LENTO – Icon

Wie auch immer man zu Postrock stehen mag, eins lässt sich mit Sicherheit sagen, nämlich, dass in den letzten Jahren eine unüberschaubare Zahl an Bands und an Veröffentlichungen dieses Genres aus dem Boden geschossen ist. Gleiches lässt sich wohl auch über Postmetal sagen. Dieser Hype bezieht sich dabei vor allem auf Metal im Lowtempo-Bereich, sprich: Doom und Drone. Die italienische Band LENTO fällt in dieses Einzugsgebiet, aber, um es vorwegzunehmen, hebt sich mit ihrem zweiten Longplayer „Icon“ doch merklich davon ab.
So langsam, wie es der Bandname verspricht, sind LENTO eigentlich gar nicht (Auf deutsch bedeutet „lento“ soviel wie „langsam.“). Da sind drei Dronenummern, wenn man das kurze Intro mitzählt, und ansonsten spielt sich das meiste eher im Midtempo ab. Zudem sind die Tracks wohltuend kurz: die Gesamtspielzeit der zehn Tracks beträgt etwa 40 Minuten. Besonders zwei der Ambient-Tracks versauen hier den Schnitt. Die Italiener kommen nämlich immer wieder auf den Punkt und versauern nicht unnötig lange bei einem Riff. Ja, charakteristisch sind dagegen eher komplexe Tracks, in denen sich beispielsweise messerscharfe Riffs und groovige Breakdowns ablösen und miteinander wetteifern. Häufig werden die Breakdowns nicht bis zum Ende ausgespielt, sodass sich eine ungeheure Energie aufbaut, die sich selbst bis zum Ende der Tracks nicht entlädt. Den Vergleich mit einer musikalischen Dampfwalze finde ich dementsprechend ganz passend. Wenigstens einmal zeigen LENTO zu Beginn des Tracks „Icon“, dass sie auch richtig losprügeln können, aber schnell wird dem ein Ende gesetzt, indem das Tempo vollends herausgenommen und eine düstere Stimmung mithilfe monotoner und langsam gespielter Gitarren generiert wird. Übrigens, was ich fast zu erwähnen vergessen hätte, „Icon“ ist bis auf den abschließenden und für das Album auch ungewöhnlichen Titel „Admission“ ein instrumentales Album. Und zuweilen erschreckend düster. Wem Bands wie SLEEP, OMEGA MASSIF und die frühen CULT OF LUNA zusagen, der sollte sich LENTO nicht entgehen lassen.

Bewertung: 8/10

Veröffentlichungsdatum: 15.04.2011