sehr gut zu Gesicht steht und was man sich bei diesem Stil wünscht. Die Songs funktionieren alle zweifellos, sind rund, denn schließlich hat sich die hier verwendete Songstruktur weit über ein halbes Jahrhundert bewährt. Nur ist gerade das das große Problem dieser Platte, denn wer will heutzutage genau das zum xten mal bestätigt haben, was ohnehin schon klar ist?<br />
Gut, man könnte noch einen anderen Ansatz hinter der Musik überlegen: Die Musik nimmt sich zurück, um den Texten, den Geschichten, Raum zu lassen. Jedoch läuft diese Idee schnell ins Leere. Die Texte sind allzu genretypisch und banal, als dass man sich länger mit ihnen beschäftigen müsste. Sie stören nicht. Ja, warum stören sie eigentlich nicht mal? Und wo bleiben die im Infotext angekündigten Psychedelic-Passagen? So stampft sich das Album durch seine zwölf Stücke und hört genau so unscheinbar auf, wie es begonnen hat. Seltsam irgendwie.<br />
Im Großen und Ganzen machen Allah Las bei dem, was sie uns hier darbieten, nichts falsch, aber sie wagen auch nichts. Sie wirken eher in ihrem Klangkostüm gefangen. Die Musik hat etwas leicht Verstaubtes an sich, denn hier gibt es zwar soundästhetisch 1A stimmige, jedoch aber auch alles, was sich nach 1970 in der Popkultur ereignet hatte, komplett ignorierende Beatmusik. Es stellt sich die Frage: Soll ich nicht lieber in einen Plattenladen gehen und mir die Originale besorgen oder doch die Kopie kaufen, weil das vier gut aussehende Jungs sind, die noch dazu aus dem hippen L.A. kommen? Zu Zeiten der Retromania kann man so etwas wohl machen, aber auf Innovation oder Überraschung sollte man nicht hoffen. Es ist eben doch ein wenig so, wie wenn man auf dem Dachboden der Großeltern die Kleiderkisten durchwühlt: Es sind coole Stücke dabei, aber dennoch riechen sie alle komisch.</p>
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